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trug, jedoch nur in langsamer und allmäliger Stufenfolge, vor Allemdie Literatur bei, und zwar eine von der Freimaurerei durchaus un-abhängige, wenn auch von einzelnen Maurern bediente Literatur.
Diese Literatur der Aufklärung begann lange vor der Stiftungdes Freimaurerbundes, in der Mitte des siebcnzehnten Jahrhunderts,und zwar in England zur Zeit der dortigen Revolution. Der großeMilton war einer ihrer ersten Vertreter, und Addison nebst seinenGenossen brachten sie durch ihre die Verirrungen der Zeit geißelndenZeitschriften zur Einwirkung auf die politischen und socialen Zu-stände, während Swift die literarische Polemik gegen religiöse Krebs-schäden in's Leben rief. Von da an verbreitete sich die aufklärendeLiteratur auch über Deutschland und Frankreich, dort in bedäch-tigerer, hier in kühnerer Weise. Ein Beaumarchais, Voltaire-Diderot, d'Alembert, Rousseau und so viele Andere (von denenblos Voltaire, und zwar erst im Alter von achtzig Jahren, Freimaurerwurde, nachdem er den Bund vorher sogar lächerlich gemacht; vonRousseau ist die Aufnahme nicht ganz sicher) liehen dem allgemeinenGefühle, daß die mittelalterlich-feudalen Zustände nicht länger dauernkönnen, daß Censur, Leibeigenschaft, Folter, Hexenprozesse, Inquisition,Adelsherrschaft und Mätressenwirtschaft nicht mehr länger das Volkunterdrücken und aussaugen dürfen, ihre begeisterten und beredten Worte,deren Refrain Voltaires oft angeführtes und selten verstandenes Kraft-wort war: üerasons 1'iiMms (laßt uns das Schändliche, d. h. den Aber-glauben und die Knechtschaft, zermalmen!).
In Deutschland hatte diese literarische Richtung den Vortheil,der ihr in Frankreich mangelte, nämlich denjenigen der Protektion durchfürstliche Personen. Wandte auch der eigentliche Schöpfer Preußens,Friedrich der Große, in der antinationalen Richtung der Zeit seinerJugend befangen, sein Interesse blos der französischen Literatur zu,während er gegen die Sprache seines Vaterlandes spröd und gegendessen literarische Bestrebungen blind blieb, so gab doch seine weitherzigeGlaubensbefreiung (der Ausdruck „Toleranz" wäre für seinen Standpunktzu eng!) der deutschen Aufklärung einen bedeutenden Anstoß, jedochkeineswegs im Namen des Freimaurerbundes, in den er zwar vor demAntritte seiner Regierung aufgenommen war, um den er sich jedoch,abgeschreckt von den Verirrungen desselben, niemals wieder bekümmerthatte. Die nämliche Haltung beobachtete der große Schöpfer der neuerndeutschen freisinnigen Literatur, Gotthold Efraim Lessing, (erst 1771,