r474 Schaufel ein.
der innern Flügelscite rechts das Fegfeuer u. s. f.links die Legende von Et. Christoph; auf denAußenseiten der Flügel mehrere Auftritte des Pas-sions (Eine nähere naive Beschreibung alle dessens. l. c. Vlll. Anderes Gemaltes von
ihm findet sich in der Hanptkirche ;n Schwabach ;und wieder Anderes zu Nürnberg (im PrannischenKabinet einst ein Petrnskopf). In der Galeriezu ponimersfelden: Cimon, von seiner Tochtergesaugt/ Z/ icvs hoch, 4^ 5" breit; und in der-jenigen zu München eine Begräbniß St. Jo-hanns des Täufers 2^ hoch, 2^ 8" breit, vonMännlich urtheilt von ihm: „Er gieng zwarden Weg, welchen Dürer ihm gezeigt halte, ver-weilte aber bey jeder Kleinigkeit, die ihm begeg-nete, und verfehlte das erhabene Ziel, woruachsein Meister strebte, vielleicht dadurch, daß er eszu ängstlich suchte, und durch Nachahmung zuerreichen suchte". — Die reichste Litteratur dann dermit seinen verschiedenen Monogrammen bezeich-neten Platter treffen wir allerdings bey BarrschVll. 2,2—72. an. Vier Blätter Geschichten ausdem Allen, ein und dreyßig aus dem Neuen Te-stamente , neun und fünzige aus der Legenden-Gcschichtc oder sonst religiösen JnuhaltS, undacht und dreyßig aus weltlicher Geschichte (122.Bi), worunter indessen die n8. Bl. des Tcwr-dankü bloß für Eine Nummer gezahlt sind. Etwasunbestimmt heißt es in der aus Meusel's Mu-seum X. angeführten Notitz: „Man findet vonihm die schönsten Zeichnungen und Holzschnitte indem berühmte» Ri'rcrbuch der Tewröank genannt,welcher in der Churfürsti. Bibliothek zu Dreödenaufbewahrt wird ". Sollte hier von wirklichenZeichnungen unsers Künstlers die Rede seyn?Denn sonst ist das Werk bekanntlich zwar äußerstselten, doch immer in mehrcrn Händen, theils dieerste 1217. zu Nürnberg gedruckte, theils die zweytet5><). bey Schonsperger erschienene Ausgabe des-selben. Von den 118 7" hohen und 5" breiten Bl.sind 8. mit seinem Monogramm versehen; diese sol-len, nach Barrsch an Werth alle übrigen übertref-fen, und wahrscheinlich Schaufelein solche selbstauf die Platte gezeichnet haben. Eben so werdenin jener Litteratur bloß für Eine Nummer gezählt:Das 8psculum Pussionis blnrombsiA. ihr,/,in 26. und die Ooctrinu, vita uk passiv ch C.Pranoof. 1H27. in LZ. Bl. Von dem ersten in-dessen sind nur 2., von dem zweyten 47. mit sei-ner Chiffer signirt. Ferner: Die Hochzeittänzcrin 20. Bl., darunter jedoch nur h. mit seinemMonogramm. Zwey mit: Der Teutsch Cicero,Augsburg 122', und Hiinmetwagen und Höl-lewagen , durch Hans v. Ce 0 nr 0 dr , Augs-burg i5t7- rubrizirt, sind bereits unter den 122. NXbey Barrsch begriffen. Jener der deutsch Ci-cero übrigens enthält ganz anderes als was manvermuthen sollte, nämlich geist- und weltliche Ge-schichten, vom Fall der Engel an bis auf — Wil-helm Teils glücklichen Schuß; so wie der Himmel-und Höllenwagen allerley. zum Theil unverständ-liche Anspielungen und Sinnbilder auf Tugendenund Laster. Von Einzelnem bemerken wir hiernur ein, für die Ausführung zwar schlechtes , aberwegen seines Gegenstands desto merkwürdigeresBlatt; nämlich St. Johann Campistran (Kardi-nal), der (wie eine gleichzeitige Schrift anf demAbdrucke^ in der Kaiser!. Bibliothek zu Wien esnaher erläutert) in 14^2. durch eine in Nürnberg unter freyem Himmel gehaltene Predigt bewirkt,daß dort 76. Schlitten, 2640. Brettspiele, 4o,uuu.Würfel, ein großer Haufen Kartenspiele, unter-schiedliches Geschmeide und andrer zur Hoffahrtdienender Schmuck auf offenem Markt verbranntwurde. Nach der oben angeführten Notitz inMeusel's M Misc. (wo aber überhaupt an-genommen wird, daß die mit Schaufeleins Mo-nogramm bezeichneten Holzschnitte seine eigene Ar-beit seyen), würden sich noch dergleichen Blätterfinden: In Sch Warze» bergs Buechlin wi-der das Zutrinken, in dem Memorial derTugend, in den deutschen Uebersetzungen von
S ch a u l.
