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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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RELIGIÖSE MYTHEN IN ROM.

Mythologie zu schreiben schon ominis causa freilich nichthätte thun sollen im Beginn seines Werks, 1 dass,wervon der Beschäftigung mit der griechischen Mythologie zuder mit der römischen übergeht, dem es nicht lange ver-borgen bleiben könne, dass er es nicht allein mit einer ganzandern, sondern auch in mehr als einer Hinsicht viel we-niger günstigen Aufgabe zu thun habe.« Er musste eben,wie Hartung 2 gethan, eine römische Religion, oder nochrichtiger eine Geschichte der römischen Religion schreiben,nicht eine römische Mythologie.

Und er musste die römischen Mythen nicht an dengriechischen bloss messen, die Aufgabe ist vielmehr nur die,durch Vergleichung mit den griechischen die eigenthümlicheNatur der römischen- Mythen festzustellen.

Allerdings, die italischen Mythen sind jedesfalls ungleichärmer an poetischem Gehalt, es sind ihrer verschwindendwenige im Vergleich mit der endlosen Fülle der hellenischen,aber eine ganz andere Frage ist die: wie stellen sie sichihrem religiösen, ihrem ethischen Gehalt nach zu denen derHellenen? Es reicht da nicht hin, zu sagen, »dass sichder italische Götterglaube offenbar in. dieser Hinsicht vonden einfachen Bildern und Gedanken jener ältesten Natur-religion, die wir als Gemeingut der Völker des indogerma-nischen Sprachstamms annehmen dürfen, weit weniger ent-fernt hatte als der der Griechen.«

Jene Annahme eines Zurückbleibens Roms hinter Hellasist auch in Betreff anderer Lebensgebiete ebenso falsch, alssie verbreitet ist. Der Glanz hellenischer Kunst und Wissen-schaft verblendet die Augen der Forscher immer wieder vonneuem so stark, dass man den Fortschritt der ethischenIdeen darüber vergisst, den Fortschritt, den zuerst die Römer

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1 Ygl. meine Recension des Prellerschen Buchs in den gel. Anz.der k. bayer. Akad. d. W. 1859. S. 403 ff.

2 J. A. Hartung , die Religion der Römer nach den Quellen dar-gestellt. "I. II. Erlangen , 1836.