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Band III. Die Schweizer Alpen. Zweite Hälfte.
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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.

alpine Gebiet. In der Klippen-1). zeigen sich in der Trias vom N gegen den S-Rand zunehmend südlichere und südöstlichere Charaktere. Diese Gesamtheit vonTatsachen würde für sich schon genügend beweisen, daß die romanischen Dn. ausS kommen. Es gibt aber noch mehr Beweise. Im Rhätikon und in Mittelbündenfindet sich das genaue Äquivalent der Klippen-D. Diese besitzt dort als kristallinenKern ein Stück der unterostalpinen Decken, deren Wurzelregion bekannt ist. DieS-Abstammung der Prealpes ist durch diese Zusammenhänge festgestellt.

Jn der Bestimmung der Zone im S, aus welcher sie stammen, treffen wir noch verschiedeneAuffassungen. H. Schardt sah vor 2530 Jahren die Zone des Briangonnais ohne nähere Prä-zision als die Wurzelzone der Prealpes an. W. Kilian knüpft die Klippen-D. hauptsächlich wegender Analogie des dortigen nerithischen Bathonicn mit dem Mytilusdogger an das Briangonnais an.Allein die Briangonnaiszone geht über in den N-Rand der St. Bernhards-D., welche die Wurzel derNiesen-D. bildet. In Graubünden geht die Klippen-D. in eine höhere Decke über als die St. Bern-hardsAdula-D. Ks ist unmöglich, die Prealpes an zwei verschiedene kristalline Deckenkerne an-zuknüpfen. Sie müssen von höheren Decken als von der penninischen D. IV abgeleitet werden können.D. V kann wegen ihrer Tauchform, über welche D. IV sich rückfaltet, nicht in Betracht kommen.Es kann also nur noch die Dent Blanche-D. VI oder eine noch höhere weiter S wurzelnde zur Ab-leitung der romanischen Decken in Betracht fallen. Wurzelzone der Dent Blanche-D. ist die Sesia-zone. S daneben liegt die schmale Zone des Canavese und dann die Ivreazone. Erst suchte Lugeondie Wurzel der Klippen- und Breccien-D. in der Ivreazone. Jetzt nimmt er an, daß D. VI die Breccien-D.geliefert habe, während Klippen- und Simmen-D. aus der Canavesezone gekommen seien.

E. Argand bestimmte 1910 die Canavesezone als Wurzel der Simmen-D. und betonte, daßnoch andere Decken von hier ausgegangen sein könnten, indem diese Zone aus vielen enorm zu-sammengedrängten, annähernd vertikal gestellten Falten gebildet wird. Nach Beobachtungen vonR. Staub in Graubünden und Tessin ist eher die Ivreazone oder die Übergangsregion von Cana-vese- und Ivreazone das Wurzelgebiet der romanischen Dn.

Reihenfolge der Übereinanderlagerung. Bis 1914 war die allgemein angenommene Über-einanderfolge der romanischen Dn. von unten nach oben : Klippen-D., Breccien-D., Simmen-D.; denn soist es überall zu sehen. Da kam M. Lugeon (C. R. Acad. 7. 12. 1914) mit einer neuen Hypo-these: Es bestehe eine Einwicklung der Klippen-D. unter die Breccien-D., und die ursprünglicheÜbereinanderlagerung von unten nach oben sei: Breccien-D., Klippen-D., Simmen-D. Die Begrün-dung in den Prealpes beruhte auf der einzigen Tatsache, daß es Couchcs rouges im Flysch derPointe de Grange gebe, die die Breccien-D. übersteigen. Durch diese Deutung wurde auch dieWurzelordnung verstellt; die Breccien-D. müßte dann an die Dent Blanche-D., die beiden andernän dieZone du Canavese angebunden werden.

So verführerisch diese Auffassung gewirkt hat, sie wird doch manchen Tatsachen nicht gerecht.Im Simmental sind die Couches rouges ein integrierender Bestandteil der Schichtreihe der Breccien-D.Es wäre sehr befremdend, wenn dem im Chablais anders wäre. Dann aber sind auch die Couches rougesder Pointe de -Grange als ein durch die Simmen-D. von der Breccien-D. abgerissenes Stück erklär-bar. Ob dieseCouches rouges im Flysch der Pointe de Grange wirklich Kreide oder nur roterFlysch sind, bleibt noch zweifelhaft.

In Summe muß man sagen, daß es Argumente für und gegen die Hypothese Lugeon gibt.Die Fazies der Breccien-D. hat auf den ersten Blick mehr penninischen als ostalpinen oder nochweiter südlichen Charakter. Aber auch ihre Abstammung von der Dent-Blanche-Zone hebt dieSchwierigkeiten nicht auf im besonderen erklärt sie die Tatsache nicht, daß die ChablaisHorn-fluh-D Carbon in ihrer Basis hat, das wohl der D. IV, aber nicht der D. VI eigen ist. Vorläufigwird es wohl angezeigt sein, die Wurzel der Breccien-D. hinter derjenigen der Klippen-D. zusuchen, aber die Frage noch als offen zu betrachten.

Dislokationsphasen. Daraus, daß im Simmental stets die Breccien-D.umwickelt ist von der Simmen-D., muß man schließen, daß die Breccien-D. sicherst an ihren Ort bewegt hat, als sie von der Simmen-D. schon überlagert war, so