1458 Scalf.
* Scalf (Wilhelm). So heißt vermuthlichirrig Ralf auf zwey Blättern: le Lönölliciröuns la eabaiis, welche F. Basan nach ihm ge-stochen hat.
*Scalfurorro (Anton), starb 1764. Zu seinenArbeiten gehört auch das Schiff, welches er derschon 149h- von Baktholome Buono erbauetenKirche St. Rochus zu Venedig beyfügte. 4 -n.
— — (Bartholomö). So nennt EemanzaII. 204. einen geschickten Steinhauer, der mit demobigen Baumeister Anton um gleiche Zeit blühete.
* Scaligeri , (Bartolo, d. i. Bartholome).Lanzi (L. bl. III. 228.) nennt ihn einen der vor-züglichsten Schüler und Nachahmer von A- Varotari.Einige halten ihn für einen Paduaner, obgleich stel-zn Padua wenig von ihm befindet.
* — — (Lucia), Barrholome's Nichte.Bosch,ni nennt dieselbe, vielleicht irrig, alsSchülerin von Chiara Varotari . Lansr 1 . e. 825 .
* Scalraglia, s. Scaraglia.
* Scalvino (Peter). Nach ihm soll Fr.Zucchi ei» Bildniß des Grafen Durantes de Duran-libus in halber Figur, mit Beywerken, in gr. 4 "gestochen haben.
* Gcalvl'none (Johann Baptist). Nach P.Caliari kennt man von ihm die Hochzeit zu Cana.
* Scalzi (Ludwige. Er selbst etzte ebenfalls,nach seiner eigenen Erfindung, , 4 - große BlatterGrotteskcn und Laubwerk.
Scalzi'n, (Marcellns), ilCamerino genannt,ein Schreibmeister, vermuthlich zu Rom um 1080.Jacob Franco hatte damals schöne Schriften nachihm in Kupfer gebracht, «tönst S. 248.
* S canilnasse, oder Scaminosse, s.Sclannnose.
* Scamozz, (Dominicus), des nachfolgen-den viiicenzeu Vater, der im Lex. unter dem Art.desselben erscheint, besaß viele Geschicklichkcit,Plane von Städten und Ländern aufzunehmen.Auch hält man gewöhnlich dafür, daß Er es, nichtder Sohn gewesen sey, der das Realregistec zuSerlio's Architektur verfaßt habe, welches (nachDominicus Tode) einer neuen Ausgabe diesesWerks beygefügt wurde, und in der That dessenNamen tragt. Miri;ia(ILcl. terx.) II. ,o 5 . indessenschreibt diesen Index glaublicher dem Sohne zu.
— — (Octav Bertotti), einer der adoptirtenErben des nachfolgenden Öuicen; Scamozzi .Zu der neuesten prächtigen Ausgabe der Werke desPalladio in vier Foliobänden hatte derselbe alleZeichnungen von dessen Bauten gesammelt. Ueber-dies kennen wir von ihm: II b'orestiere illunnnstollello cose piu precisvolr Vinconra 1761.und: II korostiero rstrurto üelle cose pirr rareci'^rckitettur!,, OlaloZo eil 0. F. Vensr:.
,761. 4".
