'1428 Sambach.
Mariä im Dome zu Modena zum Vorbild genom-men zu haben. Indessen, auch Stärke zeigte die-ser Künstler, wo sein Gegenstand es erheischte,wie z. B. in einer Kapelle des Domes zu Parma ,wo er überhaupt großen Vortheil aus dem Stu-dium von Eorreggio zu ziehen schien, welchem ermehr, als kein andrer Bologneser seiner Zeit, ähn-lich ist; hauptsächlich aber in seinem "kräftigstenWerke des Plafonds von Sr. Abnndio zu Cre-mona, wo er in den Figuren der Propheten dasgroße und Furchtbare in Stellungen und Bewe-gungen so gut zu behandeln wußte, und sich (zu-mal wenn man den engen Raum erwiegt, dendas Ganze einnimmt) namentlich auch durch dasNatürliche seiner Verkürzungen als großen Meistererweist, der hier selbst das Schwierigste besiegenwollte. Somit mochte sein Hauptkalenr wirklichfür wcitschichtige Frescoarbcitcn geschaffen seyn,denen er das Gepräge seines vielumfassenden,entschlossenen Geistes, und zugleich einer sorgfäl-tigen Ausführung ertheilen konnte, die er aber insolchen Werken nie durch spätere Nachgebautenund vieles Ritocciren verdarb, wie hingegen inseinen gepeinigten Oelgemälden nicht selten gesche-hen mochte. /.Mr.xr k. dl. II. ,s) 5 . IV. ic»8. V.02. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wis-sens, die einzige Gallerte zu Dresden das 3 ^4 hohe und 2' 8" breite Bild einer H. Familiemit Sr. Carhcrina. Oonk. Fumaccini im Lcx.und oben in diesen Zusätzen.
* Sambach (Caspar Franz ), Maler undDirektor der vereinigten Akademie der bildendenKünste zu Wie», auch Kaiser!. Königl. Rath,um ,789. aber in der erstem Stelle Emeritus ,geb. zu Rreßlau ,71h. (s. l>. wohl unrichtig r/08.).In seinem Siebenten wurden ihm die ersten Grund-linien der Kunst beygebracht, und im Vierzehntenkam er zu einem gewissen Reinert, Maler, indie Lehre; weil er ihn aber zu schwach für seineFähigkeiten fand (?), wurde er bald sein eigener Mei-ster. In der Folge war er drey Jahre lang Schü-ler des l'Eve» und hakte Gelegenheit, nebenherMathematik, Optik und — Arithmetik zu studi-ren. Dann machte ihn R. Donners Ruhm be-gierig, diesen achten Künstler kennen zu lerne»; ergieng daher 17)0. nach Wien , und besuchte diedortige Akademie, wo er von Donnern haupt-sächlich zum Bossircn angehalten wurde. Außerder praktischen Malere» suchte er sich auch Theo-rie zu erwerben, und widmete sich daher mit be-sondern! Fleiße der Lectur. In 1728 ernannte ihndie Franciscische Akademie zu Augsburg zu ihremEhrenmitglied. In 1762. unter dem DirectorMeylens , bekam er das Lehramt der Baukunst,und 1772. bey Vereinigung der Akademie derKünste ward ihm die Würde eines Raths undDirectors der Maler- und Bildhaucrklasse ertheilt.Teufel b (somit 1778.) nennt von ihm, im All-gemeinen, historische Bilder und (gemalte) Bas-reliefs in Geeraerts und I. de Wits Geschmacke.Dann aber werden von Ebendems. Th. ll. csomic1789.) näher angeführt: In der Jesuiler-Nesidcnzzu Gtuhlweissenburg die Kirche mit Figuren i»Fresco, und drey Altarblätter; in der Jesuiter-Kirche zu Ofen in der Festung das Hochaltar-blatt; zu Cenischa bey den Franciöcancrn ebenein solches; in der neuen Kirche zu Agram eingleiches; in dem Kronenkabinet des Herzogs vonGachsen-Teschen zuPreßburg sechs Bilder, in Nach-ahmung weiß marmorner Basreliefs; zu Enzerü-dorf in Unterösterreich im Grast. SinzendorfischcuLustgebäude eine Allegorie auf den Adel, in Fresco;zu Raudolez in Mähren zwey Altarblätter; in derKarthäuserkirche, unweit Brünn , ebenfalls zweysolche; die Kirche zu Slaup in der HerrschaftLeitz, in Fresco, und vier Altarblatter; in derResidenz zu Oberburg in Obcrsteyer ein Saal inFresco (Allegorie auf die Fürstl. Würde). End-lich sein Aufnahmsstück in die Akademie, wiedernach Basreliefsart, welches den Wahlspruch Kai-ser Franzens und. Marien Theresiens vorstellt ; und,in gleicher Manier, in der Kaiser!. Galerie zu Wien ,
S a m s 0 n.
