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bekannten Handschriften hervorgegangen ist. Diese ihre Bedeutung ver-ringert sich aber wesentlich, wenn man ihre Beschaffenheit näher insAuge fasst. Zunächst ergiebt sich nämlich, dass sie im Ganzen sich andenjenigen Text anlehnt, welchen wir oben als »vulgata« bezeichnethaben. Ausserdem aber ist es nicht zu bezweifeln, dass Gaza Vieles auseigner Kenntniss der Sache und Einsicht in den Zusammenhang verbes-sert, Härten und Widersprüche vertuscht und durch geschickte Wen-dungen und Umschreibungen ausgeglichen hat, obwohl ihn der ihm vonSchneider gemachte Vorwurf, dem Plinius zu Liebe den Text verfälschtzu haben, vielleicht nur an sehr wenigen Stellen von einem gerechtenRichter treffen wird. Wo nun Gaza — und diese Fälle sind nicht selten— abweichend von allen oder den meisten Handschriften das Richtigegiebt, bleibt es wenigstens ungewiss, ob er dieses selbst gefunden oderob er es in seiner Handschrift gelesen hat: und dies verringert den Werthseiner Uebertragung als einer Grundlage für die Kritik des Textes. ImUebrigen aber ist diese Uebertragung von hohem Werthe und als solche,wenn man seine Mittel erwägt, überragt sie alle, auch die neuesten Lei-stungen auf diesem Gebiete. Was Ang. Polifianus Miscell. c. 90 sagt(vgl. Camus I. p. XXIII. not. 2), dass Th. Gaza auf den Fusstapfen desGeorgius von Trapezunt gestanden und ihm das Beste an seiner eigenen Ar-beit verdanke, darf mit Recht bezweifelt werden. Denn seine Befähigungzu solcher Arbeit hat Gaza nicht nur bei den anderen naturbistorischenSchriften des Aristoteles, sondern auch bei denen des Theophrast dar-gethan, bei welchen ihm eine solche Vorarbeit, so viel bekannt ist,nicht zu statten kam. Wäre aber wirklich die Uebersetzung Gaza’s nureine Copie oder eine Ueberarbeitung der des Georgius Tr. gewesen, sowürde uns Pikkolos, welcher die letztere zum erstenmale verglichen hat,davon gewiss Kenntniss gegeben haben, aber sein Zeugniss lautet ganzanders, cf. 3.
3. Camus verglich eine Pariser Handschrift auf Pergament Nr. 6788,in 4°, 261 Blätter, welche eine lateinische Uebersetzung unserer Schrift,der vier Bücher von den Theilen und den fünf Büchern von der Er-zeugung der Thiere von Michael Scotus enthält und aus dem Arabischengemacht ist. Sie beginnt mit den Worten: »Quaedam partes corporisanimalium dicuntur non compositae«, und schliesst: »accidunt non exnecessitate sed propter aliquid, scilicet propter causam finalem etpropter causam moventem. Completus est über Aristotelis de alibus.«Die Uebersetzung enthält 19 Bücher in folgender Anordnung: 1 ist dieerste Hälfte des 1. Buches der Hist. anim. unserer Texte, 2 die zweiteHälfte des ersten, 3 das zweite, 4 das dritte, 5 das vierte, 6 das fünfte,7 das sechste, 8 das achte und neunte, 9 das siebente, 10 das zehnte,11 —14 die vier Bücher de partibus und 15—19 die fünf Bücher de ge-neratione.