Band 
Zweyter Theil [3].
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Scamozzi .

Scan; y.

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ihm haben; in 1610. baute er für sie den neuenPratorianischen Pallast, mit dein er indessen nieganz zufrieden war. Ein Paar Jahre vorher hatteer das große Werk seiner: ldea vollendet *). Essollte aus 10. Büchern bestehen, wovon aber nurscchse bis auf uns gekommen, und noch kurz vorseinem Tode zuerst aus Licht traten. Wohin dieübrigen gerathen sind, bleibt unbekannt. Einefranzösische Uebersetzung der erster», in 8. Büchervertheilt, besorgten (1706. Fol.) C. Daviler undS. du R>). Wesentlich enthalt dasselbe die Pläneund Aufrisse der theils von ihm selbst angelegten,theils von ihm verbesserten Bauten in und umLicenza, Padua und Venedig . Gründliches Ur-theil und vollendete Erfahrung kann man dieserFrucht von Scamozzi's ganzem Denken über alleTheile seiner Kunst nicht absprechen; dafür wünschteman dieselbe minder überladen mit jenem seinerNation, und überhaupt seiner Zeit eigenen Un,maaße unnützer Citate, und die beygefügten Blattermit mehrerm Geschmack ausgeführt; hat doch sonstkein andrer Baumeister seinen Säulenordnungensolche Zartheit zu geben, sie mit so viel neuen Ver-zierungen zu bereichern, und Einfalt, Correktheitund Pracht so gut zu verbinden gewußt. Vor-trestich verstand er auch, in Bistre zu zeichnen. AlsMensch hatte dieser große Mann bedeutende Fehler;vornehmlich den einer fast unerträglichen Eitelkeit,die er bald durch ganz Europa zur Schau trug,und die auch sehr unangenehm in seiner Jdea auf-fällt. Eine Schrift von ihm über die LicamiUiimpsre« des Virruv ist verloren gegangen,

(nach Teinanza) I. 1Ü5—91. Milizia(Ld. ter?.) II. tv 4 — II». spricht ungefehr in demnämlichen Sinne von Scamozzi wie Lemanzs,und fügt dann (l. c. HO— 58 .) eine sehr lehrreicheVergleichung seiner Lehre von den Säulenordnungenmit derjenige» von Vitruv , Vignola und Palladiobey. Sehr rügt er es übrigens an dem Unsrigen,daß er den letztem dadurch zu übertreffen wähnte,wenn er mit möglichster Geringschätzung von ihmsprach. Nach Milizia war es in 1079. wo Sca-„rozzi nach Rom gieng, sich dort 00m Padre Claoioin der Architektur unterrichten ließ, und sein Werküber die dasigen vornehmsten Banüberreste desAlterthums (das Colisäum, die Antoninischen undDioklerianische» Bader besonders) vorbereitete,was aber eben von keinem großen Werth seyn soll.Sein Denkmal des Doge da Ponte, und die Sze-nerien auf dem Olympischen Theater, so wie seineNachahmung desselben zu Eabionetta erhalten auchhier das gebührende Lob. Die Ausführung einerandern Kirche (der Coelestinerinnen im Geschmackedes Pantheons) wurde durch Weiberintrigue hin-tertriebe». Sein Werk war (ausser dem bereitsoben erwähnten), neben so viel Andern», auch dieberühmte Festung Palma in Friaul , zu welcher er109Z. den Grundstein legte; dann zu Genua derPällast Ravaschieri. Bey d'ArgensviUe sowohlals bey ^lilizia findet sich die mehr und minderausführliche Beschreibung und Beurtheilung sämt-licher dieser Bauten. Begraben liegt Scamozzi in der Kirche St. Johann und Paul zu Venedig ,wo ihm ein Denkmal errichtet werden sollte, wasaber wegen eines Streits über seine Erbschaft un-terblieb, in welche er einen Adoptivsohn (AndreaToaldo Scamozzi) aus der Familie der Gregorieingesetzt halte. Erst im XVIII. Jahrhundert er-baute ihm letztre ein solches in St. Lorenzo zu Vi-cenza, mit einer pauSbackigten Jnnschrift. Eineigener Traktat von ihm über die Perspektive hatsich, so wie jene vier mangelnde Bücher seinerJdea, bisher nirgends, gefunden. DaS sechstedieser Bücher (über die Säulen-Ordnungen) isteigentlich sein großes Meisterstück. Noch bemerkenwir, das Joseph Gualdo, der Scamozzi'sLeben beschrieben hat, ihm Palladio ausdrücklich»um Meister giebt, was aber Temanza in Zweifelzieht. Die Blatter zu seinen: Oincorsi sopraI'Knticüitä di kioma, con go- tavols in rums

(siol. Vene?.. 585 . > hat B. Pittoni gestochen (Gan-dellini schreibt solche, wohl irrig, Scamozzi selber zu); diejenigen zu einer (also ältern als derd'Avilerschen, Uebersetzung seiner Jdea, J.Marok;und M. Cartari, nach seiner Zeichnung /die Bäderdes Diokletians . Ein Original - Biiduiß unsersKünstlers, von welchem wahrscheinlich alle späternentlehnt sind, findet sich in der von Palladio er-bauten, jetzt noch einem Marchese de Capra zu-ständigen Billa (Rokonda) dieses Namens, nähebey Vicenza. l. 160.

