828 Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.
Barytgänge sind im Porphyrgebiet keine Seltenheiten. B. G. E s c h e r fand S ob Garaverio(San Salvatore -Halbinsel) bei 430 m Gänge 70° NE fallend im Porphyrittuff, die Calcit, Quarz, Barytund Bleiglanz führen, ferner ob Figino bei 365 m Baryt-Siderit-Gänge. Am NW Abhang des SanGiorgio wurde früher an mehreren Stellen, z. B. bei Alpe Serpiano, Baryt ausgebeutet. Hunderteunregelmäßiger rosafarbener Barytgänge bis höchstens I m Mächtigkeit durchschwärmen dort denPorphyrit. Ein Gang aus weißem, reinem Baryt findet sich im überliegenden Triaskalk. Dies sind,so weit uns bekannt, die einzigen größeren Barytvorkommnisse der Schweiz .
Die Altersbestimmung der Luganeserporphyre ist lange verschieden gefaßt worden.Alle stimmen darin überein, daß sie jünger als Carbon, älter als die Raiblerschichtensind. Die Frage blieb lange offen : gehören sie ins Perm (Negri und Spreafico)oder in die untere Trias (Curioni und Taramelli). Endlich haben die Unter-suchungen von Frauenfelder für permisches Alter entschieden. Die den Por-phyren unterliegenden Sandsteine, Tuffe und Konglomerate sind Grödenerschichten,die überliegenden Campilerschichten (Buntsandstein Scythien).
Das Mesozoikum (vgl. Tabelle und Taf. XXXIV, Fig. 243 u. 244).
Die Trias unseres Gebietes enthält Sandsteine, Mergel und das vorherrschendtonangebende, die Dolomite , sei es bankig, sei es in Riffazies. Eine untereDolomitbildung (Muschelkalk, Anisien und Ladinien) ist meistens durch eine La-gunenbildung (Karnien, Raiblerschichten) getrennt von der oberen Dolomitmasse(Norien, Hauptdolomit und Rhätien Conchodon-Dolomit). Zum Abschluß der Triasfolgt eine Zeit der Hebung mit festländischer Abrasion, die das Rhätienteils nicht zur Ablagerung gelangen ließ, teils wieder zerstörte und selbst die norischenDolomite tief hinab durch Karrenbildung und Ufererosion aufgelöst hat.
Uber der Ablation, die hier Trias und Jura so scharf trennt, folgt die liasische(Hettangien bis Obersinemurien) über den Hauptdolomit und das Rhät greifendeTransgression von E nach W vorschreitend. Damit hört die Dolomitbildungfür immer auf und K i es e 1 re i c h tu m im Jura folgt vom Unterlias bis in diemittlere Kreide hinauf. Mit ihrem Abschluß folgen dann terrigene Absätze (Tone,Scaglia, Oberkreide und Flysch).
Das Mesozoikum in den Umgebungen des Luganersees kann also kurz be-zeichnet werden wie folgt: Trias vorherrschend Dolomitfazies, dann Abrasion.Transgression von Jura und Unterkreide in Kieselkalkfazies.
In unseren weiteren Darstellungen halten wir uns am meisten an die sehr gründliche Unter-suchung von Frauenfelder , die die früheren mitenthäU, vielfach korrigiert und sehr wesentlichergänzt.
Trias (Fig. 243 und 244).
Die S und E alpine Trias hat dem .Verständnis ungewöhnliche Schwierigkeitenbereitet, und eine große Reihe der besten Forscher haben dort abwechselnd er-kannt und geirrt. Der Deckenbau täuschte verkehrt oder in wechselnder Faziesrepetierte Schichtfolgen für normale vor, und bei normalen Reihen verschiedenerGegenden verwirrte der die alpine Trias charakterisierende rasche und plötzlicheFazieswechsel. Von einer Stelle zur andern wechselt die Mächtigkeit der einzelnenGlieder enorm. Wechselvoll geschichtete Seichtmeergesteine oder Tiefmeermergelstoßen ab an Kalk oder Dolomitstöcken oder Riffbildungen, die am einen Ort bloß