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Mosaik zur Kunstgeschichte / von Dr. Gottfried Kinkel
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X. Bemalte Tischplatten.

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VI. Museum zu Cassel: Viereckiger, dem Quadrat sich nähern-der Tisch (etwas über 4' auf etwas über 3*/^), vortrefflich erhalten,vom Jahr 1533. Hier weichen die Gegenstände von allem Bis-herigen ab. Es ist eine symbolische Zusammenstellung von 7 Pla-neten, 7 Wochentagen, 7 Metallen, 7 Farben, 7 Tugenden und7 Künsten. Die Haupt-Inschrift lautet:

Ain ieder mörck mit vleyß hierbeiSiben färben und kunsten freySiben zaichen unnd metallSiben tag der Wochen allSiben tu gen den die sent gutWee dem der dzeit on nutz verthut.

Im Centrum steht auf blauem Feld die Sonne und schießt ihreStrahlen durch die Planeten und ihre Zeichen. Die vier Ränderhaben als Hintergrund reiche Berglandschasten, und in diesenLandschaften sitzen die Figuren der sieben Künste, denen als Achterder Astronom Ptolemäus beigegeben ist. Die Zusammenstellungdes Einzelnen zeigt die folgende Tafel:

Gelb: Sonne Sonntag Gold Hoffnung Dialektik.

Weiß: Mond Montag Silber Glaube Rhetorik.

Roth: Mars Dienstag Kupfer Stärke Arithmetik.

Grau: Mercur Mittwoch Quecksilber Liebe Logik.

Blau: Jupiter Donnerstag Zinn Gerechtigkeit Geo-metrie.

Grün: Venus Freitag BleiWilligkeit" Musik.

Schwarz: Saturn Sonnabend EisenFürsichtigkeit" Astronomie.

Die weiblichen Figuren, jedesmal in die zugehörige Farbegekleidet, sind meist sehr schön, besonders anziehend aber die Land-schaften. Sie schließen alle mit Felsengebirgen, und hinter derGeometrie erscheinen Schneeberge. Vor dem Ptolemäus spielennette Häschen, man sieht auch Seen mit Reihern, andere Partien

Tisch stehe die Jahreszahl 1530. Schon dieß würde dann genügen, um dar-zuthun, wie leichtsinnig der Wiesbadener Katalog die dortige Platte demJan Brueghel zuschreibt.

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