LATINISCHE UND SABINISCHE GRÜNDUNGSSAGEN. 391
niscbe Niederlassung war, die auf dem Palatin ihren Mauerringhatte, das aber sodann mit einem sabinischen Bestandtheil zueiner Stadt sich verband, das endlich ohne Zweifel, auch wennes vorzugsweise aus biner Stadt seine Bürger erhalten hat,auch solche aus andern Städten aufnahm, so liegt es aufder Hand, dass hier verschiedene Gründungssagen zusammen-geilossen sein müssen.
Die Aufgabe ist also die, erhaltene anderweitige Grün-dungssagen, welche Parallelen bieten, mit den vorliegendenrömischen zusammenzustellen.
LATINISCHE UND SABINISCHE GRÜNDUNGSSAGEN.
Man hat einen ganz besondern Beweis dafür, dass Rom die Urmythen der indogermanischen Völkerfamilie zum Theilnoch ursprünglicher bewahrt habe, als Griechenland , speciellauch in der Fabel vom Kampfe des Hercules mit Cacusfinden wollen . 1 Ich habe die Ansicht von dem Alter des Mythoslange selbst getheilt. Aber sie ist schwerlich haltbar.
Man darf zwar nicht geltend machen wollen, dass Her-cules kein italischer Gott, sondern nur eine Umbildung desgriechischen 1 HQaxXfjs 2 gewesen sei. Denn auch in dieserSage könnte wie oft der Name Hercules an die Stelle des
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1 Kuhn in Haupts Zeitschr. f. d. Alterth. VI (1848) S. 128; Schweg-ler, r. G. I S. 371 ff. - ; Breal in Kuhns Z. f. vergl. Sprachf. X (1861)S. 319, und in einer eigenen mir nur aus der Recension von A. W(eber)in Zarnckes Centralbl. bekannten Schrift: Hercule et Cacus, etude demythol. comp. Paris 1863; Preller röm. Myth. S. 648 Ahm. 2. hat sichgegen das hohe Alter des Mythos erklärt.
2 Diess lehrt uns Ritschl, Plautin. Exc. 27 (Rhein . Mus. N. F. XIIS. 108 A. x.). Die Ableitung Mommsens, unterital. Dial. S. 262 von hercere= f^xeir, der auch Schwegler r. G. I S. 368 Anm. 23, aber so dass ermit Beziehung auf herctum = patrimonium, heredium erklärt, (r. G.I 3 S. 164 nennt Mommsen H. den Gott des eingefriedigten Bauernhofs)beigetreten ist, wird sich der durch zahlreiche Analogien gedeckten Be-weisführung Ritschls gegenüber nicht halten lassen.