III. Physikalisches.
Strömungsverhältnisse.
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auslaufenden Ostseestroms von dem Nordseestrom durchflossen. InBetreff der Mächtigkeit dieser beiden einander in ihrer Richtungentgegengesetzten Strömungen des Grossen Beltes haben die am17. Juni 1871 von der Pommerania - Expedition x ) zwischen Korsörund der Insel Sprogö angestellten Strombeobachtungen ergeben,dass auf eine ca. 17 m mächtige Zone ausfliessenden Ostseewasserseine ca. 3 m tiefe indifferente Zone folgte, in welcher die Strom-messapparate keinerlei Bewegung zeigten, während die unterhalbvon 20 m Tiefe befindliche, noch ca. 27 m mächtige Wassermassesich nach Süden fortbewegte.
In dem Kleinen Belte ist gleich dem Sunde und dem GrossenBelte wenigstens an seinem Eingänge die einfliessende Nordseeströ-mung unterhalb der ausfliessenden Ostseeströmung nachgewiesenworden. In Betreff der Strömungsverhältnisse innerhalb der imKleinen Belte befindlichen westlichen physiologischen Zugangstiefeder Ostsee scheinen dagegen hinreichende Beobachtungen zur Zeitnoch zu fehlen. Ist im Kleinen Belte der ausfliessende Ostseestromebenso tief, wie im Grossen Belte, so kann hier keine untere ein-fliessende Strömung oberhalb des Barren-Niveaus vorhanden sein,da wie eben erwähnt wurde, im Grossen Belte die einfliessendeStrömung erst unterhalb einer Tiefe von 20 m beginnt und (vgl.den ersten Abschnitt dieser Arbeit) keine Rinne von mehr als 20 mTiefe in die betreffende Barre des Kleinen Beltes einschneidet. An-scheinend ist jedoch, wie schon gesagt, der Ostseestrom des KleinenBeltes unbedeutender, als derjenige des Grossen Beltes und in Folgedessen ist es nicht unmöglich, dass trotz der geringen Tiefe dereinfliessende Nordseestrom die Barre des Kleinen Beltes über-schreitet. Die Zugangstiefe des Kleinen Beltes würde in diesemFalle also kein Analogon zu der des Sundes abgeben. Allein selbstim günstigsten Falle kann der Nordseestrom hier nur eine geringeMächtigkeit haben und an Bedeutung sich nie mit dem des GrossenBeltes messen.
Das in die westliche Ostsee eingedrungene Wasser des Nord-seestroms breitet sich nun weiter aus und zwar dienen ihm zunächstdie mehr als 20 m tiefen Rinnen und Einsenkungen der westlichenOstsee als Bett bei seiner ferneren Fortbewegung 2 ). Der Grund,
’) Physikalisch -chemische Unters. § 9 (Jahresber. der Unters.-Kommission, I.S. 39-)
*) Jahresber. der Unters.-Kommission, I. S. 40 .