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Das Buch der Mysterien : Leben und Treiben der geheimen Gesellschaften aller Zeiten und Völker / von Otto Henne-Am Rhyn
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des 16. Jahrhunderts ist, daß Melanchthon die Erwähnung des Papstesals Oberhauptes der Geistlichkeit nie unterschrieben hätte, wie er auchsein Leben lang nie in Danzig war, als dessen Vertreter er doch er-scheint, und zur Zeit der Abfassung der Urkunde nicht in Köln seinkonnte, und zum Ueberfluß auch seine Unterschrift als nachgemacht er-wiesen ist, daß die Urkunde ferner kein Siegel hat, und die Datirungnach Tag und Monat im sechszehnten Jahrhundert noch nicht gebräuch-lich war, sondern jene nach dem Heiligen des Tages, daß ferner vieleder unterzeichneten Namen sich mit der Eigenschaft von Vertretern derbetreffenden Logen nicht vereinigen lassen, die Zusammenkunft am Tagenach der Eroberung Münsters (s. oben S. 181) höchst unwahrscheinlichist, und es sich endlich damals noch gar nicht darum handeln konnte,die verachteten Juden aufzunehmen oder nicht.

Ebenso unächt wie die Urkunde ist aber auch das ihr beigelegteProtokoll einer Loge in Haag aus dem 17. Jahrhundert, da eine solcheniemals existirt hat.

Wer hat nun aber diese Kölner Urkunde und ihre Beilagefabrizirt?

Wenn wir die Ueberschrift derselben betrachten, welche aus denBuchstaben U. v. U. 0. <Ack majoroin Ooi Atoriam omaia) be-steht und also den Wahlspruch der Jesuiten enthält, wenn wir beachten,daß sie von 1335, also um die Zeit der Gründung des Jesuitenordens,datirt und 1816, also bald nach dessen Wiederherstellung, aufgefundenist, wenn wir ferner berücksichtigen, daß die Jesuiten durch ihre Auf-hebung ihres Einflusses auf die Maurerei beraubt wurden und solchennach ihrer Wiederherstellung wohl gerne wieder erringen mochten, daßdie Ausdrücke: littsreo (katholischer, d. h. anwahre Christen"

gerichteter Brief), wie die Urkunde im Texte selbst genannt wird, so-wie: oonFrogati (die Versammelten), institatam (Anstalt), voaolavs(für Loge), aovltü (Kandidaten), xrrsxositim (Vorgesetzter) offenbarjesuitische sind, wie auch die Erwähnung des Papstes, jene der Refor-mation als eines Aufruhrs gegen denselben, die Erdichtung einesPatri-archen" des Bundes, welchem genau dieselben Verrichtungen übertra-gen sind, wie dem Jesuitengeneral, und andere Umstände auf einejesuitische Urheberschaft hinweisen, so kann über die Verfasser derUrkunde kaum mehr ein Zweifel obwalten. In Bezug auf den Ortder Auffindung mag auch nicht gleichgültig sein, daß der nächste Je-

uitengeneral, U. Roothan, ein Holländer war und seitdem in Hol-