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zeigte sich wirklich in seinen Werken/ ausser demtechnischen Gehalt derselben, ein Genius der Er-findung, welcher originelle Ideen in gelungenenZügen mit leichter Hand sichtbar zu machen weiß,und nebenbey ein Hang zu komischen und saty-rischen Vorstellungen, dem er sich nachwerts sogerne überließ. Eben so verschaffte ihm seinesemperlustige, und dabey gutmüthige Laune imUmgang überall Freunde, denen er sich gerne hin-gab, wenn es darum zu thun war, einen halbenTag in unschuldigem Müßiggang zuzubringen:»Nur mußte man nicht mehr seyn wollen, als erselbst— denn das hielt er für Hochmuth; aber auchnicht weniger — denn ihm gefiel der Trotz derGleichheit, und war er daher — wie noch manchelustige Leute — oft im Fall, daß er die Stille derDemuth für heimlichen Stolz ansah Mittlerweilegieng er, wie er selbst zu sagen pflegte, den Wegalles Fleisches; d. h. er verheyrachcte sich; undals jetzt bald die Sorge einer Haushaltung auf ihmlag, mußte er sich mich nach reichlicherm Erwerbumsehen. Diesen fand er hauptsächlich bey denBuchhändlern; was freylich für den ächten Künst-ler, der bekannten Nachtheile viele hat, wenn erzumal sich nicht entschließen kann, Einer Kunst-gattung sich so gut wie ausschließlich zu wechn.Uebrigens nahm sein Leben, von da an, einen sehreinförmigen Gang. Er fiyirte sich, einen kurzenAufenthalt, den er späterhin in Basel und Bern machte, ausgenommen, für immer in seiner Va-terstadt.
In jenem Nekrolog werden noch, neben denschon angeführten, von seinen Arbeiten genannt.Von Entomologie: ZuI. E-Füßir's Magazin fürdie Liebhaber der Entomologie 8". Zürich 778—79.5. Taf. — Für: A A /Loemer' Oensra Inseoto-rum 4. 782. 5 . Taf — Für II. E- Füßli's achtHefte der Jnsettengeschichte Zürch 778-86.HZ. Tafeln. — In den ersten Theil von Serbst'sNaturgeschichte der Krabben, wenigstens 14,Taf. —Zur Helver. Entomologie. Erst. Band 8°. Zürch798. 14. Taf. — Geschlecht der Land - und Wasser-wanzen von I. R Schellenberg 8°. Zürch 8»n.16. Taf. — Entomologische Beyträge von I. R-ScheUenberg. Erstes Heft. 4 " Winterst). 802.10. B>. — Gattungen der Fliegen. 8°. Zürch80Z. 42. Bl. — Dann für die Botanik: Alle Kupferzu Romer's und Ufteri's botanischen Magazinen.— Zu LVildenorv's Historik ^maranthorum.Fol. Zürch ,90. 12. Taf. — Zu: plantes et-Zr-dustes ll's^^nrenr. 8 °. Winterth. 791—94. 20.Taf.— Zu: Eollection okoisie üe kulantes et^rbustes, 40. Zürch 797. 27. schöne Tafeln.
„Neben diesen zum Theil bloß mechanischen Kunst-arbeiten" (fährt der Nekrolog fort) „malte erFrucht- und Blumenstücke in Wasserfarben, zuerstkleine, dann erheblichere Compositioncn in dernatürlichen Größe der Gegenstände, welche er schil-dern wollte. Wohlgeordnet und mit malerischerHinsicht auf Farben stellte er Blumen und Früchtezusammen, und ließ Insekten zwischen und an den-selben herumkriechen, gerade so heimlich und unter-geordnet dem Ganzen, wie man sie in der Naturmanchmal mit leichtem Schrecken erblickt, wennman eine Blume pflücken will. Dergleichen Arbeit,die vielen Beyfall und Abnehmer fand, setzte er bisan sein End fort. Noch waren ScheUenberg'sAnlagen zur Dichtkunst nicht gemein. In denHänden seiner Familie befinden sich eine aus 6—7.Bänden bestehnde Sammlung von Gedichten sowohlals von kleinen prosaischen Rhapsodien, welcheächt genialische Produkte seines Geists enthalten,und, in guter Auswahl, bekannt zu werden ver-dienten, jene zumal, worin er Eitelkeit und An-maßung in spottenden Gleichnissen züchtigt, undmanchem Reichen wohlverdiente Zeugnisse der —Armuth austheilt, oder wo er mit naiver Demuthden oft dornigen Pfad seines Lebens betrachtet, undFreund Hein seine Noth klagt. Ueberhaupt warensein Witz und seine Laune unerschöpflich, und ver-ließen ihn auch ungeachtet seiner Religiosität, deren
2) Provinz,«!, für: Den letzten Tag der Messe.
