Band 
Zweyter Theil [3].
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1454
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1454 Savini.

Savini (Pompejus ), ein Edelmann und be-rühmter Musiökünstlcr von Urbino , arbeitete um176«70. zu Rom in Stein und Holz, Er machteVersuche, dergleichen aus farbigen Hölzern zusam-mengesetzte Bilder in zwey bis drey Blätter zusägen, die alle der obern Flache vollkommen glei-chen. Dann hat er auch erhobene Arbeit vonMosaik verfertigt, welches noch keiner vor ihmversucht hatte. Bioernftahl II. 92. BuschHandbuch der Erfindungen IV. 286.

Gavioll ( Graf), Churpfälzischer Kam-merherr, ein Kunstliebhaber, Intendant der Ga-lerie zu Mannheim , arbeitete um 1770. an einerItalienischen Uebersetzung des Künstlerlexikons mei-nes sei. Vaters. In wie weit solches zu Standgekommen sey, und wo sich allenfalls die Hand-schrift davon befinde, ist uns ganz unbekannt.

Sau! (I.). So heißt bey Moehsen (Aerz-tebildn. S. n 5 .) ein uns sonst ganz unbekannterKünstler, der nach A. Stech das Bildniß desArztes Rudenicus gestochen habe.

Gaullieu ( ). Einem Gantverzeichnisse

zufolge hatte Perelle ein Blatt (le Profil 6s laVille et (Xtö äo karcellons halb Regal-Folio)nach der Zeichnung eines solchen gestochen.

Saunders (G.), vermuthlich ein Engli-scher Architekt. Er soll gegeben haben: ^Drea-tl8S on Pheatres (Honöon 179». 40.) mit rZ. Ku-pfertafeln. Ebenfalls nach der Zeichnung eines G.Saunders (ob des Nämlichen ?) gaben 1806. Kirch-tvood und Sons Lresks c>f tke Principal pamiliesoförest Lritain an<1 Irelancl 8". 12. Sch- 6. D-

* oder Sanders (I.), hieß Jo-hann; Saunders ist wohl sein richtiger Name,Maler, Zeichner, Stecher in Schwarzkuust undin Aguatinka, geb. in England um -760. undblühend zu London um 1780. Don ihm führt RostIX. 57Z. als Stecher an: Zwey Bildnisse desPrinzen G. A. Friedrichs von Wales, das einenach W. Shrop, das andere nach P. Brompton;Friedrichs Bischofs von Osnabrück , wieder nachdiesem letztem; des berühmten Englischen Wett-renners Fire-Taill, nach R. Sayer und I. Denett.Dann die Ansicht des Chors der Kathedrale vonNorwick, inAquatinta (1782.), ein schönes Blatt,ohne andern Namen, als den scinigen. Wink-lers Gantkatalog fügt hinzu, das schöne Bild-niß: Dir. darriclc 38 t stevvsrti ok tbs 8tratforcliubiles 8sptbr. 1769 geschabt nach van der Sucht(1770.); und ein Verzeichniß meines Vaters, nachEbendemselben: Di. Dloocix anä N. paclcer intüe farce ok tlis stsAi 8 ter- 06 ice. Hinwiedernennt nach ihm der Katalog von Brandes:Na/ or tke plapp^ Hover8 von Delattre,und: 8ir )okn pa>8talk von P. W. Tomkins,beydes rothpunktirte gute Blätter.

vielleicht des Obigen Sohn,ebenfalls geschickter Kupferstecher, ward in 1802.von dem seither verstorbenen Fürsten Besborodkoaus England nach Rußland berufen, um die vor-züglichsten Bilder von dessen reichen Gemäldesamm-lung in Kupfer zu stechen. In 180Z stand ebendieser Künstler im Begriffe, mit dem durch seineGeschichte der Suwarowschen Feldzüge bekanntenMajor Anthing eine malersche Reise durch Ruß­ land ans Licht zu stellen, und mit den Alterhü-mern von Moskau den Anfang zu machen. Obsolche wirklich erschienen sey^ ist uns unbekannt.In i8c>4. unternahm er, wie es scheint nach demMuster von Londons Annalen, 600. der beßtenGemälde der Eremitage-Galerie in Kupfer zu brin-gen. Hieraus entstand das in Deutschland nochwenig bekannte Werk: 6s1erle «je l'Uermita^e,Zravee au rrait ä'apres le8 plu8 beaux tab-leaux yui la compo8«nt, »vec 1a clsscriptionkil8torlgus par Oamr/le <1e 6eneve ; ouvra^sapprouvö p. §. 7 l/. I. et publie

par I-'. /(. (oder^.) Vom. I. I.ivr.I. /,<>.

