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Band III. Die Schweizer Alpen. Zweite Hälfte.
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Umgrenzung des Silvretta -M.

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VI. Das Silvretta -Massiv (Silvretta-Altkristallin).

Außer den schon S. 684 zitierten Publikationen von Theobald, U. Grubenmann, Spitzund Dy h ren furth , im besonderen:

1900 A. Gramann, Uber die Andalusitvorkommnisse im Flüela-Scaletta-Gebiete, Vierteljahrssschr.

n. G. Zürich.

1921 Frank Escher, Petrogr. Unters, in den Bergen zwischen Davos und P. Kesch. Dissertation.1921 R. Staub und J. Cadisch, Zur Tektonik des Unterengadiner -Fensters. Eclogae.

Als „Silvrettamassiv“ ist schon von S tu der, also längst vor der Er-kenntnis des Deckenbaues, das Gebirge bezeichnet worden, das jetzt sich als derkristalline Kern der oberostalpinen oder Silvretta -D. erwiesen hat (S. 692). DieÜberlagerung jüngerer Sedimente durch seine Ränder war in weiter Ausdehnungbekannt und ist von Theobald in Bl. X u. XV 1:100000 vortrefflich geologischkartiert worden. Man hielt die Erscheinung für dasselbe wie die Überlagerungder Sedimente des Chamounixtales, Urserentales oder am Urbachtal und Metten-berg durch die autochthonen Massive, denen gegenüber sie freilich als riesenhafterscheinen mußte. Die Steilstellung, stellenweise Fächerstellung im Inneren desMassives ließ den Gedanken an Wurzellosigkeit und Überschiebung des ganzenMassives nicht aufkommen.

Heute sind die Ränder des Silvretta-M. und seine Auflagerung über einerRutschfläche, deren unter- und überliegende Gesteinsmassen petrographisch undstratigraphisch verschieden sind, vielfach diskordant fallen, diskordant streichen undunharmonisch gefaltet sind, durchweg genauer festgestellt. Dagegen sind unsereKenntnisse über seine Gesteinszusammensetzung und seine innere Tektonik nochsehr unzusammenhängend.

Im ganzen findet sich auf Schweizerboden das Silvrettaaltkristallin S der LinieAlbula—Unterengadin nur als Deckenklippe im Münstertalgebiete (S. 727 u. 737). Erstmit dem Abbiegen der Campo (-Trias-) Stirn auf der Linie Fuorcla Pischa (N Albula)—Cinuschel—V. Laschadura—N-Rand der Unterengadiner-Dolomiten setzt es tieferhinab ein zu zusammenhängendem Dasein im gebliebenen Gebirgskörper.

Die Umgrenzung des Silvretta -M. ist folgende:

I. S-Rand: E Bergün Grubenkopf — Fuorcla Pischa—Sulsanna, dann gegen NE an der S-Seite des Inn S Zernetz, Stragliavitapaß, V. Sampuoir. Von hier geht die SE-Grenze der Haupt-masse des Silvrettakristallin nördlich um das darin vorhandene Loch, das Engadinerfenster herum.Nur ein schmaler Streifen ist an der S-Seite des Inn am Fuße der Engadiner -Dolomiten erhaltengeblieben, es ist der schon öfter genannte obere Gneiszug vonTarasp (S. 736/37)- Derselbeerstreckt sich als „falsche Mulde“ auf 25 km Länge gegen NE bis er S Nauders gegen S über den1‘. Lad, die Engadiner -Domoliten umhüllend, überklappt und damit in die „ Schl i n i gübers clu e-bung“, das ist die Ötztalermasse, übergeht. Im Griankopf und Vernungspitz 2935 greift dieselbeaus Tirol noch ins Schweizergebiet herüber. Mit ihr hingen die Deckklippen P. Cornet und imMünstergebiet zusammen. Sie ist die obere südliche Stufe der Silvrettaüberschiebung, welche hinter6er Einwicklung durch die Campo-D. geblieben ist. Der NW-Rand der Schlinigüberschiebung vonNauders rechtsseitig des Inn, SE Hoch Treiber bis gegen Prutz ist dann zugleich der SE-Rand desEngadinerfensters, das unfern Prutz sich gegen E schließt. Die Schlinig-Ötztaler-Überschiebungs-masse ist der SE-Teil der Silvrettamasse, von dieser nur getrennt durch die Erosionsbucht über derAufwölbung der Engadiner -Dolomiten und durch das Erosionsloch des Unterengadinerfenster. DerZusammenhang ist geblieben in breiter Masse nördlich um das Engadinerfenster herum und inSc hmalen Streifen südlich demselben entlang (oberer Schulser- oder Tarasper-Gneiszug).