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Der Khronikschreiöer.
Veranlassung der Chronik. — Ihr Inhalt. Tendenz. KritischeUrteile über ste.
Als im December 883 der Kaiser Karl nach St. Gallen ge-kommen war, verfehlte seine Anwesenheit nicht, auf das wissenschaft-liche Leben in diesem Kloster förderlich einzuwirken. Ein Mönchhatte dem Kaiser allerlei Lustiges und Erbauliches erzält von demgroßen Ahnen, dem Kaiser Karl dem Großen, und der anwesendeMonarch hatte den Wunsch ausgesprochen, daß das, was man imVolke noch wisse über den frommen Herrscher, aufgezeichnet soerdenmöchte, damit so treffliche Characterschilderungen, und so edle Züge,so belehrende Worte und so erhebende Taten nicht vergessen werden.So unterzog sich denn einer der Mönche der Arbeit, (sein Name istuns nicht aufbewahrt, doch vergleiche die oben S. 6 mitgeteilteHypothese), und man ist unter den Gelehrten so ziemlich einerMeinung, daß die schmucklose Erzälung des St. Galler Mönchesbeinahe noch wertvoller sei, als der vornehme Styl des Einhard, daßdie treffenden Histörchen des St. Galler weit geeigneter seien fürdie Kenntniß des Characters Karls als kritische Untersuchungen überdie verschiedenen Kriegszüge.
Bei derselben Gelegenheit mag aber auch der Plan entstandensein zur Ausarbeitung einer Chronik des Stiftes; ob Ratpert hiezueinen Auftrag erhalten habe, oder ob er von sich aus das Werk