<>2 Das Thal Glarus unter Seckingen u. Oestr.
eines Pflegers <9 ), der ausser dem Lande wohnte und sich durcheinen einheimischen Ammann im Gerichte vertreten Hess, vomJahr 1329 an auswärtige Vögte in’s Land schickte, welcheauf der Burg Näfels ihren Sitz aufschlugen 20 ). Diese verwaltetennun von hier aus unmittelbar selbst alle Rechte der Herzoge indem obern und niedern Amte (so hiess das Gaster) von Glarus;nur ausnahmsweise kommen noch einheimische Untervögte 21 )vor, deren Amt, wenn auch verschieden benannt, mit dem derfrühem Ammänner zusammenfiel. Natürlich musste die Erschei-nung eines fremden, ritterlichen Vogtes, der, von Kriegsleutenumgeben, von seiner Burg aus das Thal beherrschte, die früherals Gotteshausleute sehr milde behandelten Glarner gar zu sehran das Verhältniss fürstlicher Landsassen erinnern. Ihre Unzu-friedenheit stieg, als sie sich 1330 durch glänzende Verspre-chungen hatten bewegen lassen, für Herzog Otto gegen denKaiser in’s Eisass zu ziehen, der verheissene Sold aber gänzlichausblieb 22 ), wahrscheinlich weil Oesterreich nachher behauptete,sie seien auch zu diesem Zuzuge verpflichtet gewesen. Dieselbewurde aufs Aeusserste gespannt, als 1337 eine Feuersbrunst,
19 ) Auf den Grafen Friedrich von Toggenburg folgte als „Pflegerzu Kyburg vnd zu Glarus“ Eberhard von Eppenstein. Urk. v. 1327über die Gerichte zu Kaltbrunnen in der T. U. S., vgl. Stumpf a. a. O. —20 ) Tschudi I. 314 . In seinem Wappenbuche giebt er folgende Reiheösterreichischer Vögte zu Glarus an: „1329 und 1330 Hermann vonLandenberg (vgl. Urk. v. 1330 bei Ambr. Eichhorn No. 100 ), 1331 Ulrichvon Wissenkilch (Urk. erwähnt bei Iiopp S. 135 ), 1332 und 1333 wiederHermann von Landenberg, 1334 und 1335 Hermann von Landenberg,des vorgenannten Vetter, Vogt im Ergöb und zu Glarus (Urk. v. 1335bei Eichhorn No. 102 ), 1339 Hanns von Hallwyl.“ Ausserdem wissenwir, dass im Jahr 1344 (Urk. in der T. U. S., Anhang No. VII) Lud-wig von Stadion, 1351 und 1352 sein Sohn Walther von Stadion Vogtzu Glarus war (vergl. Tschudi I. 404 ). In’s Jahr 1342 setzt Stumpfeinen Ritter Ludwig von Rottenstein. — 21 ) Albrecht Wichsler, Unter-vogt zu Glarus und Wesen, in der Urk. v. 1347 in der T. U. S. —J2 ) Tschudi I. 315 . Kopp S. 144 zweifelt zwar an der Wahrheit dieserErzählung; wir halten uns aber, wo wir nicht die Unrichtigkeit be-weisen können, an die Berichte unsers gründlichen Geschichtschrei-bers, der zwar wohl oft die Verhältnisse einseitig auffasste, aber ge-wiss nie absichtlich erdichtete.