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Band III. Die Schweizer Alpen. Zweite Hälfte.
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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.

Die ostalpinen Dn. Graubündens zerfallen in drei Gruppen:

1. Die unterostalpinen Dn. Innerhalb des Ausbreitungsgebietes der-selben zeigen sich zwei tektonisch ganz verschiedene Gebiete.

a) Das S-Gebiet reicht von den Wurzeln im Puschlav und Veltlin auf 45bis 55 km Breite bis an die Linie TiefenkastelAlbulapaßInn, in der kräftigstenEntwicklung nur bis an die Linie AlbulaBormio . Hier enthalten diese Dn. mäch-tige kristalline Kerne, welche vorherrschend aus Graniten, Banatiten, Mon-zoniten und Dioriten mit Casannaschiefern und Gneisen gebildet werden. Sie sindnur getrennt durch meistens stark ausgedünnte Pakete mesozoischer Sedimente,wohl über 20 km mächtig übereinander aufgetürmt und sinken axial gegen E ein auf der Querlinie Berninapaß geschieht dies recht rasch in Form einer teilweisenach E überkippten Querflexur. Die Falten innerhalb der unterostalpinen Dn.streichen vorherrschend WE, die allgemeine Hauptbewegung war SN. Der Zu-sammenhang von Wurzel und D. ist in der Umrandung des Malencogebietes, imPuschlav und weiterhin E davon (Ortler ) erhalten.

b) Im N-Gebiete zeigen sich die unterostalpinen Dn., ähnlich wie dieihnen unterliegende Margna-D., fast plötzlich verquetscht zu Linsen und Schuppen-zonen. Nur als kleine Schtirflinge setzen die kristallinen Kerne in unterbrochenenFetzen fort. Die postpaläozoischen Sedimente bilden den gegen N reichendenHauptbestand. Streckenweise erinnert die Mischung der stark reduzierten sedimen-tären Deckenmäntel an die Mischung eines Kartenspieles. Bald setzen die einen,bald die andern Glieder aus oder erscheinen doppelt oder mehrfach. Die Mächtig-keit des ganzen Paketes kann auf 4000, 2000, auf 200 m zurückgehen oder auchganz aussetzen. In diesem verquetschten und verschuppten Zustande verfolgen wirdie unterostalpinen Decken vom W-Fuße des P. Michel bei Tiefenkastel am E-Ge-hänge des Lenzerheide-Paßtales, dann in einem Bogen rings am Rande des Schan-figger-Prättigauer-Fensters bis an das W-Ende des Rhätikon. Im E umsäumen dieunterostalpinen Dn. in gleicher Quetschung und Schuppung das Unterengadiner-fenster. Einzelne Schürflinge tauchen sogar wieder unter dem N-Rande der Vor­ arlberger - und der bayrischen Kalkalpen hervor. Diese Stellen liegen über 120 kmN der Wurzelzone. Gegen E erstrecken sich die unterostalpinen Dn. durch dieTauern und den Semmering bis Wien (lepontinische Dn. Suess) und haben ihreÄquivalente in den Karpathen. Die Hauptfundgebiete der verschuppten Mesozoicader unterostalpinen Dn. sind also: 1. Gebirge von Arosa W- und N-Rand, 2. Rhä­ tikon und 3. Umrandung des Unterengadinerfensters.

Das ganze Gebirge S der Linie TiefenkastelBergünZuozInn wird vor-herrschend durch die unterostalpinen Dn. gebildet, die hier von R. Staub in 4 bis5 Teildecken gegliedert worden sind, von unten nach oben: Sella-D., Err- (Albula-) D.,Bernina-I)., Languard-D. Die oberste der unterostalpinen Dn., die Campo-D. trennenwir jetzt als mittelostalpine D. ab. Die jeweilen höhere D. ist meistens die derFläche nach größere (Taf. XXVI und XXVII).

Die Stratigraphie der ostalpinen Dn. ist durch folgende Vorkomm-nisse charakterisiert: