BISHERIGE BEHANDLUNG DER R. GRÜNDUNGSSAGEN. 349
derArtderjenigenan, aus denen übereinJahr-tausend später auf demselben Boden die Mira-bilia Urbis erwuchsen.«
Dann spricht Mommsen von einer gewissen Zusam-menknüpfung dieser verschiedenen Märchen,die jedesfalls längere Zeit vor 458 d. St. (296 v. Chr.), demJahr der Aufstellung der Wölfin mit den Zwillingen, statt-gefunden haben müsse. »Sogar die Aboriginer — begegnenschon 463 d. St. = 289 v. Chr. —. Es liegt in der Naturder Chronik, dass sie zu der Geschichte die Vorgeschichtefügt und wenn nicht bis auf die Entstehung von Himmelund Erde, doch wenigstens bis auf die Entstehung der Ge-meinde zurückgeführt zu werden verlangt;-. Dass bei
dieser ältesten Aufzeichnung der Ursprünge Roms auch derHellenismus seine Hand im Spiele gehabt hat, ist.kaum zubezweifeln. Die Speculation über Ur- und späte're Bevöl-kerung, über die Priorität des Hirtenlebens vor dem Acker-bau und die Umwandlung des Menschen Romulus in denGott Quirinus sehen ganz griechisch aus u. s. w.«
Dennoch darf nach Mommsen trotz der überall herVor-tretenden hellenischen Künsteleien — diese Vorgeschichte —wenigstens eine nationale genannt werden, insofern sie theilsin Rom entstanden, theils ihre Tendenz zunächst nicht daraufgerichtet ist, eine Brücke zwischen Rom und Griechen land , sondern eine Brücke zwischen Rom und Latium zuschlagen.
»Es war die hellenische Erzählung und Dichtung, welchejener andern Aufgabe sich unterzog.« Im Verlauf führt dannMommsen einzelne der ältesten Producte hellenischer Fabu-lierung an und sucht ihre Verschmelzung mit der einheimi-schen Sage zu skizzieren.
• Ohne Zweifel sind in der römischen Gründungssage, istsie nicht durchweg hellenische Erfindung, griechische Ele-mente anzuerkennen.'
Worin die Schwierigkeit liegt, das ist vielmehr die Aus-scheidung der italischen Elemente. Hätte freilich Mommsen