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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.
filen. 190g folgte die Publikation der eingehenden petrographischen Untersuchungen von U. Gruben-mann. Sie beziehen sich alle, soweit sic Gesteine des Silvretta -M. betreffen, auf Fundstellen ausder Umrahmung des Unterengadinerfensters oder der Klippen über den Campo-Dolomiten und desRandes der Schlinigüberschiebung (Rassassergrat). Das gleiche gilt von den das Silvretta -M. be-treffenden Gesteinsbeschreibungen bei Spitz und Dyhrenfurth . „Petrographische Untersuchungenaus den Bergen zwischen Davos und P. Kesch“ bringt uns ein Schüler Grubenmanns, FrankEsc her. Weite Gebiete des Silvretta -M. sind seit T h eob ald noch nicht näher untersucht worden.Mikroskop und chemische Analyse sind erst stellenweise eingedrungen.
Ganz allgemein ist zu betonen, daß sich die Gesteine des Silvretta -M. von denen der Campo-D. durch, mit Ausnahme besonderer Zonen, im allgemeinen viel mäßigere alpine DM und viel ge-ringere Ausbreitung der Serizitisierung auszeichnen, während die alte Regionalmetamorphose un-gestört erhalten, vielfach auf die tiefen Zonen hinweist, in welchen früher diese Gesteine lagen,die jetzt die oberste D. bilden. Serizit tritt zurück, Biotit herrscht vor.
Die Haupttypen der Silvrettagesteine sind die folgenden:
1. Paragneise. Lentikuläre und fein schiefrige oft dünnschichtige braun-violette kristallisationsschiefrige Biotitgneise mit Orthoklas und sauren Plagioklasen(Albit und Oligoklasalbit) granoblastisch oder porphyroblastisch, die größeren Quarz-individuen oft kataklastisch. Die Biotite enthalten Zirkonkriställchen in Höfen undApatitkörner. Übergänge des Biotit in Chlorit oder weiße Glimmer sind nichtselten. „Farbloser“ Granat, Quarzkörner umrindend, ist ein häufiger Gemengteil.Andalusit, Disthen, Granat, Staurolith, Sillimanit, Turmalin, Magnetit, Rutilsind häufig, Cordierit und Graphitoid ausnahmsweise zu finden. Die Biotitgneisegehen über in Biotitschiefer mit Andalusit, Sillimanit, Granat, Staurolith und Disthen,und stellenweise auch in Biotitaugengneise.
Cornelius hebt hervor, daß die andalusitführenden Schiefer S des Arlberg-passes und am Zeinerjoch ununterscheidbar seien von den Morbenioschiefern derVeltliner und der dinaridischen Wurzelzone. Stellenweise findet man Übergänge derBiotitgneise in Biotit-Konglomeratgneise, oder es schieben sich dünne Platten vongranitischen Gneisen oder Hornblendegesteinen dazwischen. Nach Struktur und Texturtragen diese Gesteine den Charakter der Umkristallisation eines tonigen psammi-sischen Sedimentes. Sie gehören in die Gruppe der Meso-Tonerdesilicatgneise(Grubenmann). Die Kata-RM dieser Gesteine ist älter als die alpine Dislo-kation. Grubenmann beschreibt ferner vom Rasassergrat von aplitischen Gängenausgehende Injektionszonen, in welchen die Biotitparagneise in gefältelte aplitischeLagengneise übergegangen sind, darin viel Biotit, Muscovit und große Disthene aus-geschieden sind.
Die Andalusite wurden fast als die ersten in der Schweiz von David Wiser 1852 in Stückenfestgestellt, die Coaz ihm aus Moränen von Scaletta und Flüela gebracht hatte. A. Es eher undStuder kannten die Vorkommnisse. Theobald vermehrte sie 1866. G r am a n n (Vierteljahrsschr.n. G. Zürich) gibt 1899 die Resultate seiner genauen Untersuchung:
Die Andalusite, weit verbreitet in den Gebieten von Flüela—Scaletta linden sich nur in denQuarzlinsen des grobflasrigen Augenbiotitparagneises, nicht im umschließenden Gneise selbst. Dasgleiche gilt vom begleitenden Cordierit. Die gleichen Quarzlinsen enthalten überdies große Feld-späte, Biotit, Sillimanit, Muscovit, Granat, Rutil und Pyrit. Disthen tritt oft damit aut als dynamo-metamorphe Pseudomorphosen aus Andalusit (spez. Gewicht des Disthen um 0,3—0,54 höher alsdes Andalusit, geschmeidig und gleitflächig). Diese Umwandlung gehört erst der alpinen DM an.Die Quarze und Andalusite lassen die DM auch an undulöser Auslöschung, die Andalusite und Feld-späte an randlicher Serizitisierung, an Brüchen, Verschiebungen, Kristalldeformationen erkennen.