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Band III. Die Schweizer Alpen. Zweite Hälfte.
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73 §

Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.

Gewiß ist es nicht verwunderlich, wenn auch noch innerhalb der Schichtserieein und derselben I). Schubflächen und Häufungen von Schuppen sich geltendmachen. So ist der Lias unter dem Lischannagipfel und dem P. S. Jon der unter-liegenden Trias mit Rutschfläche aufgesetzt (Taf. XXXV), Aufschiebungen innerhalb einernormalen Serie sind in einer solchen Bewegungszone recht gewöhnlich ebenso wieauch mehrfache Repetitionen von einzelnen Schichtgliedern übereinander. Die Deck-klippen selbst, sowie ihre Unterlage liefern dafür zahlreiche Beispiele.

Mit dem Silvrettakristallin beginnt die Überschiebung einerhöheren D., der Silvretta -D. über die Campo-D. Die untere hatam S-Rande des Engadin ihreStirn in die obere eingedrückt, diez w i s c h e n 1 i e g e n d e Ü b e r s ch i e b u n g s fl ä c h e dadurch gefaltet unddie obere D. auf etwa 40 km SWNE Länge um 2 - 3 km tief hinabund etwa ebenso breit gegen S unter das im Deckenbau sonsttiefere Stockwerk e i n g e w i c k e 1 1. D i e u n s v o r 1 i e g e n d e Ei n w i c klungdes Silvrettakristallins unter die Campo-D. Dolomitenstirngreift also trotz ihrer langen Erstreckung sehr wenig tief insFleisch des Gebirges.

Von einer durchgreifenden Kenntnis der Campo-Dn.-Tektonik sind wir nochziemlich weit entfernt.

IV. Das Gebirge um Bergün und Arosa .

(Taf. XXXIII und Fig. 227 bis 233.)

Lit. S. 684685.

Dem großartigen Beobachtungsdokumente, das uns G. Theobald in seiner geologischen Kartie-rung 1:100000 Blatt XV u. XX und zugehörigem Texte gegeben hatte, folgen erst nach langem Unter-bruch einige Versuche zum Verständnis des Gebirges durch G. Steinmann, Hoek, Zyndel,Trümpy und (Eclogae 1913) Spitz und Dyhrenfurth . Zyndel war es, der mit großemScharfblick für fazielle und tektonische Erscheinungen für die Bergünerberge, die Errgruppe unddas Arosergebirge die ersten durchgehenden Profile gegeben hat, die uns befreiten vom Irrtum derprinzipiellen autochthonen Wurzelständigkeit und die seither im einzelnen vielfach berichtigt, abernicht umgeworfen, im großen vollauf bestätigt worden sind. Die systematische neue Durchforschung,geleitet durch P. A rbenz, ausgeführt durch seine Schüler: J. C ad i s ch, W. Le u p o ld, 11 . Eu gs ter,K. Braucht i, E. Ott, Fr. Frey hat die Einsicht allseitig ergänzt und vertieft, von Irrtümern ge-reinigt und uns zum Verständnis geführt, unter Präzision der noch schwebenden Fragen. Die voll-ständigen Publikationen mit Karten sind in denBeiträgen eingeleitet und werden im Verlaufeder nächsten Jahre erscheinen. Wir halten uns im folgenden an dievorläufige Mitteilung, ge-geben in der Vierteljahrsschr. nat. G. Zürich 1919 und an persönliche Mitteilungen der Verfasser.

Die große alte Quertallinie SeptimerOberhalbsteinLenzerheideBodenseehat hier an ihrer Ostseite die ostalpinen Dn. alle mit Erosionsrand abgeschnittenund bis in ihre Unterlage entblößt. Taf. XXVII oberes und Taf. XXXV unteres Profilbenützen ausgiebig diesen natürlichen Anschnitt. Das axiale Ostfallen am Über-gang von den Westalpen nach den Ostalpen ist hier durchweg ausgesprochen. DieAufschiebungsfläche auf dem Penninikum verläuft ziemlich flach und unabhängig vonden aufliegenden Falten. Dagegen sind die darüberliegenden unter-, mittel- undoberostalpinen Dn. stark untereinander verfaltet. Die Komplikationen sind dadurchvermehrt, daß die Falten gegen W zusammenlaufen und ihre Streichrichtungen von