Band 
Zweyter Theil [3].
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1479
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S ch e i d l.

zu: klantar. rarior. Iiorki Lassaro! 8ohoenbrun-uensis Vol. 1 - (ViennW, ftonä., HuZcl. kstav.1797. gr. Fol.) alle die Künstler die ihm bey sei-nen verschiedenen kostbaren botanischen Prachtwersken (d. h. bis 1797.) geholfen hatten. Der ersteseiner Maler war Franz Scheid!, der ihn beyden meisten Reisen auf den Alpen begleitete undalle Pflanzen zu dem Wiener botanischen Garten(k^orcus botanivus Vinclobonsusis 1770—76.)und zu der Oestreichischen Flora (k'lora Fustriaea177Z—78.) malte. Ihn erkennt Iacquin für denschnellsten Maler den er je hatte; indem er wah-rend dieser Zeit viele Tausende von Pflanzen, Con-chylien, Thieren u. a. naknrhistorischen Gegenstän-den mehr abbildete. Nach Beendigung gedachtenGartens minder Flora verließ er Wien und giengnach Dänemark . iNoch fügen wir bey, daß dieneue» Dresdner Merkwürdigkeiten, Jahrg.179Z. G. 222. unter den 1792. zu Dresden neuangekommenen Fremden einen Scheitel, Maleraus Wien , aufzählen. Vielleicht mag dies unsernetwa in sein Vaterland zurückgekehrten Künstler,in irriger Namensschreibart, bedeuten). — Diesemfolgte Joseph Hofbauer, welcher die Zeichnun-gen zu dem ganzen ersten und den folgenden vierHeften vom zweyten Bande der Abbildungen sel-tener Pflanzen (Icons8 plaritsrum rariorum1761—90. 3 . Theile gr. Fol.) lieferte, sodann aberdie Malerey vernachläßigte. — Der dritte, Fer-dinand Bauer , reiste, nachdem er für letzteresWerk Mchrereü gemalt hatte, mit dem BotanikerSibthorp, als Zeichner desselben, von Wien nachGriechenland und in die Türkey. — Franz Bauerersetzte, so viel er anderer Abhaltungen wegen imStande war, die Stelle des vorigen, seines Bru-ders; er hielt aber nur kurze Zeit aus, da er balddarauf mit dem jüngern Jacquin (dem Sohne)nach London gieng. (Von diesen beyden vorzüg-lich ausgezeichneten Künstlern wird künftig mehrgesagt werden). Anfangs 1789. nahm Iacquineinen neuen Maler, Namens Johann Scharf,an. Derselbe diente zuerst als Küchenjunge ineinem Kloster; da aber seine schwächliche Leibes-konstikution der harten Arbeit nicht gewachsen war,so verließ er das Kloster nach einigen Jahren undlernte bey einem Tapetenmaler, um sein Leben zufristen. Scharf's Talent entwickelte sich jedochso, daß er schon angefangen hatte sich ordentlichzum Künstler auszubilden, als ihn Iacquin inseine Dienste zog und ihm die Anfangsgrunde derBotanik und den Gebrauch der Microscope bey-brachte. „ Nach wenig Monaten" (sagt Jacquiii)„besaß ich an ihm einen sehr guten Maler, derganz in die Fußstapfen der Gebrüder Bauer trat;und gewiß würde er ein ganz vorkreflicher Malergeworden sey», wenn er nicht Ende 1794. leidernoch im Anfange seiner Jünglingsjahre, an derSchwindsucht gestorben wäre. Er hakte alle übri-gen Hefte der lconum rariorum, ungefähr 180.Tafeln des (obenangcführtcn) Gartens von Schön-brunn, und alle die der iVlono^raphiss nxalis(> 79 l- 4 °-) >n Zeichnungen ausgeführt. Ohne eserlernt zu haben, radirte er auch letztere Mono-graphie eigenhändig in Kupfer. — Sein Nach-gänger war Martin Sedelinayer, der fast alleübrigen Pflanzen des Schonbrunner Gartens, zurZufriedenheit Jacquin's (welcher zugleich, alsProbe seiner Kunst, auf die Ansicht der Rslieo-nia Iiumills in dem ersten Bande Dahh. 7,8. u. 49.verweist, an der wir aber, rücksichtlich der Kunst,wenigstens nichts ganz Außerordentliches erblicken)vollendete und noch 1797. bey ihm beschäftigt war.— Unter den vielen gebrauchte» Kupferstecherndann zeichneten sich Jacob Adam und IgnatzAlbrecht aus- — Der bcßte Kolorist der Kupfer-blätter , welcher zugleich auch die Lejtung diesesGeschäftes über sich nahm, hieß Franz Hofer. —Noch bleibt uns einiges über den angeführten Jo-hann S^charf zu bemerken. In Romer'sArchiv für die Botanik, Band ft St. 1. «.Leip-zig 1796. 40. S. iZZ.) hält man denselben (derübrigens aus einem Versehen, was sonderbar genug

