148 » Scheit.
len Heimlichkeiten erfahrenen Kunstmalers, deslahmen Georg'«, gerathen sey. Dieser habeihm einst vertraut, wie er das Kunststück versteheein Bild abzuzeichnen, und doch einzig dabey nurdas Original anzuschauen. Der wißbegierigeScheiner konnte nichts weiter von ihm erfahren,brachte aber endlich durch fortgesetztes eifrigesNachdenken sei» Kunststück glücklich heraus, undzwar in einem noch vollkommnern Grade, als esder hierdurch ganz überraschte und verwunderteMaler selbst anzugeben wußte. — Unterdessen istdiese für manchen so wichtige Erfindung doch alter,da schon Pegel, Professor zu Rostock , davon 1204.in seinem Bliche: Dkssnurus rsrum geleetsrurnma^narum, lll^nltarum, utlllum, suavlunr etc.k>. 168. zu sagen weiß.
Scheit (Hans). So heißt irgendwo, ganzohne Weiteres, ein deutscher Meister, der durchZeichnungen bekannt sey.
Gcheirei, s. oben Scheid!.
Scheirer, auch Sckreirher (Joh. Bern-hard) lebte in der letzter» Hälfte des XVII. Jahrh,als Ingenieur und Major in Fürstl. Draünschweig-Lüneburgischcn Diensten. Derselbe hat über dieKriegsbaukunst geschrieben; als: diovissima Pra-xis niiliraris (Brannschwcig 1672. Fol. mit Kupf.)und blxamsn torriücacorium (Straßburg 1677.Fol. mir Kupf.). Da Scheirer in seinen Schrif-ten ein Hauptwerk Georg Rmrpler's (welcher,so wie er selbst, ein Schüler von dem im Sup-plement schon erwähnten G. E. Gorck war), wasden Titel führt: Die befestigte Festung, an-gelastet hatte, so gab dieser dagegen heraus:Herrn Job- Bernd- Scheitere, Inge-nieur« , furieuser Sturm aufdie befestigteFestung, tsralirer abgeschlagen von GeorgRimpler (Frankfurt 1678.).
*Scheiy, Scheits od. Scheutz (An-dreas). Auf letztre Weise schreiben ihn und sei-nen nachfolgenden Vater < unter dessen Art. er imLex. erscheint) die Hamburgische Künstlernachrich-ten. Derselbe war geb. zu Hamburg , blühe«von 1677—1710. und starb zu Hannover um dieMitte des XVIll. Jahrh. Dieser Künstler malteund etzte im Geschmacke seines Vaters. Auch seineZeichnungen sind denen des letztern in jedem Be-trachte gleich, und werden daher fast immer mitdiesen verwechselt, /kumb, X. IV. 8. 62. Vonihm selbst geetzt nennt der winklersche Ganlka-talog 7. Blätter; darunter vier Bauernwirthschaf-ten und Lustbarkeiten mit schönen Landschasls-gründen, mit seinem: inv. et isc. bezeichl/et.Dann nach seinem Vater ein: sine staccüo erLerere; einen Satyr der einen Bauerntisch ver-laßt , weil er sieht, daß dort — wie überall —Kalt und Warm geblasen wird; und die Bäuerin,die sich über einen zerbrochenen Krug im Kopfekratzt Gestochen hinwieder nach ihm haben BanseLeibnitzens Bildniß; dann C. G. Raspe und Fic-quct wahrscheinlich Kopien nach dem erster».
* — — (Matthias), geb. zu Hamburg um1640. (a. K. bestimmt 1646.), und daselbst gest.gegen End des XVII. Jahrh. Von ihm liestman: Hamburg . Xünstlornaoür. 8. 65 ., wo er,wohl irrig, Martin heißt: „Derselbe malte Allesmit einem dreisten Pinsel, und zeichnete fast durch-gängig richtig. Seine Pferde und Bambochadcngleichen aber mehr denen von P. de Baar alsWouwermanns. Seine Zeichnungen sind alle mitder Feder entworfen, nnd die Schatten mit leich-ten Tuschen eingesetzt". Er übte sich bald in jedenWeisen. In den deutschen Gallerten sah man vonihm (einst) zu Salzchalum ein Männer- und einFrauenbildniß, und ein Gattungsstück; zu j)om-»ttersfelden eine 6—7^ hohe und i« breite Hirsch-jagd. Nach ihm gestochen haben: I. Gole dasBildniß eines Hamburger-Pastors, Winkler; Melch.tzaffner (1677.) das des Chemisten Fr. Basil. Va-lentinus; L. Visscher des Stanislaus kubnietzky,
Schell.
