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X. Bemalte Tischplatten.
sind durch Jagden oder zierliche Gruppen von Vögelchen belebt.Die Trachten sind entschieden oberdeutsch oder schweizerisch. Ober-deutsch ist auch die Orthographie der zahlreichen Beischriften, und esweist also auch dieser Tisch auf die Gegend hin, aus der sie alleherzustammen scheinen. Auf einem Täfelchen, welches ein nackterKnabe der Logik hinreicht, stehen die Worte: Asmus Stedelin 1533.Ich glaube aber nicht, daß wir darum die deutsche Kunstgeschichtemit einem neuen Namen vermehren dürfen; es scheint dieß viel-mehr der Name des Gelehrten, der sich diesen Tisch malen ließund dem Künstler die seltsame Schrulle dieser Composition angab.
VIII. Nur um vollständig zu fein, gedenke ich noch einerverzierten Tischplatte im Neuen Museum zu Berlin , die aber derAnlage und der Zeit nach ganz aus unserem Kreise herausfällt.Es ist ein achteckiger Tisch von hartem polirten Holz. ZwischenEinlagen von Bergkrystall sind Miniaturen auf Pergament ein-gesetzt, welche Bilder aus Raffael's Loggien und daneben MichelAngelo's Propheten und Sibyllen aus der Sistina copiren. DasGanze ist also eigentlich nur ein geschmackloser Rahmen um diekleinen Bildchen und möchte später als das 16. Jahrhundert zusetzen sein. Ich lasse daher diesen Tisch aus den folgenden Be-merkungen ganz herausfallen.
Mau sieht, die Zahl dieser charakteristischen Werke der Malereiist nicht mehr groß. Von italienischen Brautkastenbildern habe ich27 zusammenstellen können, mehrere von 2—3 Nummern, welcheFolgen Einer Geschichte bilden. Von Tischen finde ich nur dievorstehenden sieben, und schwerlich hat es auch je viel derselbengegeben.*) Zwei scheinen von einem Erzbischof von Mainz be-stellt, ein anderer gehörte einer Baseler Patriciersamilie, ein viertereinem wahrscheinlich wohlhabenden Pedanten. Während in Florenz und Venedig jeder Bürger für eine Hochzeit in der Familie dem