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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.
von 130 m Länge und 4 m Stärke. Die Gruben sind zerfallen. Im V. Tisch liegen die altenGruben über 2400 m hoch. Dort ist der Arlbergkalk im verkehrten Mittelschenkel der Silvretta -D.mit Hämatit in dünnen dichten Adern durchsetzt. Das Erz enthielt 60—68°fo Fe und o,5°/o Mn.Die ersten Spuren der Ausbeute stammen dort aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Totalausbeutebis zur Aufgabe wird auf 1700 m 3 Erz — 300 t Fe geschätzt.
Auch im mesozoischen Sedimentgebirge wurde Eisen ausgebeutet. Bei Alp Buffalora amOfenpaß lag eine Limonittasche von ca. 300 m 3 im Hauptdolomit; sie ist heute erschöpft. Hämatitund Limonit-Imprägnationen durchsetzen den dortigen Verrucano. InCasanna bei Klosters findensich Gänge von Limonit mit Manganit im Hauptdolomit.
Recht auffallend und charakteristisch sind besonders I. die Imprägnationsvor-kommnisse von Pb-, Zn- mit Ag- und Cu-Mineralien in den Triasdolomiten derCampo- und Silvretta -D. und 2. die Mangan-Tiefmeerabsätze, die den Malmradiolaritbegleiten.
Zu den ersteren gehören die Vorkommnisse vom Landwassergebiet: Bleiberg Nob Schmittenenthält im Wettersteinkalk eine 5— 10 m mächtige Breccienschicht, imprägniert mit Bleiglanz, aus-gebeutet um 1830. Am Silberberg bei Schmelzboden S des Landwassers wurde eine unter-triasische Dolomitbank von ca. I m Mächtigkeit, durchsetzt mit silberhaltigem Bleiglanz und Zink-blende mit neun Querstollen angegriffen und bis 1848 betrieben. Nester gleicher Erze imTriasdolomit sind am Bärenbühl (V. Spadlatscha N Tinzenhorn) und in der Casanna SWKlosters (im Hauptdolomit) ausgebeutet worden. Bei Wiesen und bei Filisur treten Kupferfahl-erze hinzu. In der Umgebung von Scarl findet sich mehreren Ortes ein Labyrint zusammen-gestürzter Bergwerksstollen, die z. T. schon aus dem 14. Jahrhundert stammen. Die letzten Aus-beutungsversuche wurden 1855 gemacht. Es handelt sich hier um silberhaltige Zinkblende mitKieselzinkerz in Barytgängen im Wettersteindolomit. Ein analoges Vorkommen wurde in V. Plaunam Ofenpaß ausgebeutet.
Der Radiolarit des Malm wird fast immer von Manganerz wie von einem Fazieskameradenbegleitet, sei es, daß dasselbe nur in Anflügen die Kluftflächen des roten und grünen Kieselhorn-steines überzieht, sei es, daß es gehäuft in dünne Schichten damit wechsellagert. Nur im letzterenFalle hat man Ausbeute versucht. Dies trifft zu im Gebiete der Margna-D. im Oberhalbsteinund nur noch in geringerem Grade im Dach der Campo-D. (P. Lischanna). Das weitaus be-bedeutendste Vorkommnis ist Parsettens im V. d’Err 2200—2400m hoch gelegen. In einem150 m mächtigen Komplex von Radiolaritbornsteinschichten finden sich eine große Zahl von Mangan-erzschichten, syngenetisch zwischengelagert, die zusammengerechnet etwa 10 m(?) Mächtigkeit besitzen.An manchen Stellen enthält das Erz bis 6o°lo Mn. Falotta über Alpe digl Platz W P. d’Err istnur ein Bergsturzfund. Uigls NW P. Michel 1976 zeigt eine einzelne, ca. 10 cm mächtige, weithinden Radiolarit begleitende Schicht schwarzen Manganerzes. Das Erz ist vorherrschend Psilomelanund Pyrolusit, seltener tritt Manganspat, Rhodonit und Piemontit dazu.
Das Manganerz wurde erst 1880 als solches erkannt. 1890 wurden etwa 200 t gewonnen.Die Sturzstelle digl Platz war 1917 mit ca. 700 t Entnahme erschöpft. In Parsettens sind im Tage-bau 1917 ca. 50, 1918 sogar 105 Waggons gewonnen worden. Die Fundstelle kann noch einigeJahre aushalten, allein unter sich mehrenden Schwierigkeiten des Abbaues.
Auf P. Lischanna war technische Gewinnung des Manganerzes nicht möglich.
VIII. Zur Oberflächengestaltung der Graubündnerischen Ostalpen .
Eine durchgreifende morphologische Untersuchung und Behandlung des östlichen Graubündens ist noch nie versucht worden. Sie würde Bände füllen. Einzelne Beobachtungen finden sich zer-streut in vielen Darstellungen, die sich mit diesem Gebirge befassen; am eingehendsten hat Tar-nuzzer für das Unterengadin die Morphologie behandelt und dabei auch den früheren, vielfachsehr verworrenen Behauptungen ihren historischen Tribut bezahlt. Manches Interessante ist dort zufinden, auf das hier einzugehen viel zu weit führen würde. Wir müssen hier uns mit dem Hinweisauf wenige Gesichtspunkte begnügen.