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GEOLOGIE VON MITTEL-BUNDTEN.
GRUPPE DER MADRISGERIRGE.
Die Stellung dieser Gruppe, auf der Kreutzung der langen Meridian-thäler der Adulamasse mit den grossen Parallelthälern des Rheinwaldsund Bergells, hat auch die orographische Structur derselben bestimmt.Noch immer äussert sich, in ihren innern Thälern, Lei, Maciris„ Bre-galgaj, und in den sie einschliessenden Ketten, der westliche Charakterder Meridianrichtung; er Avird aber beherrscht durch die Hebung in derRichtung der Alpenkette, die ein gewaltsameres Einreissen der Ober-fläche des Bgdens, ein höheres Aufwerfen der Massen zur Folge hatte.
Durch die Einwirkung der Berninamasse ist die Gruppe, besondersin ihrem mittäglichen Theile, stark erhöht worden. Ihr Hauptstammist die nördliche Grenzkette des Bergells. Hiedurch wurde der Quell-bezirk , der in allen westlichen Nachbarthälern, Misocco, Calanca ,Blegno u. s. w., nördlich an der Gotthardtmasse liegt , für die AverserThäler nach Süden verworfen, und der Lauf der Gewässer ein entgegen-gesetzter. Als ein mächtiger Gebirgswall, mit schroffem südlichemAbhange, so, dass nur Soglio , Savogno und einige Alpen, auf schmalenStufen, Raum gefunden haben, in der Höhe meist mit ewigem Schneebedeckt, und mehrere Gletscher gegen die nördlichen Thäler absenkend,erstreckt sich diese Wasserscheide vom Septimer bis nach Chiavenna.Nirgends, von ihrem östlichen Anfang bis an die Yal S. Giacomo, istdieselbe unter 8000 F. eingeschnitten, und alle Pässe übersteigen denhöchsten Rücken. —- Oberhalb Gasaccia greift das Weidethal Marozzo,wie eine unvollkommene Fortsetzung der Malojafläche, tief in dieseMasse ein, und deutet auf ein Streben, die grosse Breite derselben,durch Bildung von Parallelthälern, zu zerspalten. Zwis^ 611 Marozzound dem Hauptthal steigt der massige Piz Doan bis zu den grösstenHöhen dieser Kette empor. Dann vereinigt sich wieder das Gebirge zueinem breiten Rücken, auf den, aus dem Hintergrund von Marozzo undvon Soglio aus, Alpwege steigen, die, in der Höhe, sichtheilen, und,