über einer Ausgangsthüre, ein Kinderbacchanal.Ueber das Charakteristische seiner Vorzüge, undhinwieder seiner Gebrechen, s. oben den Art. Eran.
Sambach (Joh. Christian), des ObigenSohn, malte Bildnisse. Nach ihm hat JacobAdam die Verlobniß des Erzherzogen Franz vonOesterreich mit der Prinzessin Elisabeth von Wür-temberg gestochen. Ec.
* Sambin (Hngo ). Von diesem alten Bau-meister und Bildhauer, Wegaufseher in seiner Va-terstadt Dijon , sieht man dort, nebst dem schönenPortal der Kirche St. Michel, nach seiner Zeich-nung erbaut, ein merkwürdiges Basrelief an ebendiesem Portail, welches das Jüngste Gericht zumGegenstand hat. Die meisten Ideen sind aus derApokalypse genommen; nur daß die von der Trom-pete erweckten Auferstchndcn alle lächelnd und vollHoffnung erscheinen. Die Figuren des EwigenVaters, der H. Jungfrau und der Engel an die-sem Denkmal werden hingegen minder geschätzt,biouvslles äes Brts III. 290-91. Dort heißtder Künstler Zcitgenoß und Mitarbeiter (?) vonMichel Angclo.
Sanibor ( ). So heißt im Almanach
äs Eomweros ,8,1. ohne Weiteres, ein damalszu Paris lebender Miniaturmaler.
Sambueca (Anton). Von einem solchen(ob als Stecher oder Zeichner wird nicht bemerkt)soll man die Stadt Brescia auf zwey großen Blat-tern haben.
Sambucus (Johann), fertigte verschiedeneLandkarten über Theile der Oestreichischcn Mo-narchie aus, die Ortelius , Quad u. a. zu ihrengeographischen Kupferwcrken nachstechen ließen.Johann war Rath, Historiograph und tzofme-dikus des deutschen Kaisers, wurde i 53 i. zu Tyr-uan in Oberungarn geboren, und starb in großemAnsehn zu Wien , 584 . Sein Bildniß ist verschie-dentlich gestochen worden. Zufolge des Ungari-schen Magazins B. l- St. 4 - (Preßburg 1781. L>o.)wäre sein eigentlicher Name Schamboky (Sam-boky).
* Samengo (Ambrosius). Seine Bildersind selten, da er in der Blüthe seiner Jahre ge-storben ist. OnttLi L. X. V. 335 .
Samenhammer (Franz), Stadtbaumci-sier zu Chemnitz in Sachsen , bame , 5 .j 7 . den Thurmam Klosterchore auf. Dieß ist Alles, waswir noch znr Zeit von ihm wissen. A. D- Rich-ter: Einige kJachrichren von der StadrEhemnitz (St. Annaberg 1742. 4°) S. 14.
* Samma-rtino (Martin), s. unten San-marchi.
* Samon (Mistreß). Nach ihr (Kalmon? p.)hat, wie wir irgendwo lesen, I. Smith das Bild-niß des I). Joh Bagger geschabt.
Samonis (Madame de). So heißt imTüb. Morgenblatt 1810. S. 44 - eine Künstlerin,welche auf dem Salon im Kapital 1809. Bild-nisse des Kaisers Napoleon und des Königes vonNeapel , in Wachs bossirt, ausgestellt hatte,die seither, auf Verlangen des letzten,, in Pie-tra dura geschnitten werden sollten.
Sampsoi ( ), Französischer Miniatur -
nnd Pastelmaler, kam 1755. nach St. Peters-burg und malte dort verschiedene Bildnisse In1707. kam er wieder nach Paris , und gieng dann,noch einmal so geschickt, neuerdings nach St. Pe,tcrsburg. Jetzt malte er zmn öfter,, das Bildnißder Kaiserin in kostbaren Tabatieren. Endlichkehrte er 1763. zurück in sein Vaterland. Men-sel'« Misc. XI. 268.
Samson (D.). Ein solcher soll um 1779.als Zeichemneistcr bey dem Phjlautropin zu Des-sau angestellt gewesen seyn.
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