RELIGIÖSE MYTHEN IN ROM.
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Aber man hat ihn, nachdem durch den Fortschritt und dieAusdehnung der Wissenschaft Sagen so vieler Völker be-kannt und untersucht worden sind, sowohl schärfer alsweiter gefasst. Und es gilt nun nur, statt specifisch hel-lenische Mythen überall aufzusuchen, die Mythen jedes ein-zelnen Landes und Volkes in ihrer Eigenthümlichkeit zuerfassen.
Allein lässt sich die italische, die römische Religion alsmythenproducierend denken?
Während der hellenische Gott so rasch und leicht einelebensvolle, concrete Persönlichkeit wird, vermöge der hohenkünstlerischen Begabung, die in jedweder Äusserung hel-lenischen Lebens sofort sich mit thätig erweist, ringt sichdas römische Numen langsam und mühevoll aus der sym-bolischen Grundlage zum individuellen Leben empor.
Wie ganz anders sind die symbolischen Elemente inder hellenischen Religion dienstbar gemacht, aufgesogen vondem poetischen, ideal-menschlichen Leben, mit welchem diehellenischen Götter getränkt sind, wie ganz anders als allesdiess in Rom der Fall ist! 1 Man vergleiche den Adler desZeus und den Gott Picus, den Donnerkeil in der HandKronions und den Juppiter Lapis . Man vergleiche den lanzen-schwingenden Ares mit den ‘hastae Martis’ in der Regia.Man halte die Aegis auf der Brust der Athene, das vomHimmel gefallene Palladion an das ‘ancile’, das gleichfallsaus den Wolken herab in der Regia niederfiel.
Doch ist es falsch, aus solcher Natur der römischenGötter sofort auf mindere Kraft der römischen Religiosität,auf die Unfähigkeit derselben überhaupt zu schliessen, Mythenzu producieren. Nur hellenischer Art werden dieselbennicht sein.
So sagt Preller — was er im Begriff eine römische
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1 Ygl. über die einzelnen Reste aus der Zeit symbolischer Götter-darstellung in Hellas die Zusammenstellung in 0. Müllers Archäologie3. A. von Welcker. 1848. S. 44 ff. § 66.