Citate, welche sich darin auf die entsprechenden Stellen und Lehren andererunangezweifelten Schriften des Stagiriten, wie derer von denTheilenund von derZeugung undEntwickelung der Thiere, vorfinden.Wir begegnen nämlich in der Thierkunde einer namhaften Anzahl vonStellen, in welchen die in den genannten Schriften entwickelten Ansichtenund Lehren und mitgetheilten Beobachtungen zum Theil in denselben Aus-drücken , ja bisweilen mit denselben Worten niedergelegt sind: aber siezeigen sich am gehörigen Orte, im richtigen Zusammenhänge und mansieht in ihnen denselben Autor, der in seiner einfachen kurzen und be-stimmten Schreibart dieselbe Sache mit denselben Worten, bisweilen auchmit den aus dem Zwecke erkennbaren Veränderungen berichtet. Es drängtsich kein Verdacht auf, dass eine fremde Feder von hier oder von dortetwas entlehnt habe. Andererseits aber kann es bei aufmerksamer Lesungder Thierkunde Niemandem entgehen, dass sich in dieser viele bald kür-zere bald längere Abschnitte vorfinden, welche den Grundsätzen seinerNatnrbetrachtung widersprechen, von der ihm eigenthümliclien Darstel-lungsweise dieser Objecte und seiner Terminologie, endlich auch vondem formellen und grammatischen Charakter seines Stils abweichen.
Der letzte Punkt, dessen so eben gedacht wurde, ist ein äusserstschwieriger. Von der grammatischen Seite sind die Schriften des Aristo-teles verhältnissmässig am wenigsten angesehen worden : diese Betrach-tungsweise war für die Philologen wenig anziehend und es ist nicht zuverwundern, dass sie gegen den Inhalt in den Hintergrund getreten ist.Dennoch scheint so viel unzweifelhaft, dass die Graecität des Aristotelesnoch der klassischen Periode angehört, und dass auch bei ihm die klassi-sche Syntax für die Kritik des Textes massgebend ist. Man wird nur nichtvergessen dürfen, dass die nur auf die Sache gerichtete Darstellung unddas Streben nach Kürze bei Verschmähung alles rednerischen Schmuckes,oft eine nicht abzuläugnende Härte, ja auch Schwerfälligkeit und Dunkel-heit des Ausdrucks erzeugen mussten. Wie Vieles davon dem Aristotelesselbst zur Last fällt, wie Vieles auf Rechnung der Abschreiber zu setzen ist,lässt sich kaum sondern. Von Letzterem werden wir bald nachher sprechen.
Aber in einer grossen Anzahl von Stellen und Abschnitten diesesWerkes zeigen sich so grosse Abweichungen von dem bei aller Einfach-heit doch sehr typischen und charakteristischen Stile des Aristoteles,dass man ihn darin nicht wiedererkennen kann. In der Art der Dar-stellung und Beschreibung der Objecte, in der Betrachtungsweise selt-samer und auffallender Erscheinungen, in der Begründung und Erläu-terung derselben, wie auch in der Anordnung und Behandlung desStoffes begegnet man so vielem Auffallenden und Fremdartigen, dassder Verdacht nicht abzuwehren ist, dass der ursprüngliche Text unseresAutors vielfältig verfälscht und durch absichtliche oder zufällige Aende-rungen, Zusätze und Unterschiebungen entstellt worden sei. Wenn man