Casannaschiefer.
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finden (Taf. XIII). Die Casannaschiefer entsprechen also dem unteren Carbonund dem'noch tieferen Paläozoikum. Oberes Carbon mit Anthracit läßtsich hier noch petrographisch als Fazies vom Casannaschiefer trennen. Roothaanfaßt unser Nichtwissen über die Casannaschiefer trefflich in folgende Worte: „DieCasannaschiefer! Haben wir in ihnen die zur Unkenntlichkeit entstellte Gesamtserieder anderswo so reich entwickelten paläozoischen Sedimente zu sehen, nur dieliegendsten Teile der im übrigen vortriasischen Serie, oder nur das Dach der imübrigen in einer gewaltigen hercynischen granitaplitischen Intrusion eingeschmolzenen ?War die ganze Reihe nie vorhanden?“
Die Casannaschiefer sind Tonschiefer, Tonglimmerschiefer, Phyllite,psammitische und psephitische Quarzite, oft laminiert und stark metamorph. In derSt. Bernhards-D. herrschen die gewöhnlichsten Typen der Casannaschiefer vor, dieSerizitschiefer, Serizitquarzite und Serizitgneise. Untergeordnet, aber sehr häufig,stellen sich Abänderungen ein, in welchen sich weitere Mineralien ausgebildet haben:Biotit, Chlorit, Talk, Hornblende, Epidot, Granat, Zoisit, Feldspat, besonders Albit.Einerseits gehen die Gesteine über in mannigfaltige Glimmerschiefer und Serizit-gneise, anderseits sehen sie noch wie feine schwarze Tonglanzschiefer des Carbonaus. Hornblendeschiefer begleiten in der Regel die Granatglimmerschiefer als kon-tinuierliche Bänke (Berisalgneisgebiet). Chloritoid und .blaue Hornblende(Glaukophan) führende Gesteine, sowie hochmet. Prasinite finden sich nur inden innersten Teilen des St. Bernhard-M. Duparc und Ri tt e r (Arch. sc. phys. etnat. 1896 und C. R. Ac. Mai 1901), Grubenmann (Festschr. Rosenbusch 1906),Woyno (N. Jahrb. f. Min., Geol., Pal. 1911) und besonders Argand haben Glau-kophangesteine an vielen Stellen durch Bagnes -Tal, über Petit Combin und GrandSt. Bernhard, Stella im Aostatal gefunden und beschrieben.
Aus diesen Gebieten der kuppelförmigen Aufwölbung der St. Bernhards-D., wie aus dereninnerstem Kern, beschreibt Argand dunkelblaue Glaukophangesteine mit roten Granaten, undGlaukophan-Epidot-Prasinite. Im Gebiete Grand Combin —Mt. Velan sind Einlagerungen von chlo-ritischen Prasiniten mit großen Porphyrobiasten von Albit und reich an Magnetit innerhalb derCasannaschiefer sehr verbreitet, wie überhaupt Prasinite, denjenigen des Mesozoikums oft sehr ähnlich,vielleicht gleicher Entstehung (?) in den alten (paläozoischen oder noch älteren) kristallinen Schiefernder pcnninischen Decken nicht selten sind. Nur an wenigen Stellen (S Fionnay im Val de Bagnes)finden sich auch Talkschiefer im Komplex der Casannaschiefer.
Woyno fand im Val de Bagnes als Hauptmineralien der Casannaschiefer: Glaukophan, Epi-dot, Chlorit, Serizit, Albit, Quarz, Calcit; akzessorisch: Titanit, Rutil, Leukoxen, Magnetit, Pyrit;lokal: Sismondin, Turmalin, Apatit, Granat, Fuchsit, Crossit, Orthit. Chemische Eigentümlichkeitens md : viel Titan, viel Natrium, viel Oxyde zweiwertiger Metalle. Die Serizitphyllite fallen aus derGruppe heraus durch Armut an Na, Orthoklas und Mikroklingehalt. Er unterscheidet wenigstenszwölf Gesteinstypen in geologisch nicht kartierbarem Wechsel und bestätigt schließlich die Auf-fassung von Grubenmann, wonach die Prasinite und Epidot-Glaukophangesteine des Casanna-komplexes Derivate von theralitischen Tuffiten, z. T. mit ursprünglich sedimentärem Material gemischt,
darstellen.
Die Gesamtmächtigkeit der Casannaschiefer beträgt nahe der umgelegten Stirn^ er St. Bernhards-D. und in ihrer Milteiregion 8— IO km, in einfacher Form wohln °ch über 5 km.
Im E des Simplongebietes, in den Tessiner - und Adula-D. ist echter Casanna-schiefer nicht mehr sicher zu finden. Vielleicht ist er zur Unkenntlichkeit weiter