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ist, hier stets mit dem irrigen Namen Schadgenannt ist) und seine Kunst für wichtig genug,um dem botanischen Publikum sein Absterben alseine traurige Nachricht mitzutheilen. „Er starbin der Blüthe der Jahre" (heißt es) „dieser vvr-trefliche Naturmaler, dem wir die schönsten undgetreuesten Tafeln Jacquin's und Schmidt'« zuverdanken haben Bewundernswürdig war seinGenie, sein Auge unübertrcflich genau, und seineHand außerordentlich geschickt und flink. Aberdurch die drückendste Dürftigkeit gezwungen ' (eineben nicht zum Lobe Jacquin's dienender Auf-satz in Usteri's neuen Annalen der Botanik,St. 6. Zürich 1794. S. 12h. sagt unter andern,daß der vortrefliche Maler Scharf, die Haupt-person bey den theuern Werken des Herrn v. Iac-quin, so oft er für denselben arbeite, nicht alleindie Mittagskost, sondern obendrein für den Tagnoch einen Gulden erhielt) „war.sein überspann-ter Fleiß, der ihm auch die Nacht nicht zur Ruhevergönnte, die Ursache welche seinen Tod herbey-führte". Endlich sagt I. c. der anonyme Einsen-der: „Ich habe zwar niemals von seinen Talen-ten einigen Vortheil gezogen; aber schätzbar warmir der Mann immer, und ich finde keine Worte,die meine Rührung über seinen Verlust ausdrückenkönnten".

Scheidler ( ). So heißt bey Llpowskp,

ganz ohne Weiteres , ein Maler zu Eggenfeloenim Salzachkreise.

Scheid! in ( ), ein Oberhofgärtner zu

Stuttgart um 1780. Auf der Militärakademiedaselbst lehrte er Risse verfertigen und das Feld-messen. F. Ekkard' s Handbuch der hoheruLehranstalten Deutschlands , Lh. I. S. 242.

* Scheindel oder Scheyndel (GeorgHeinrich von), Zeichner und Kupferetzer, geb. inHolland um 1600. Derselbe war ein Zeitgenossevon Buytewech, und wohnte vermuthlich, wiedieser, in Rotterdam Meist etzte er, mit einersehr geistreichen Nadel, kleine Blätter in EallotsGeschmack; bald Landschaften, mit angenehmenFiguren, bald GartungSstücke. Von erster» z. B.

plii^Eito Lanüschap^on (11. Bl.); eineLandschaft mit Schlittschuhfahrern u. s. f. Vonletzter» eine Folge von 12. Europäischen, Türki-schen und Griechischen Figuren; dann Bauernge-seilschaften, Oorfjahrmärkte, den ZahnauSreißer,den Verbrecher der eben hingerichtet werden soll,u. s. f. Dies Alles ohne weiter» Namen als den(einigen. Ferner eine Folge von 12. weiblichenländlichen Figuren der verschiedenen Cantone vonHolland , nach W. Buytewech. Seine Blätterbezeichnete er mit 6. V. 8. Beevendrecht, Dan-ke«, Visscher verlegten sie. Rost V. 385 — 84 .Lauf. et Vva»cü§.

Seheiner (Christoph), Jesuit, guter Ma-thematiker und berühmter Astronom. In 1611.erfand er den Storchschnabel und beschrieb den-selben in einer eigenen sehr seltenen Schrift: ?an-toAraphice, s. arg per Parallelogramm um lineare(Uomse 16Z1. /ss.). Auch ließ er neben Andermeiniges über die Pcrspcktiv mit Kupfern im Druckausgehn. Derselbe war 1076. zu Wald unweitMindelheim in Schwabe» geboren, und starb zuNissa i 65 u. als Erzherzoglich-Oestreichischer Ma-thematiker und Beichtvater. UebriqeuS macht manes demselben zum gerechten Vorwurf, daß Er essey, welcher aus niedriger Eifersucht die Inqui-sition gegen den berühmten Galilei aufhetzte undhierdurch die letzten Jahre dieses großen ManncSverbitterte, weil derselbe die Entdeckung der Eon-nenfleckcn tniit Recht- ihm streitig gemacht hatte.In einem Auszuge auö seiner Schrift über denStorchschnabel, den der dritte Theil von M. B.v a I e n r in i' s Schaubühne der Welt (Franks,am Mayn^i/ift Fol. S 71.) liefert, heißt es:Daß als Scheinet 160Z. zu Dillingen in Schwa-ben Professor war, er in die vertraute Freund-schaft eines sehr geschickten und dabey in vie-