S ch e l l h a a s.
er sich aufrichtig ergeben hatte, auf dem Sterl'bettenicht, wo er, schon halb todt seinen Zustand nochmit dem — Schließmarkt *) verglich. In seinerArbeit war er unermüdlich. Unter seinem Nachlaßbefindet sich eine Schweizerische Entomologie, die58 oo. vortrefflich gemalte Insekten mit ihren Ver-wandlungen und durch das Microscop vergrößertenKennzeichen enthalt. Seltsam ist es (und wahr-scheinlich seinem schwachen Gedächtnisse zuzuschrei-ben), daß, bey der großen Lebhaftigkeit seinesGeistes, sich dagegen kein geordneter Zusammen-hang in seinen Begriffen fand. Nie konnte er fremdeIdeen in sich aufnehmen, sie wenigstens nie reinwieder geben. Entweder fanden sie keinen Eingangbey ihm, oder wurden so mit seinem eignen Geisteverschmolzen, daß sie als Originale wieder zumVorschein traten. Dieser Zustand seines Seelen«Vermögens hatte auch auf seinen KunstgeschmackEinfluß. Er liebte das Kühne, Markige, Charak-teristische in Zeichnung und Farbe; aber das er-habnere stille Schöne, blieb ihm immer fremd.Deswegen sagte einer seiner Freunde mit Recht vonihm: Was er lobe, sey zuvcriaßig gut; aber nicktimmer schlecht, was er radle. — Uebrigens war erein gutmüthiger, bescheidener Mann, dem Dienst-gefälligteit eine Freude war, und ein lebendigerBeweis, daß man Sakyre mit dem beßten Herzenvereinigen kann. Dann in hohem Grad uneigen-nützig und genügsam, gleichgültig gegen das Geld;geduldig i» Widerwärtigkeiten. Hinten an demVerzeichnisse seiner Werke von 1763-18,>6. stehtvon seiner Hand geschrieben: „Von Allein diesemhabe ich nichts, als das Bewußtseyn, gearbeitetzu haben". „ Wir denke» aber" (schließt der ge-niale Verfasser dieses Nekrologs) „ daß dieses Be-wußtseyn auch Etwas sey!" — Nach ihm gestochenkennen wir einzig ein Blldniß C. Lavaters von O.Berger. Eont. über seine Arbeiten besonders:Rost IV . 245—47 — Meusel's Misc. I. 27.wo seine Prospekte nach Wolf (1779.) als zu klein-lich, eben kein besonderes Lob erhalten — Vi. Mis-tel!. V. 606. wo die sechs Schweizerlandschaften(zusammen 1 fl. i 5 kr.) schön genannt, und derKecucht lies ssableg zu seinen bessern Arbeitengezählt werden. — Archiv II. (2.) 12. wo eineAquarellzeichnung von ihm auf dem Zürcher.Kunst-salon von 1799. angeführt wird. Dergleichen sah'man auch von ihm auf den dortigen Ausstellungenvon 1802, 4 - u. 5 . bald Früchte - und Blumenstücke,bald Vögel und Insekten, einmal auch — eine Fro-schenmusik u. s. f. — Wahrscheinlich ist derjenigeScheUenberg ohne Taufnamen, der zu G. F. Hof-manns Lnumor. j^icüenum (4°. LrlsriA. 78/,.)geetzt hat, ebenfalls der unsrige.
* ScheUenberg (Johann Ulrichs, Vaterdes Obigen. Gestochen nach ihm haben z. B. I.A. Chovin das Bildniß des Baseler Pfarrers A. I.Buxtorf, und I. I. Hayd geschabt dasjenige desBürgermeister I. R. Werksteins von da.
* SchelIer (Augustin). Von ihm kennt manmehrere Bildnisse dunkeler Männer, theils nacheigener Zeichnung, theils nach Beyschlag, E.Eichler, L. Laub, A. Loescher und G. Spitzel. Soz. B. schon 1721. dasjenige des Arztes B. Gull-mann nach Laub, in Schwarzkunst. Bald ingersN. Magaz. f. Aerzre. Lcipz. 779. Lh. I. S. 3Z7.
Gchellersheim (Baron von), Königl.Preußischer Geheimer Kriegsralh in Eisbergen beyMinden. Wir vermuthen ihn als Kunstdilettanten,weil er i 8 « 4 - als Auswärtiges Ehrenmitglied derBerliner-Kunstakademie vorkommt.
Schelley, s. Shelley.
Schellhaas (Carl). So heißt in Meu-sei's vF. L> ein um 1809. noch lebender Land-schaftsmaler zu Wien , Schüler von Brandt. Wirdenken doch kaum, daß solcher mit dem oben ange-führten (dort schon 1797. verstorben genannten)pb. Carl Sck>allhaas Line Person seyn dürfte?Von unserm ScheUhaas werden irgendwo 6. seiner