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unternahm, muß dahin gestellt bleiben, jedenfalls wird man leichterkennen, daß er, der emsige Forscher, in Archiv und Bibliothekgleich gut bewanderte Mann vorzüglich zur Lösung einer solchen Auf-gabe geeignet war. Wann die Chronik begonnen wurde ist nicht be-stimmt anzugeben, jedenfalls aber fällt ihre Entstehung einerseits kurznach der Anwesenheit Karls, anderseits aber erst nach dem Januar884, wenigstens in ihren späteren Teilen.
Das Werk, das wir nun Schritt für Schritt untersuchen wollen,trägt den Namen: Das Buch über den Ursprung und die verschie-denen Vorfälle im Kloster des hl. Gallus, herausgegeben von Ratpert.Der Verfasser hat in seiner Darstellung anfangs die Lebensbeschrei-bungen des Stifters benützt. Später bestehen dann die Quellen nuraus einzelnen mißverstandenen Urkunden, der Tradition, und schließ-lich, in jenem Teile, welcher durchgängig richtig ist, aus den unmittel-baren Anschauungen des Schreibers. Wir werden also drei Teilefestzustellen haben, von denen der erste bis und mit Cap. 6, derzweite bis und mit Cap. 15 und der letzte von da bis zum EndeCap. 35 reicht.
Die Chronik beginnt parallel mit der vitu 8. tAulli beim Aus-zuge Columba's aus Irland , und teilt in wenigen Worten die Reise-route mit, nicht ohne den in der Vorlage enthaltenen Fehlern nocheinige neue beizufügen, z. B. macht sie Sigebert II. zum SohnChndeberts II., während er dessen Enkel war. Ueberall tritt dieTendenz zu Tage, das in der Biographie Gesagte noch günstiger fürSt. Gallen zu gestalten. So läßt der Anonymus den König Sige-bert den Besitz der Zelle an St. Gallus Verbriefen. Ratpert dagegenfindet es durchaus angemessen, auch noch eine Urkunde für die Nutz-nießung der umliegenden Wälder auszustellen. Es liegt auch ganzim Interesse des St. Gallers, da wo die älteste Lebensbeschreibungvon einem unbestimmte.n Waltramm als Woltäter St. Gallens redet,eine mächtige Schirmherrenfamilie zu construiren, Talto, Thiodold,Polio, Waldpert, Waltramm. Der Ahnherr dieses Geschlechtes wirdnatürlich noch mit einem Merovinger Dagobert I. in irgend eine Ver-bindung gebracht, um der ganzen Darstellung mehr Schwung zu geben.