Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1481
JPEG-Download
 

Schell.

Achell (van). Nach einem uns sonst ganzunbekannten Künstler dieses Namens hat P. Schenkdas Dildniß von Gerard Schott geliefert.

Schelle (Friedrich). So wird irgendwo einKondukteur zu Berlin , in i 8 » 5 . angeführt.

— — oder Scholle (Johann), letztreswohl irrig; ein Kunsthändler zu Dresden um i?) 5 .

Schellenberg (Christian Friedrichs, Bild-hauer und Staffirmaier bey der Universität Halle(um 1789. noch Kurfürstl. Sächsischer Hofstaffjrer,Bildhauer, Lakirer undVergolder zu Leipzig ), geb.zu Leipzig 17/,8. fertigt auch Abdrücke von Gelehrtenin Gyps, die sich in Absicht auf Feinheit undsprechenden Ausdruck auszeichne». Derselbe, er-scheint zum erstenmal im Lechz. Adreßkalendervon 1768. Um 178b. gab er ein nach Chodowiecki bearbeitetes ZZ" breites und 29" hohes Haulreiiefjum Andenken des in der Oder ertrunkenen men-schenfreundlichen Herzogs Leopold von Braun-schweig , welches er in Alabastergyps zu 8. Rthlr.verkaufte. Er lebte noch um 1809. MenselN.L.L. ^c.

— — (Daniel Friedrich und Johann), Bild-hauer, erscheinen, gleich Obigem, im Leipziger Adreßkalender der erste von 1799. der zweyte,der aber gleich wieder fehlt, von 1749. an. Jenerlebte noch zu Leipzig 1811.

* — — (Johann Rudolf ), der im Lex. unterdem Art. seines Vaters Johann Ulrichs erscheint,geb. zu Basel (nicht zu Winterthur , wie es dortheißt). Man gab ihm die beßte Erziehung mit demglücklichsten Erfolg. Seine Neigung zur Kunsttrieb ihn auch zum Studium der Natur, wodurcher in Verbindung mit den Naturforschern Joh.Geßner und Joh. Georg Sulzer (nicht Stelzer,wie es bey Mensel heißt) kam, welche im I. r/öi.u. s. f. zwey Werke gaben: Kennzeichen der In-sekten, nach dem Linnaischen System, und:Abgekürzte Geschichte der Insekten mit (zu-kamen 52 .)Kupfervlatcen. Diele yat ScheUendergnach der Natur gezeichnet, radirt und einige (diesevortreflich) selbst illumiuirt. Um dieselbe Zeit machteer eine kurze Schweizerreise, größtemheiis für H.Andrea aus Hannover , für welchen er Pioipekleaufnahm und verschiedene Naturmerkwurdigkeite»zeichnete, wovon nachher ein Theil in dessen Brie-fen a. d. Schweiz , geschrieben im I. 1700.gestochen wurde. Von ihm kennt man, nebenObigem, und den meisten Bildnissen und Vignettenin I. C. Fnßli's Geschichte der beßren Lünstlerin der Schweiz , erstlich von ganzen Werken:Sechszig biblische Geschichten des A- T- fürKinder, 'theils nach eignen, theils nach AndrerErstndungcn, 40, Wimerth. 775. — FreundHeins Erscheinungen in Holbeins Manier Oö.Bl.gr. 80.785.) — kailleries 8. Bl. — stecuoil (loskables (2». Bl. L>o.), diese aus Gellert und Licht-wehr. — Vier Folgen von Schweizeransichten, dreyederselben von 12. die vierte von b. Blattern. Dieerste schon von 1755. Die zweyte, unter dem Titel:Studien für geübtere Anfänger (1778.). Diedritte, nach der Natur gezeichnet (1779-). Dievierte von 6. Bl. nach Wolf (zwischen 1794. u. 96.).Dann mehrere einzelne nach diesem letzten:, für dieWagnersche Sammlung in Bern . Aehnliches nachR. Dunker. Auf eigenen Bergreisen soll ihn meisteine unbezwingliche Furcht angewandelt haben.Einzelne Blatter in Basedow's Elementarwerk, fürden Wandsbecker-Bothen, und besonders Vielesfür die Lavarersche Physiognomik, nach Chodortviecki's Zeichnungen, was ihn in einen freund-schaftlichen, und ihm sehr wohlthätigen Brief-wechsel mit diesein letzter» — Einzigen brachten.Endlich verschiedene einzelne Bildnisse: Des ent-haupteten H. Masers, nach I. F. Braunschweiler;Mendelssohns nach Chodowiecki ; der MadameGraf nach A. Graf; Basedow's , Kleinjoggs (desphilosophischen Bauers), Pfenningers, nach ei-

