Die Gymnasien, die Bäder, und Thermen . 257
Ueber die Auszierungen dieser grofsen Anlagen wissen wir so viel,dafs sich die erzene Bildsäule eines Athleten, der sich mit dem Schabeisen— Strigilis — reinigte, von der Hand desLysippus, darin befand. Tibe-rius liefs diese Statue wegnehmen und in seinen Palast versetzen. Alleindas Volk, welchem M. Agrippa seine Thermen vermacht hatte, wurdehierüber in den Theatern so laut, dafs der Kaiser bewogen ward, dem Bildeden alten Stand wieder einzuräumen (Plin. 34, 19. §. 6.). Auch berichtetPlinius (36, 64.), dafs M. Agrippa in den warmen Badesälen Reliefsin gebrannter Erde, farbig bemalt, einsetzen liefs, um der Wirkung deraufsteigenden Dämpfe zu widerstehen. Die Gewölbe der andern Säle undGemächer waren aber blofs mit Weifswerk geschmückt.
Palladio schlofs den ganzen Bau umher mit einer vorliegendenTreppe; und von Spaziergängen im Grünen und von dem Schwimmteichgiebt er nichts an, wahrscheinlich weil bereits jede Spur hievon verwischtwar. Allein was der neuere Architekt nicht mehr andeutet, davon findenwir Anzeige in Strabo (15. p. 590.) und inTacitus (An. 15,37.). Hier-nach waren die Thermen mit einem grofsen Schwimmteich und einer Wal-dung verbunden, welche wieder von einem Wasserkanal — Euripus — um-geben war.
Auf diesem Teich gab Nero ein Fest nach seiner Art. Auf einemFlosse wurden die Tische und Lager zum Gastmale angeordnet, und mitallen Seltenheiten, welche die entferntesten Landstriche und Meere liefernkonnten, besetzt. Kleinere Schiffe, mit Gold und Elfenbein ausgeziert, setz-ten das mit den Gästen besetzte Flofs in Bewegung. An den Ufern desTeiches waren kleine Freudenzelte errichtet, und bei einbrechender Nachterklangen bei der glänzendsten Erleuchtung die umher liegende Waldungund Zelthütten von Gesang. —- In diesem Lusthaine liefs M. Agrippa un-ter andern auch einen Löwen von der Hand desLysippus aufstellen; einMeisterwerk, das sich früher zu Lampsacus befand.
§. 17. In Fig. II. kommen die Thermen des Nero vor. Eine Ver-gleichung mit denen des Agrippa läfst hier die Hauptabtheilungen leichtwieder erkennen.
A,aa das Vorhaus mit den Zellen für die Wärter. B, bb die Räumezur Aufbewahrung der Kleider. CDEF die Räume für das Bedürfnifs derBadenden, cc die Räume für die Feuerung, cid, und ef die Räume fürdie Bfcölung und Staubkammern. G das Ephebeum. / 7 H Ballsäle,. gg und
llirt, Gel'Uude, 33