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sches; daher gefallen Fabeln auch so sehr der Jugend, die natürlichnicht weiß, daß ihre Entstehung im orientalischen Despotismus zusuchen ist, vor dem sich Wahrheit nicht nackend, nur unter Allegorienund Thiergcstalten zeigen durste. Wir finden die Fabeln schon imalten Testamente, wie Rathaus Fabel von den Bäumen, die sich einenKönig wählen, vorn geraubten Schäfchen w., und eines unserer ältestengedruckten Bücher aus der Zeit der Minnesänger sind Brouners Fa-beln... die Thiere sprechen, und in den meisten Fällen verderbt thie-rische Gesellschaft den Menschen weniger, als menschliche. Es gibtweit mehr Fabeln, als man weiß; die ernstesten Bücher sind vollFabeln, Handlungen und Reden, und der ist der beste Fablcr, derseine Fabeln am besten zu kleiden versteht in das schone Gewand derWahrheit. Mencnins Agrippa brachte den römischen, nach dcni hei-ligen Berg gezogenen, aufrührerischen Plebs durch seine bekannte Fabelvorn Magen und den Gliedern wieder zur Ruhe; in Frankreich wärees nicht angegangen; ob es aber nicht in dem gläubigen Deutschlandanginge?

Lafontaine hieß nur lo bonüommo, wie Heinrich IV. ls l>o» rot,'und konnte trotz Allem mit mehr Recht, als Ovidius von sich sagen:Vita vereouiiäa ost, Llusa jooosa mibi. ^ Er erklärt auch in seinerVorrede, daß, da die Alten ernster zu Werke gegangen und er Phä-drus an Kürze und Eleganz nicht zu erreichen vermöge, so hätte ergeglaubt, lustiger sein zu müssen (ägaver I'ouviage). ° Einst war dieRede vom heiligen Angnstin. „War er ein größeres Genie, als meinRabelais?" fragte der bonlwnmis, der die Briefe des Apostels Pau-lus zurückgab: 60 ?aul n'ost pas man Iiommo! < und einen Drago-nerhauptmann forderte, weil man ihm sagte, die Ehre erfordere, sichzu schlagen. Lafontaine, der zwar an seinem Geburtsort ChatcauThicrrh kein Denkmal hat, aber zu Paris in le Noirs herrlicherSammlung, lebte über zwanzig Jahre im Hause der Madame laSabliöre (Ludwig der Große kannte und pcusionirte nur Corneille,Racine, Boilean rc., aber nie die Natur); nach ihrem Tode begegneteihm seine Freundin, Madame d'Herconrt: „Ziehen Sie zu mir;" —z'x a>Iais,° sagte der alte Fablcr ohne Sorge, zog ein, und starbbald darauf in Bußübungcn und Cilicicn. ° Der Beichtvater hatteihm wegen seiner Lontoo, die allerdings mehr als naiv sind, während

l Der gute Mann. — Der gute Kcnig. — 2 Mir ist das Leben gar streng, munler dieMuse mir nur. — s ^ein Werk angenebmer machen. — r Paulus ist nicht mein Mann. —b Ich war aus dem Wege. — « Härene Hemden, ein Miiicl zur Seldstbuhe.