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Dritter Band.
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OSWALD HEER , BEITRÄGE ZUR STEINKOHLEN-FLORA DER ARCTISCHN ZONE.

Die Protopteris punctata gehört der eigentlichen productiven Steinkohlenformationan, welche sonach auf Disco in Nordgrönland sich findet. Es sagt uns das Vorkommeneines grossen Farnbaumes bei 70° n. Br., dass auch in der mittlern Steinkohlenzeit, wieim Untercarbon (der Ursastufe), zu welchem die Steinkohlenpflanzen der Bären Inselund von Spitzbergen gehören, in der arctischen Zone dasselbe warme Klima geherrschthaben müsse, wie in Mitteleuropa .

Protopteris punctata Sternb. Taf. V. Fig. 1. 2. VI.

Pr. trunco 911 centim. diamet. metiente, pulvillis magnis, valde elevatis, lan-ceolatis, cicatrice rotundato-ovata truncatis; cicatricibus Cent. 221 longis, 112 latis,punctatis; vasorum cicatrice trilobata, cornubus superne inflexis.

Sternberg, Flora der Vorwelt. II. p. 170. Taf. LXV. 1. 2. 3.

Lepidodendron punctatum Sternb., 1. c. I. p. 23. Taf. IV. Taf. VIII. Fig. 2. a.

Sigillaria punctata Brongniart, Veget. foss. p. 421. Taf. CXLI. Fig. 1. (ist dieFigur von Sternberg).

Caulopteris punctata Goeui., Syst, filic. foss. p. 449.

Protopteris Sternbergi Corda, Beitrüge p. 77. Taf. XLVIII. Fig. 1 . Sciiimter,Paleont. veget. I. p. 700. Taf. LII. Fig. 1.

Es sind mir von dieser Art, welche bis jetzt nur aus dem Sandstein der Kohlen-formation von Kaunitz in Btehmen bekannt ist, sieben Stammstücke von Ujarasusukzugekommen, welche so vollständig mit den Abbildungen der bmhmischen Pflanze über-einstimmen, dass an ihrer Zusammengehörigkeit nicht zu zweifeln ist.

Es war ein Baumfarn, dessen cylindrischer Stamm einen Durchmesser von 11Centim. erreichte. Aussen war er mit grossen Warzen besetzt, welche die Blätter trugen.Diese letztem sind nicht erhalten, doch sehen wir aus den grossen Blattnarben, dassdiese Blätter sehr gross gewesen sein müssen, wie diess auch bei den lebenden Baum-farn der Fall ist. Wahrscheinlich waren die Blätter mehrfach gefiedert. Der Stammwar aussen dicht mit Luftwurzeln bekleidet.

Bei Taf. VI. Fig. 4. haben wir den Abdruck eines Stammstückes mit, sehr wohlerhaltenen Blattnarben. Es sind diese eiförmig; die Einen haben eine Breite von lnCentim., bei einer Länge von 2 Centim., während andere 2 Centim. Breite und 24 Centim.Länge haben. Die eigentümlich geformte Gefässbündelnarbe tritt sehr deutlich hervorund ist durch einen schmalen, scharfen Rand abgesetzt. Sternberg vergleicht ihre Formnicht unpassend mit einer Schafscheere, nur muss man sich bei dieser die Klinge vornstark nach Innen gebogen denken. Die Länge dieser Gefässbündelnarbe beträgt 8 bis10 Millim., die grösste Breite 7 bis 9 Millim. Die Luftwurzeln sind, ähnlich wie beiden lebenden Baumfarn, nach allen Richtungen durch einander gefilzt. Wir sehen die-selben an der rechten Seite von Fig. 4.

Taf. V. Fig. 1. stellt ein Stück eines cylindrischen Stammes von 11 Centim. Durch-messer dar. Die Blattwülste stehen weniger stark hervor, als beim vorigen Stück, dieBlattnarben sind aber grösser; sie haben eine Breite von 21 und eine Länge von 26 Millim.,die Gefässbündelnarben eine Länge von 14 und eine Breite von 12 Millim.; die ganze