— -- (Vincenz). Bey Hause, und nachherzu Venedig erhielt er eine gelehrte Erziehung.Schon in seinem Siebenzehnten gab er den Planzu einem Landpallaste des Grafen Verlast zu Lerlabey Vicenza, welches späterhin ausgeführt wurde.Zu Venedig sah er Palladio zum Oeflern, und tratin dessen Geschmack ein; aber ihr ungleicher Humorließ es nie zum Zutrauen kommen. Mittlerweile»ahm auch Scamozzl's Ruf von Tag zu Tage zu.Eine seiner ersten öffentlichen Arbeiten war <ih6g.)die Reparatur der Kirche Salvadore, der er durchangebrachte Laternen in ihren verschiedenen Kupolendas bcnöthigte Licht gab (in 174,. gieng solche imFeuer auf). Sehr fleißig studirte er in seinenMußestunden die alten Klassiker, und wußte auchdiese für seine Kunst zu benutzen. Dann die Per-spektiv. Schon in seinem Vier und Zwanzigsten
schrieb er darüber in 6. Büchern einen Traktat,worin besonders viel von de» Bühnen der Altengehandelt wird. Um dieselbe Zeit zeichnete er einenPallast für den Grafen Tnssino zu Vicenza , undgieng darauf nach Rom , wo sein Entzücken überdie Herrlichkeit der alten Architektur fast keineGränze kannte, und er 17. Monate zubrachte, ihrevornehmsten Ueberreste auszumessen und abzuzeich-nen. Die Aufrichtung des großen Obelisken beymVatikan , gab ihm die Veranlaßung, sich auf dieeigentliche Mathematik zu legen. In i 58 i. begaber sich nach Neapel , und sodann nach ein PaarJahren wieder nach Haus. In i 58 Z. gab er in4Z. Kapiteln Erklärungen zu einem schon früher(i 565 .) erschienenen und mit Kupferplatlen vonPittoni versehenen Werke über die Römischen undNeapolitanischen Alterthümer. Als praktischerBaumeister nahm er jetzt, nachdem Palladio mittler-weile Todes verblichen, den ersten Rang ein Nunsah man von ihm in der Kirche della Carita dasGrabmal des Doge da Ponle in sehr edelin Ge-schmacke (das Brustbild von Viktoria); hierauf denschönen Vorhof am Münzhause. Bey der DurchreiseMariens von Oesterreich besorgte er Mehreres fürdie dortigen Festine, und nahm mit den scenischenVerzierungen des Olympischen Theaters solche Ver-änderungen vor welche noch jetzt bewundert werden.Dann war wieder die Herzogliche Kapelle zu Ve-nedig , und hierauf em (nicht mehr bestehndes)Theater nach dem Beyspiele des Olympischen,für den Grafen Gonzaga zu Sabionetta sein Werk.In , 588 . begleitete er den gelehrten Senaror P.Duodo, zu Bcglückwünschuug des neuen KönigesSiegismund nach Polen , und baute jenem nachherden Pallast, der noch jetzt von dessen Nachkommenbewohnt wird, sowie dem Prvcuralor Cornaro denseinigeu zu Poiziol bey Castelfranco. Hierauf folgtedas prächtige Vestibül der Bibliothek von St.MarcuS. Mitten unter diesen praktischen Beschafti-gungrn arbeitete er, von ,591. an, zwey volle Jahrsan der Revision seiner frühern architektonischenSchriften, und dachte schon damals auf daSHauptwerk seiner läea üell' Archicscruis uni-versale. Als einst einer seiner Freunde fragte:Aus welcher Quelle er vornehmlich die Grundsätzevon seiner Kunst schöpfte, erwiederte er: »AusBemerkung der Fehler, worein Andre gefallen sind".Jetzt stiegen wieder neue Bauten von vorzüglichemBelange unter seiner Leitung empor: Die Theatiner-kirchen zu Venedig und Padua , und das Klosterdieses Ordens in letzkrer Stadt; der wunderschönePallast des Grafen Lrento an der Hauptstraße zuVicenza ; und endlich, so vieler andern nicht zu ge-denken, sein Hauptwerk der neun Procuratien aufdem St. Marcneplatze, welche zusammen Eingroßes Ganzes ausmachen. Wenn mau die Gc-sammtzahl seiner öffentlichen und Privatbanken(denn die Baulust der Venerianischen Nobili giengdamals bis zur Ausschweifung) erwiegt, so begreiftman nicht, wie das Lebe» eines einzigen Mannesdafür hinreichen konnte, der noch dazu eine» gutenTheil seiner Zeit mit Reisen zubrachte, und mehr-mals die Senatoren der Republik auf ihren Ge-sandtschaften begleitete. Viermal war er zu Rom ;von rbgg —ihn», brachte er ein volles Jahr inBöhmen, Ungarn und Paris zu; und überall fander neue Quellen für Vervollkommnung in seinerKunst. Einige Jahre nachher wurde er nach Flo-renz berufen, um den Pallast Slrozzi zu bauen,und 1604. nach Salzburg zu Errichtung dortigerKathedrale, ein Werk, das an anzlehnder Mannig-faltigkeit der Theile, so wie an vollkommener Ein-heit des Ganzen, an Einfalt und an Majestät,wenige seines gleiche» hak. Don ihm ist auch,wenigstens die Hanptkapclle von den sieben, dieder schon genannte Senator Duodo, mit Einwilli,gung des Pabstes auf dem Hügel Montfelice, nennMeilen von Padua , gleichsam als Töchter der siebenHauptkirchen zu Rom errichten ließ, um es so de»Gläubigen der Republik — bequem zu machen, dieJndulgenzen in der Nahe zu gewinnen. Auch seineVaterstadt Vicenza wellte ein öffentliches Werk von