Band 
Zweiter Theil. E-J.
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Gewicht

den Begriffvom specifischen oder eigenthumkl,chen Gewichte; s. Eigenthümliche Schwere.

Wenn ein fester Körper in einen flüssigen cinge,taucht wird, so verliert er von seinem absoluten Gewichtegerade so viel/ als die von ihm verdrängte flüssige Mate»rie wiegt; s. Gleichgewicht, EigenthümlicheSchwere und Aräometer. Treibt z. B. ein festerKörper von 20 Loth, in Wasser getaucht, 2 Loth Was-ser aus der Stelle, so ist der Verlust seines absolutenGewichtes nun auch 2 Loth, und er wiegt nur noch isLoth. Diesen Ueberrest vom Gewichte nennt man seinrespektives oder relatives Gewicht.

Nun wissen wir, daß die Luft unserer Atmosphäre,in welcher alle abzuwägenden Körper sich befinden, alleEigenschaften einer flüssigen Materie hat. Und dcewe,gen sieht man leicht ein, daß jeder Körper in der freienLuft einen Theil von seinem absoluten Gewichte verlierenmuß, daß mithin alle Gewichte der Körper, wie wir sieim luftvollen Raume finden, blos relative Gewichte sind.Je größer nun der Raum ist, welchen ein Körper ein-nimmt, desto mehr Luft treibt er aus der Stelle, destomehr muß also auch der Körper an seinem absoluten Ge-Wichte dabei verlieren. Weil nun die Wärme alle Kör,per in einen größer» Raum ausdehnt, so werden auchdiese, wenn sie erhitzt sind, mehr von ihrem absolutenGewichte verlieren, ale wenn sie kalt sind. Aus diesemGrunde sagt man auch, daß ein Körper im Sommer we-niger, als im Winter wiege. Man muß hierbei aberauch bedenken, daß die Luft im Sommer leichter als imWinter ist, folglich daß der Körper alsdann in einerleichtern Luft gewogen wird, welcher Umstand jenen Un-terschied wenigstens zum Theil wieder aufhebt.

In den meisten Fällen wird der Verlust an Ge-wicht, den die Körper in der Luft erleiden, gering seyn,besonders wenn sie eine beträchtliche Dichtigkeit besitzen.Bei solchen Körpern aber, welche sehr leicht sind undeinen sehr großen Umfang einnehmen, kann er auchvon Erheblichkeit seyn, so daß man ihn gar nicht au.