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Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang,
Ist allen Menschen dein heiliger Name erhaben!
Durch ein neues Gesetz schaffest du eine neue Sonne,
Deren Stralen erleuchten den Erdkreis ringsum!
Der Bischof von Augsburg , Liutold hat ihn um Hymnen gebeten,und der Bitte ist entsprochen worden. Der Mönch hat aber bis infeine Zelle hinein den deutschen Bolksgesang vernommen, er hat ihngehört, und sich darob gefreut: Das Lied von Walthari hat er ge-sungen, und das Karlmannslied in die Sprache der Gebildeten über-tragen: leider ist diese seine Uebersetzung verloren gegangen, und vondem ganzen Volksliede nur noch der Anfang erhalten. Desto kräftigererklingt uns denn das Waltharilied:
Das war der König Etzel im fröhlichen Hunnenreich,
Der ließ das Heerhorn blasen: „Ihr Mannen rüstet euch!"
Und auch im Praktischen hat sich Ekkehart bewährt, denn ihmist es zu danken, daß die Rechte des Klosters nicht geschmälert wurden.So kam es denn, daß man 958 als das äbtliche Kreuz seines Trägersledig war, an Ekkehart dachte, allein ein körperliches Uebel ließ ihnnicht an den obersten Platz vortreten, er mußte sich mit dem zweiten,dem des Dekans genügen lassen. Als Schulregent hat er dann dieStelle eingenommen die vor ihm ein Ratpcrt besaß und er hat siewürdig ausgefüllt.
Als Ekkehart einst nach Rom Pilgerte, seine Gelübde zu lösen,wurde er schnell mit dein hl. Vater befreundet. Das UngewohnteKlima, die ungesunde Luft brachten Ekkehart ins Krankenbett. EinesTages besuchte der Papst den Mönch, und brachte ihm, der eininniger Verehrer Johannes des Täufers gewesen, Reliquien diesesSeligen. Und vor Freude hierüber wurde der Mann gesund. ZuHause angelangt baute er dem Heiligen eine Kirche. Ekkehart starbam 14. Januar 973. Kaum blieb er bis zu seinem Tod Dekan,denn das Todtenbuch führt in nicht als Dekan an (ObitusUllMUIVUVI maZistri.) Von den vier Neffen Ekkehart's wissenwir viel aus Ekkeharts (IV.) Chronik. In erster Linie beschäftigt