* Scanavino oder Scannavini (MarcAurclius oder Maurclius), der im Lcx. im Art. vonFranz dieses Geschlechts erscheint, st. 45. I. all.Derselbe (heißt es bey Lanz, (lrl. X. II. 270 -71.)ist unter die Wenigen zu zahlen, die sich beflissen,ihren Meister Cignani in seiner gewissenhaften Ge-nauheit nachzuahmen. Von Natur langsam, konnteer keine Arbeit verlassen, wenn solche nicht in allenihren Theilen vollendet war; davon ließ er sichselbst durch seine reg anhustn domi nicht abhalten,und gönnte dem eilfertigem Avanzi seinen größer»Verdienst ohne Neid. Dem edeln Hause Bevilacquazu Ferrara , wo er in Aldovrandini's Perspektivbilderdie Figuren malte, gereicht es übrigens zur Ehre,daß er ihn übervertragsmäßig bezahlte. Sonstmalte er Weniges in Fresco, was eben keinenzaudernden Künstler erheischt. Desto Mehreresin Del. Zu seinem Beßten in dieser Gattung zähltman einen St. Thomas di Vilianova bey denAugustiner-Baarfüßer», und in der Kirche dellaMortara (beyde zu Ferrara ?) eine St. Brigitta inOhnmacht, von Engeln unterstützt. Dann besitzendie Häuser Bevilacqua, Calcaguiiii, Rondinclliund Trottj von ihm Bildnisse (für welche er einvorzügliches Talent besaß) und Halbfiquren, nachCignani's Weise. In Allem herrscht eine Grazie,ein Jmpasto und eine Kraft des Kolorits, in solchemMaaße, daß er keinen seiner Kuustgenosscn, mitdenen er etwa in Vergleichung kam, für Anderes,als für ihr besseres Glück beneiden durfte. — Fastvermuthen wir, Lanzi, bey dem sich Franz Sca-navino überall nicht findet, habe aus diesen beyde»Fcrraresern, gleichen Geschlechts, und Mitschülernbey Cignani, Einen geschaffen.

Scandellara (Anastasius ). So heißt ir-gendwo, ohne Weiteres, ein Maler zu Bologna ,wo man in verschiedenen öffentlichen Gebäuden vonseinen Werken finde.

— — (Maniano). Und so ein Andrer, derdie ganze St. Marcus-Kirche zu Bologna mit Ver-zierungen bemalt habe.

— — (Philipp). Und so ein dritter, Oerers,des Perspcktivmalers im Lex. Bruder, ein Bild-hauer; lernte bey Angelus Pio und ward Mitgliedder Academia Clemenlina zu Bologna . I» ver-schiedenen Kirche» dieser Stadt finde man vonseinen Kunstwrrken.

Scanelli (Franz), von Forli . Ein solcher(ob selbst ausübender Künstler, ist uns unbekanntschrieb: II Morocosmo dsUa Uitkura (Lsssna

1607. 40.)

* Scanttabecchi, s. Scannabeechi Dak-niasio in den gegenwärtigen Zusätzen, wo er durchDruckfehler Scannabucchi heißt, und TheresiaMurarori, welche eben diesen Beynamen trug,

* Scannavini, s. Scanavino,

Scanzy (Jacob), ein wenig bekannter ita-lienischer Maler des XVll. Jahrhunderts. BeyBeschreibung der H. Elisabeths-Kapelle an demDome zu Breslau , deren ganzer Bau nach korinthi-scher Ordnung aufgerichtet ist, sagt man: „Dasmittlere Gewölbe aber, die Kuppel und Laternstellen die himmlische Glorie Aller Heiligen vor.welche von dem berühmten Architekt al Eresco(sie! ?) verfertigt, und von dem kunstreichen Maler

Irgendwo hat der Titel desselben: Id«L clcli' -ZrobuettiirL universale k. I «t II. lsol. Venet 615. das sonder-bare Anhängsel i>L. i» >. e !U r. «ieils msuo di (?).

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