?etersbour^ cker TLIIici. Jedes Heft enthalt

S a v 0 n a n z i.

i 5 . Contourblätter von H. Reiche! nach den Ori-ginalen vortrcfiich gezeichnet, und von (unsermKaiser!. Hofkupferstecher und Akademiker) Gaun-ders eben so geistreich als bestimmt in Conrvuren,doch hie und da zu größerer Deutlichkeit < durch kleineSchatten gehoben, geetzt. Die Beschreibung inRussischer und Französischer Sprache. Noch frü-her hatten Er und Ketlerlinus einige größere Blat-ter nach Gemälden aus erwähnter Galerie in Ku-pfer gebracht; der unsrige z. B. die HolländischeDame, die ihren Hund tanzen läßt, nach Micris.Noch kennen wir endlich von ihm die Abbildungeiner Laurischen, einer Samartischen und einerBosphorischen Münze, nach der Zeichnung vonReiche! geschmackvoll gestochen, auf dem Titel-blatte von Roehiers Vi88ertakion 8ur le Monu-ment «je 1a Heine LomoaarZ'e. 8°. 8t. peterz-bour^ 8 o 5 .

* Savoldo (Hieronymus ), auch Hierony-

mus Bresclano genannt, blühet« um i 54 «. O.pinus nennt ihn unter den beßten Malern seinerZeit. Von wem er die ersten Grundsätze der Kunsterhalten, ist unbekannt; einige Werke von ihm zuBreöcia zeigen ihn als einen angenehmen undsorgfältigen Künstler. So viel weißt man, daßer nach Venedig gieng, nach Titian studine, undeiner seiner guten Nacheiferet- ward; nicht ebenzwar in vielen macchinosen, wohl aber in mindergroßen Werken, weiche er mit dem auserlesenstenFleiße ausführte, der seinen Haupkcharakccr aus-malt. Dergleichen war sein liebster Zeitvertrieb,womit er, wie schon das Lex. bemerkt, mehrereKirchen beschenkte. Redendem arbeitete er auchfür Privatgalerien, wo seine Bilder ungcmeingeschätzt werden. Zairern nennt von ihm eineGeburt in St. Job zu Venedig , das aber jetztritoccirt seyn soll, dessen schönes Kolorit und sorg-fältige Bearbeitung er rühmt. Seine meiste Zeitbrachte er in Venedig zu, wo er auch gestorbenist. Zu seinem Beßten, obgleich wenig Bekannten,gehört das große Altarblatt bey den Predigernzu Pesaro , ein Bild von großer Wirkung. I»demselben thront Christus auf einer Wolke, welcheordentlich von der Sonne beleuchtet scheint; aufdem Vorgrunde vier Heilige, mir einer Kraft ge-malt, daß solche dem Auge ganz nahe scheinen,so wie im Gegentheil die landschaftliche Staffirungim Hintergründe den Blick aufs Täuschendste indie Ferne führt. Hinwieder ein kleines, aber sehrschönes und wohlerhaltenes dann ist eine Verkla-rung in der Galerie zu Florenz , welche, nebstandern Bildern von Venetianischen Künstlern, derum dieselben so hochverdiente Cavalicr Puccinidahin schenkte. I). X. 111. iZ 5 .

* Savollni (Christoph). In St. Colomba

zu Rimino sieht man von ihm ein schönes Bilddieser Heiligen. L. X. V. 102.

* Savona (il Prete di), s. den Art. Gut«dobons im Lex. sowohl als in den gegenwärtigenZusätzen.

* Savona nzi (Cmilius). Derselbe legtesich erst als reifer Jüngling auf die Kunst, undschien minder auf Calvart als auf Cremonini zuhören; so wie er überhaupt vielmals seine Lehreränderte, von L- Carracci zu Guercino übergieng,und endlich auch zu Rom bey dem Bildhauer Alsgardi Unterricht nahm. Auf solche Weise wurdeer ein guter Theoretiker und Knnstraisonneur, denman gerne hörte; indessen mangelte es ihm auchnicht an Praktik und dem Talente, mehrere Stylezu vereinen, doch so, daß der Guidescische stetsdie Oberhand behielt. Sehr fleißig waren seineArbeiten nicht immer, und er scheute sich nicht,selbst zu sagen, daß er der Maler von mehrernPinseln sey. Er lebte lange zu Ancona , dann zuCammerino. Daselbst und dort herum sieht mannoch viele seiner Bilder. Danrn L. X. V. 56 57 .Gestochen »ach ihm hat I. P. Pasqualini e>neMadonna mit St. Cakharina und St- Carl.