10 OSWAI.il> HEER, BEITRÄGE ZUR STEINKOULEN-FLORA DER ARCTISCHEN ZONE.
wurde und dass der geschlossene Theil des Gefässringes der Stammspitze zusteht. Dadiess aber dem Stamrnstück wiederspricht, das Schimfer abgebildet hat, und die lebendeDicksonia arctica die Deutung von Brongniart und Schimfer unterstützt, müssen wir wohlfür Fig. 4 eine andere Erklärung suchen. Sie dürfte in der Annahme liegen, dass sieden Abdruck eines Stammes darstelle, so dass die so stark vortretenden Wülste amStamme selbst Vertiefungen waren und die Vertiefungen den Abdrücken der Blattstieleentsprechen, denen die Blattnarben schief aufgesetzt waren. Das Stammstück, das dieVersteinerung darstellt, ist flachgedrückt und hat einen Durchmesser von 1—2 Centim.Die eine Seite desselben ist von wirre durch einander liegenden Fasern durchzogen, welchewahrscheinlich von den Luftwurzeln herrühren. Diese müssen den Stamm aussen ganzüberkleidet haben. Die Blätter waren längst abgefallen und ihre Narben von einer Schichtvon Luftwurzeln bedeckt, welche über dieselben hingewachsen, wie diess auch beilebenden Bautnfarn vorkommt.
Nach der Bildung der Blattnarben steht unsere Art den Dicksonien am nächsten.Es haben Hooker und Baker 29 Arten dieser Gattung beschrieben, von welchen 11 baum-artige Tracht haben. Neun dieser Baumfarn leben in der Tropen weit (Inseln des StillenOceans, tropisches America und Indien ), zwei aber (D. antarctica Lab. u. D. squarrosaSw.) sind bis in den gemässigten Theil der südlichen Hemisphasre (Ost-Australien, VanDiemensland u. Neuseeland ) vorgeschoben und stellen die am weitesten in die temperirteZone vorgerückten Baumfarn dar.
Nachtrag. Professor Nordensiciöed hat mich auf eine Abhandlung des Hrn. E. G.Nauckiioff aufmerksam gemacht, welche den Titel führt: »Om förekomsten af gediget-lern i en basaltgäng vid Ovifak i Grönland» und in dem »Bihang tili Iv. SvenskaVet. Akadem. Handlingar» I. N. 6 erschienen ist. Er sagt darin über das Vorkommender fossilen Pflanzen in Ujarasusuk folgendes:
»Hr. Nordenskiüld hatte bei der Expedition von 1870 auf der dem Waigat gegen-überliegenden Seite Kreidelager unter den Miocenen gefunden. Dieselbe FormationImusste sich daher auch auf der Seite von Disco finden und ich kann in der That dieseVermuthung bestätigen. Ich fand bei meiner Ankunft in Ujarasusuk grosse Knollen vonSandstein, welche Farn, Coniferen ulid andere Pflanzen enthielten, welche mit denjenigenvon Korne übereinstimmen, die nach Heer zur untern Kreide gehören. Einige dieserKnollen wurden im Bachbett gefunden, andere am Ufer des Waigat. Sie waren offenbarvon höher liegenden benachbarten Lagern heruntergcfallen. Ich konnte indessen denanstehenden Fels für diese Kreidepflanzen nicht auffinden. — Von noch grösserem In-teresse aber war das Auffinden von Kohlenpflanzen an derselben Stelle, welche bislangaus Grönland noch nicht bekannt waren ‘). Man fand nicht nur Steine mit Abdrückenvon Sigillarien, Calainiten u. a. in einem Bach nordwestlich von der dänischen Station,sondern auch im Norden des Baches, in einer Höhe von 100 bis 120 Fuss, ein Lager
J ) Man hatte in Disco schon vor mehrern Jahren einen losen Sandstein gefunden, welcher den Abdruck einerSigillaria enthielt, und vergangnen Frühling hat mir ITr. Pfaff einen solchen, der am Ufer von Ujarasusukgefunden wurde, gezeigt. Anstehende, der Kohlenformation angehörende, Felsen waren aber unbekannt.