Dictys Crerensis Trojanischem Belege(Augsburg i5)o.) und von Boccazens für-nehmsten Historien von rviderwertigein Glück(Augsburg if>4N). Von der Kassie, I). bl. Zesuöliristi wird hier, nach panzern, eine Augs-burger-Ausgabe von M5. bloß Mit 2g. Bl. an-gegeben Bey Bost I. )6. heißen die Schö-pfung der Eva und die Hochzeittänzer, so wie beyPXnkler der reiche Mann und der arme Lazarusselten, bey lehterm die Dvotriua, Vita er Passiv(hier mit deutschem Titel und 72. Vorstellungenauf 26. Bl. zu beyden Seiten gedruckt) schön,und vollends als ein Kapitalblakt (was auch"Barrsch NX gb. nennt, hier aber genauer be-schrieben ist): Eine ältliche Mannsperson in einemGarten, mit einem Glas in der Hand, mit einerjungen Frau in ernster Unterredung begriffen; hin-ter ihnen ein Jüngling mit einem Papagay aufder Hand, auf einem Pavillon Musikanten u, s. f.Ebenfalls der Katalog von IVmkler endlich willvon unserm Künstler vier mit dem Grabstichel ge-fertigte kleine Blatter (ob auch mit der Chiffer?)kennen: Christus am Kreuz, St. Christoph, einenEinsiedler, von einem Engel gcsviesen, undden Tod der H. Jungfrau; so wie ein Verzeich-nn; meines sei. Vaters, was wir sonst nirgendsgefunden: Franz I. Ranzionirung, und: Hcrodias,eine sakyrische Vorstellung der Lustbarkeiten, wel-che Carl V. fünden gedachten Monarchen (>522.)zu Madrid veranstaltet hatte. Noch bemerken wir:Daß der elende Basan (INI. ssc.) nicht nur keckgenug ist, unsern Künstler in ih/,2. zu Frankfurt arbeiten zu lassen, sonder ihm vollends Blätter zueiner Lutherschcn Bibel von 1289. zueignet. Dann,baß, nach Grrurrs Meynung, ein jüngererBruder von Schaufelein ebenfalls in Holz ge-schnitten, und sich derselben Zeichen, wie Hans,bedient habe. Diesen lüngern hält er für denKünstler der Blatter in der: Ooctring, Vita etPassiv von 1527. Allein ganz ohne Grund. Wohlweiß man, daß Hans einen Bruder Conrad ge-habt (s. die Notitzen in den Hs. M-scell.); alleinnirgends findet sich, daß solcher, so wenig alsihr Vater Franz, die Kunst geübt habe. Dage-gen hatte Hans einen Sohn gleichen Namens:
Schau fei ei n , Schaeufelein oderS ch a e u ffe l e i n (Hans), der Jüngere ,ebenfalls Maler, der 1242. sein Bürgerrecht zuNördlingen aufgab, und nach Frcyburg jn derSchweiz zog. (Hier müßten wir vielleicht etwasvon seiner Arbeit suchen). Allein auch dieser istmit keincrlcy hinreichendem Grund unter die Form-schneider zu zählen.
Schausus oder Schau fuß ( ) ein
sehr geschickter Maler und Kupferetzer von Dres-den , Schüler von I, E- Schocnau, war um 1780.Mitglied der dasigen Künstlerakademic. Späther-hin arbeitete er an der Porzellanfabrik zu Meißen ,wo er 1809. noch lebte. Schausus zeigte sichverschiedentlich auf den Dresdner -Kunstausstellun-gen. So z. B. sah man von ihm 1784. ein alsmalerisch angezogenes Bildniß in Miniatur (über-aus glühend kräftig); 1782. schöne Malerey aufPorzellan; 1798. Romeo und Julie, Polfiena amGrabe des Achilles, Orest und Pylades. Zu Hor-rer's Communion- und Erbauungsbuch für evan-gelische Christen (Meißen i8ov. 8X) hat Darn-stedt einen leidenden Christuskopf in punktirterManier nach ihm gestochen. Don ihm selbst kenntman eine Danae nach van Dyck , ein Bildnißnach Mengs, und etwas nach Solimena . A/sc.Bey Mensel und Bost finden wir keine Spurvon ihm. Noch in 18r2. erscheint er wieder aufdem Dresdner -Salon mit einem Eremiten nachG. Douw in einer bunten Sepiazeichnung.
Schaul ( ) gab um 1810. eine: vollstän-
dige reursch-englisch französisch - und Italie-nische Schveibkunst. Heilbronn am Neckar in 4X(Preiß 1. fl. Zo. kr.); dann auch Ebendieselbe ineinem Auszugc für Schulen (Pr. 18 kr.). Werdiese Blätter etwa gestochen hat, ist uns unbekannt.