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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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NEUERE AUFFASSUNGEN DER MYTHEN .

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opfern und die Redensart dtpEur/ag daraus, »dass ihr Be-griff mit der ältesten Natur vermischt war«.

Mit Massen ungesichteten gelehrten Materials verbrämtwurde diese Anschauung vertreten in Creuzers Werken.Wie Görres erkennt Creuzer 1 überall Orientalisches. Er willabsehen von der Frage nach einer Uroffenbarung, von derAnnahme, dass »eine ungefährdete Klarheit des Lebens alsder ursprüngliche Zustand des Menschengeschlechts ge-dacht werden müsse, und mithin die nachherigen Denkartensämmtlich nur aus einer allmählichen Verdunkelung erklärbarseien«, 2 er »habe eine hilflosere Lage unseres Geschlechtsund eine Periode zu beschreiben, welche von jener Eigen-schaft des Geistigen in Gedanke und Ausdruck ferne abliegt.« 3Allein seiner Annahme von einer so allgemeinen Überein-stimmung orientalischer und occidentalischer Symbolik undMythologie liegt jene Annahme als Voraussetzung gleichwohlzu Grunde. In Wahrheit ist Creuzers Forschung wesentlichbeeinflusst von den Ideen der Romantik und der mit diesereng verschwisterten Naturphilosophie. 4

Die Aufgabe der neuern Symbolik ist, sagt Lobeck inder Anzeige der Antisymbolik von Voss , 5zu beweisen, dassdie Lehre von der höchsten Einheit, vom Ausfluss allerDinge aus Gott und einstiger Rückkehr sammt anhaftenden

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1 Vgl. insbes. Mythor. ab artium operibus profector. exempl. Marb.1803. 4. Idee und Probe alter Symbolik im lten Heft von Daubs undCreuzers Studien 1806. Dionysus vol. I. 1809. 4. Symbolik und Mytbol.1. A. IIV. 18101812. 2. A. 18191822. 3. A. 18371842.

2 Symb. und Mytbol. IV 3 S. 480.

3 A. a. 0.

4 Nach Voss (Antisymb. II. S. 353) sagte Creuzer in der Selbst-biographie (in dem Abdruck in Creuzers deutschen Schriften, V, I.1848. finde ich die Stelle nicht): »er habe mit Daub seit 1805 die Ruineder Philologie zu stützen gesucht, durch Naturphilosophie und der Neu-platoniker heiligen Ernst, als Grundideen der nachmaligen Symbolik«.

6 Jenaisclie allg. Litt. Ztg. 1825 S. 116, jetzt in Mittheilungenaus Lobecks Briefwechsel von L. Friedländer . Leipzig 1861. S. 188 ff.