16 Das Thal Glarus unter Seckingen u. Oestr.
des Landes war aber an dieselben in bedeutenden Stücken aus-gethan, von denen sie nur zu jährlichen Zinsen und Abgaben’verbunden waren. Für diese in abgeleitetem Besitze stehendenGrundstücke (mansi serviles) war auch bei uns der älteste NameHube, hoba, welches ursprünglich ein bestimmtes Ackermassbedeutete' 6 ). Es lässt sich daraus schliessen, dass in derfrühesten Zeit nach der alamannischen Eroberung, wahrschein-lich noch ehe das Thal an Seckingen kam, von dem damaligenGrundherrn zwar nicht alles bewohnbare Land , wohl aber be-stimmte Stücke desselben von gleicher Grösse, die sich ambesten zum Anbau eignen mochten, unter seine Hörigen ver-theilt worden waren. Die Namen dieser Huben, deren Grund-zinse im Urbar durchgängig voranstehen, sind: »Liuthaler Hub,Rüliner (Rütener) und Diesbacher Hub, Nitfurer Hub, Mittliner(Mitlödener?) Hub, Tuttinge Hub, Sepling Hub, HertlingHub, Walterschen Hub die merer, Walterschen Hub die minder ' 7 ),Berges Hub, Ower Hub, Zupling Hub, Netstaler und Eimerhalbe Huben, Gumpoltz Hub, Gebhartz Hub, Mantzen Hub,Urnerre Hub, die halb Hub ze Niderwile und ze Kircbentzen,Mulliner Hub «; auch wird noch ein Hubstück zu Obfuren er-wähnt. Mehrere dieser Hubnamen haben sich als Ortsnamenerhalten; andere, deren Lage sich nicht mehr nachweisen lässt,sind offenbar von den Namen ihrer ersten (deutschen) Besitzerhergeleitet. Sämmtliche volle, d. h. ganze Huben entrichtetenin der Regel den gleichen jährlichen Zins, bestehend in 2 Schafen,20 grossen und 60 kleinen Käsen, einem Rinde und 5 Fast-nachthühnern; was wieder eben so sehr für ihre ursprünglichgleiche Ausmessung, wie für ihren beträchtlichen Umfang zeugt.
herrn die nämlichen Rechte gegen ihre Unterlhanen in Werdenberggeltend. Diese hatten neben den Grundzinsen, welche sie von ihrenGütern entrichten mussten, auch noch Frohnen bei der herrschaftlichenHeu - und Weinernte zu leisten. (Urbar der Grafschaft Werdenb. ausdem 16. Jahrhundert.)— 16 ) Vergl. Eichhorn in der Zeitschr. I. S. 155.Grimm, deutsche Rechtsallerlhümer. S. 535'ff. — ,7 ) Diese beidenHuben kommen noch vor in der Urk. v. 1376 bei Tschudi I. 495 undscheinen nach dieser in der Nähe von Linlhal gelegen zu haben.