HERLEITUNG DER R. GRÜNDUNGSSAGEN.
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Latinus freilich ist, so eng er sich einerseits mit Marsberührt, 1 * 3 4 andrerseits auch wieder nichts anderes als diehellenistische Verhüllung des Jupiter Latiaris. Da in Mars *die Einheit, der Urquell der Laren zu erkennen sein wird,wie in Jupiter der der Genien, und da Laren und Genienvielfach in einander übergehen, so kann es nicht über-raschen, wenn das gleiche bei Mars und Hercules-Dius Fidiusder Fall ist.
Aeneas verschwindet im Numicius, um fortan, zum JupiterIndiges erhöht, als Gott zu walten. 8 Oben nun* hiessdes Aeneas Gattin Lavinia . Aber wir haben Spuren von einerandern Gemahlin des Latinus.
Nach Ovid 5 gab sich Anna Perenna aus Furcht vor derEifersucht der Lavinia den Tod. Sollte sie nicht Gattin desStromgottes gewesen sein, Anna Perenna die Göttin des AmnisPerennis , 6 sie, deren Fest zu Rom am selben Tag begangenwurde , 7 an welchem Jupiter — es war an den Iden des März —vom Pontifex max. und der Virgo Vestalis max. (?}ein hei-liges Opfer gebracht wurde? 8 *
Die Geschichte von dem albanischen König Tiberinus,der im Strome ertrunken sein und ihm so seinen Namengegeben haben soll , 9 ist natürlich ohne allen Werth. Es ist
1 S. o. S. 393 f.; 401. *
3 Die enge Verbindung von Mars und Laren erhellt besondersdeutlich schon aus dem berühmten Lied der Ärvaltafeln. S. jetzt das-selbe nebst der Litteratur darüber im C. I. L. I p. 9 sq. n. 28.
3 S. o. S. 396 A. 4. •
4 S. o. S. 404.
5 Ov. fast. III, 647 sqq.
6 Ov. fast. III, 653 sq.: placidi sum nympha Numici. Amne perennelatens Anna Perenna vocor. Vgl. Klausen, Aeneas und d. P. S. 719;Schwegler r. G. II S. 241; Preller S. 520, während diesem S. 304 eineäusserst künstliche Erklärung noch als »das Richtige erscheint«.
7 C. I. L. I p. 388. Mommsen G. I. L. I p. 375 bezweifelt dieTeriae’, aber schwerlich mit ausreichendem Grund.
8 S. o. S. 311 A. 2.
9 Varro 1. L. V, 30; Liv. I, 3; Ov. fast.II,389; metam. XIV, 614;Serv. V. Aen. VIII, 72; 330.