66 Das Thal Glarus unter Seckingen u. Oeslr.
wieder die österreichische Herrschaft über sich anerkannte, dawir in diesem Jahre wieder einen, wahrscheinlich ausländischenUntervogt finden 28 ). Seine Einkünfte zu Glarus bezog Oesterreichwohl ohne Unterbrechung. Wir finden im Jahr 1354 einen Theilderselben den Grafen von Ilabsburg-Rapperschwyl verpfändet 20 ),doch dürften diess wohl eher Einkünfte des nie dem Amteszu Glarus, d. h. des Gasters gewesen sein 50 ).
Seit der Vertreibung Walthers von Stadion und dem Bundemit den Eidgenossen wagte es indessen Oesterreich nie mehr,einen ritterlichen Vogt auf eine glarnerische Burg zu schicken.Vielmehr sind es in der spätem Zeit immer bloss (einheimischeoder fremde) Untervögte 51 ), welche dem Gerichte zu Glarus Vor-stehern Neben diesen kommen zwar auch österreichische Vögteüber Glarus vor; wir wissen aber von allen, dass sie nicht imThale wohnten. Es sind diess, ausser dem über alle vorder-österreichischen Besitzungen gesetzten Landvogte Albrecht vonBuchheim M ), im Jahr 1360 der Ritter Gottfried Müllner vonZürich, der Herzoge Burgvogt zu ltapperschwyl vor und nachseiner Ernennung zum Vogte zu Glarus 55 ), und im Jahr 1367Eglof von Ems 54 ), Pfandherr der, nachher von den Eidgenossen
28 ) Ulrich der Gielt in einer Urk. v. 17. Juni in der T. U. S. (An-hang No. VIII). Sein Geschlecht kömmt sonst in Glarus nie vor. —M ) Urk. bei Hergott No. 808. — 30 ) Vergi. Urk. v. 1323 ebenda No. 745(s. oben N. 18), wo dem Grafen Johann eingesetzt wird: ,,das amptnider halbe Windecke.“ — 31 ) Als solche kommen — ausser dem N. 28genannten — vor: 1363 Albrecht Beigier (Aeg. Tschudi’s Wappenbuch),1370 Bilgeri Kilchmalter (Urk. in der T. U. S. Anhang No. X), 1383Burkhard Weiss ( Tschudi I. 508). — 32 ) Urk. v. 1356 bei Tschudi I. 442. —So nennt sich auch in einer Urk. v. 1350 (bei Schreiber, Urkundenbuchder Stadt Freiburg im Breisgau No. 206) Johann der Schutlheiss vonWaldshut: „houbtman vnd phleger — ze Ergöw, ze Thurgöw, zeClarus vnd vf d’Schwarzwald.“ — 33 ) Urk. v. 1359 und 1360 bei Tschudi-I. 451, 452. Ganz ohne Grund berichten die Chronikschreiber J. II. Tschudiund Trümpi, dass er schon 1352 den Glarnern von den Eidgenossenals Pfleger oder Ammann geschickt worden sei. — 3i ) Tschudi I. 466,vergi. S. 535. — Nach dem Archiv-Repertorium zu Innsbruck (Urk. v.1370) war ihm von den Herzogen das „Niederambt zu Wesen undGlarus “ verpfändet.