zu dessen: Ichsstrum Lometicum (bussö. katsv.1681. Fol.), und Seb. Stoopendael das allego-,rische Titelkupfer zu eben diesem Werke. Dannvon Geschichtlichem H. von Heensberg David mitder Schleuder vor Goliath; G. H. Wolfgangund B. Kilian die Taufe des Beschnittene» derKönigin Candace, und — Marius auf den Rui-nen zu Karthago ; I. Sandra« eine Marter St.Stephans; I. G. Waldreich eine Anbetung derHirten, die Auferweckung Lazarj und eine Fuß-waschung (wo mögen wohl diese Geschichtsbilderhingerathen seyn?). Hinwieder kennt man vonihm selbst geetzt mehrere Blätter in Teniers Ma-nier, doch mit zarterer Nadel, welche (so wie auchdie seines Sohns) sehr gesucht und selten sind;wie z. B. von ihm zwey Landschaften mit Bauern-gesellschaften; vier Blätter Kinderspiele (die vierElemente) 1671. und zwey: Ein Mann trägt einenjungen Wolf im Hut, und: Die Brillenhändler(1678.), klein. Toft II. 19—20. //ünL/r»-.
SeheIcher (Carl Friedrich), Zeichenmei'steczu Dresden. > Derselbe fieng in Kurfürst!. Dien-sten, an dem dortigen Manege, sehr frühzeitig an,sich als Dilettant bey der Akademie in den zeich-nende» Künsten zu üben; und gab dann, bey nied-rer» Ausstellungen, Beweise seiner glücklichen Fort-schritte in mit vielem Fleiße »ach der Natur ge-zeichneten Landschaften sowohl, als in Copie» histo-rischer Gemälde in Miniatur. Eben so lieferte ermit vielem Fleiße geetztc Blatter und Vignetten.In dem Dresdner -Adreßkalendervon 1810.erscheint er nicht mehr, wie hingegen sein nachfol-gender Bruder:
— — — (Joh. Friedrich Adolph), Zei-chenmeister zu Dresden , geb. daselbst 1762. Der-selbe widmete sich frühzeitig in dortiger Akademieder Zeichenkunst, und gab bey den Ausstellungenöfters Beweise seiner erworben Kenntnisse. Vor-züglich glücklich war er im Zeichnen von Land-schaften nach der Natur, welches seine Revierebey und um Dresden beweisen. Ueberhaupt fin-det man bey ihm die vorzüglichsten Sächsischen Gegenden, sowohl groß als in Miniatur gezeich,nct. Er lebte »och zu Dresden um 1809. Erkopier auch historische Gemälde nach der HIarur(was heißt das?). Mensel' s A. R- L. Tel-ler nennt ihn auch Portraitzeichner nach der Natur,und Hapmann Bildniß-und Bataillenmaler.
Scheid on, s. unten Sheldon.
Schelf'as (Abraham) malte vor i6ao. denGeschlechtcr-Tanz in der Stube der adelichen Ge-sellschaft zu Augsvurg, der ihm mit luo. Kronenbezahlt wurde. Er war ein nicht gemeiner Künst-ler (Llpowskp sagt: ein mittelmäßiger Maler),von Sterten S. 282.
— — s. unten auch Schellhaas.
Schelkens (Abraham). So heißt in vonLersners Chronik II. 227. ganz ohne Weiteres,„ein sehr berühmter Maler", von welchem indes-sen auch der fleißige Hüsgen (N. A. S. 66—67.)nicht Mehreres ausfindig gemacht, als daß der-selbe zu Frankfurt am Main ein ansehnliches Kunst-kabinet soll besessen haben. Ein Anverwandtervon ihm war vielleicht ein Gelehrter eben diesesGeschlechts, von welchem von Usfenbach II- 298.gleichfalls ein Münzkabinet und eine ansehnlicheBibliothek anführt.
Schell (Martin), Münzmcister der AbteyMurbach, und, wie er sich gleichfalls nennt, Ver-walter zu Gebweyler, Da sich derselbe vieler Verge-bungen in dem Münzwesen halte zu Schulden kom-men lassen, so wurde er dieserhalb in dem Mnnz-probationsabschiede des Oberrheinischen Kreises(d. d. Worms 1619.) zur Verantwortung aukge-.rufen Hirsch Deutsch. Münzarch.TH. VII.S. 467.