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III. Physikalisches.
Procentischer Salzgehalt.
Oberflächenwasser und trägt dabei den oben erwähnten lokalenBeeinflussungen genügend Rechnung, so findet man eine unverkenn-bare allmählige Abnahme des Salzgehalts auf dem Wege von derNordsee zur Ostsee und innerhalb der letzteren in der Richtungvon Westen nach Osten und Norden. In Folgendem soll der Gangdieser Abnahme näher dargelegt werden.
Der Salzgehalt des Oberflächenwassers der südlichen Nordsee beträgt, wenn man Helgoland als deren Repräsentanten annimmt,was in der That aus hier nicht näher auseinanderzusetzendenGründen erlaubt ist, 3,275 Procent. Dieser Salzgehalt ist also nichtganz der normale des Oberflächenwassers der offenen Oceane, aberentfernt sich immerhin nicht allzu beträchtlich von demselben. DerSalzgehalt des Oberflächenwassers der nördlichen Nordsee ist freilichgrösser, und beträgt hier das von der Pommerania-Expedition unter58° N. Br. und i° 20' W. L. Greenw. also in NE von Peterhead ge-fundene Maximum 3,54 °/o, aber der Salzgehalt des offenen Oceanswird auch hier nicht völlig erreicht.
Da die Ostseeströmung, wie früher ausgeführt ist, sich weitnordwärts an Norwegens Westküste nachweisen lässt, so findet manhier bereits einen geringeren Salzgehalt als bei Helgoland . Eszeigen nämlich an der Aussenkiiste Norwegens in der Richtung von
Norden nach Süden 1 ):
Korsfjord, Gläsvär vor Anker . . ' 3,2 5 °/o
SE von Hougesund.3 > IO >>
zwischen Karnö und Buken .... 2,82 ,,
Leuchtthurm von Hvidingsö .... 2,70 ,,
2 l /t Meilen westl. von Lindesnäs . , 2,40,,
vor der Einfahrt bei Mandal . . . 2,32 ,,
2 Meilen siidl. von Christiansand . . 2,21 ,,
Dass übrigens an dieser Küstenstrecke viele lokale Einflüsse inBezug auf die Grösse des Salzgehalts sich geltend machen, beweistam besten das Beispiel Bergens. In dem durch den Skärengürtelbesonders gut vom offenen Meere geschiedenen Berger Hafen fanddie Pommerania-Expedition*) nämlich nur 1,86 — 2,12 Procent, einüberraschend geringer Werth, zumal bei der nördlichen LageBergens, wo doch die Intensität der letzten Ausläufer des Ostsee-stroms bereits eine sehr geringe ist.
*) Meyer, a. a. O. S. 26, 24, 22.2 ) Meyer, a. a. O. S. 24, 26.