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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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409
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HERLEITUNG DER R. GRÜNDUNGSSAGEN.

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gelten die am 21. April gefeierten Palilien als der Ge-burtstag der Stadt. 1 An ihnen aber wird aus der AedesVestae das Bohnenstroh, die Asche der an den Fordicidien,dem Feste der Tellus, geschlachteten ungeborenen Kälber,und das Blut des dem Mars geopferten Octoberrosses beiden Vestalinnen geholt. 2

Selbst von Acca Larentia dürfen wir Vesta nicht schlecht-weg trennen. Die enge Verbindung mit den Laren desHauses vermittelt die mit den Laren des Feldes. IndemVesta mit Pales identificiert und für eine Erdgötjin erklärt wird, 8tritt sie überhaupt in diesen Kreis ein, und da diese Erd-göttinnen sämmtlieh nur die verschiedenen Seiten einer undderselben göttlichen Kraft symbolisieren, so lassen sich scharfeund feste Grenzlinien hier in keiner Weise festhalten.

Denn mit bestimmten Worten sagt uns Cornelius Labeo , *der Maia seie an den Kalenden des Mai unter dem NamenBona dea eine Aedes geweiht worden; dass Bona dea undTerra identisch seien, lasse sich aus geheimeren Riten be-weisen ; und endlich »hanc eandem Bonam Faunamque etOpern et Fatuam pontificum libris die Sache war alsoofliciell anerkannt,symbolisch festgestellt indigitari.«Enge Beziehungen zu Ops, Tellus und Bona dea ergabschon der Cultus, .sowie zu Faunus (Lupercus). 5 Und esist diess um so bezeichnender, da Maia, die hier mit Ops,Tellus, Terra, Fauna-Bona dea identificiert wird, , inden alten römischen Gebeten alsMaia Volcani angerufenund Gattin des Feuergottes genannt wurde. 6 Ausseror-dentlich charakteristisch für die römische Religion ist dabei,dass, während Vesta ihren jungfräulichen Charakter ver-liert, sofern sie in die Kreise dieser Erdgöttinnen geräth,

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1 S. o. S. 312 f.

8 S. a. a. 0.

8 S. o. S. 336 und u. S. 422 A. 1.

4 Bei Macrob. Sat. I, 12, 21. Vgl. u. S. 422 A. 1.

6 S. o. S. 313.

* Gell. n. A. XIII, 23; Macrob. I, 12, 18. .