Schellenberg.

gener Zeichnung u. s. f. Ungeachtet seiner schwäch-lichen Gesundheit war »»ermüdetes Arbeiten seinegrößte Lust. In den bessern derselben gehört seineNadel zu den geistreichen In seine» Erscheinun-gen Freund Heins, in den Naillerieu, so wie ineinigen seiner Bücheroerzierungen (wer sollte esglauben? selbst in jenen zu den- Charakteren derInsekten) hätten wir ihm ein ermüdendes Haschennach mißlungenem Witz gerne geschenkt.' Seinbiederer Personalcharakker gehörte zu den schätz-barste». Er st. i8»6. zu Töß bey Winterthur. Einezweyte, seit jener erster,, (an Pfalz -Bayern abge-tretenen) von ihm, hauptsächlich nach dem Fabri«zischen System geordnete, in bc>. Octavbanden, inWasserfarben gemalte Jnsektensammlung, die we-nigstens 455 ». Abbildungen, von meistens Schwei-zerinsektenenthält, wurde in ,812. zum Verkauf aus-geboten. In derselben findet man alle Garrungs-Kennzeichen, Mundtheile, Füße u. s. f. bey jedemInsekt, meist mikroskopisch vergrößert. Ueber 5»o.Verwandlungen, vom Ey an durch die verschiednenHäutungen, bis zum vollendeten Insekt, vermehrenden Werth dieser Sammlung. — Ueber seine Cha-rakteristik als Mensch und als Künstler findet sichein sehr anziehnder Aufsatz, nebst seinem sprechendähnlichen Bildnisse von Lips, und eine seiner freund-lichen Blumen- und Insekten-Composttionen, so-wohl in schwarzen als colorirten Abdrücken, im zJieu,jahrsstücr derLünstlergesellschafr,,, ZürncD a.d. Jahr ,807. Dort vernehme» wir seine frühesteBildung im Haus seines mütterlichen Großvaters,Rtwolf Hubers, zu Basel , und wie er auch nach-werls die malerische Manier desselben im Zeichnen,mit kühnen, harmonisch in einander laufendenStrichen sich so eigen machte, daß Figuren, undhauptsächlich Thiere, die er in seiner beßten Zeitzeichnete, von diesem Meister selbst gemacht schienen.Durch einen Sturz auf den Kopf von einer SchaukelWurde er in seinen Studien auf Jahre laug zurück-gesetzt, und »amenitich sein Gedächtniß einsweilenso gänzlich zugrimogcrichtet, daß er wieder wie einKind ansangen mußte, lesen und schreiben zulernen; nur (was merkwürdig genug ist), dasZeichnen vergaß er nicht; und es war sogar eineZeit lang, bis er der Sprache wieder mächtig wurde,das einzige Mittel, wodurch er den Seinigen sichverständlich machen konnte. Nach seiner Genesunggieng er nach Basel , wo erst sein eigentliches Kunst-leben ansteiig. Hier zeichnete und malte er auchAlles, was ihm in den Wurf kam: Bildnisse, Ge-schichte. Landschaften; Manches besonders gernein dem damals hochbeliebteii Nilsonisch- Äugs-burgisch- Französischen Geschmack. In naiverDarstellung des sogenannten niedrigen Lebens würdeer eine vorzügliche Ges.tucklichkeit erlangt haben,wenn er sich nicht bald mehrern andern Kunsifachengewidmet hätte. Die mancherley Vortheile einerReise nach Italien , welche ihm ei» Engländer vor-schlug, mußte er, im Augenblicke der Ausführung,einer neuen Krankheit wegen, aufgeben. „In-dessen" Jagt sein Biographe) „trug er das unabrtreibliche Gefühl eigener Kraft in seinem Busen;und da er das Hohe der Kunst nur i» dunkler Ahn-dung empfand, so war seine Erfiubsamkeit destogeschäftiger im Kleinen. Es war gerade der Zeit-punkt, wo Rösel's Jnsektenbelustigungen diesStudium eine Zeitlang zur Mode machte». AuchSchellenberg wurde davon eingenommen. UnterJoh. Geßncrs Leitung legte er sich förmlich darauf,und fieng schon damals eine Sammlung entomo-loglscyer Zeichnungen an, die allmalig zu einemWerke von 2000. Blattern anwuchsen, welchesnachwerts um so viele Gulden an den Kurfürst L.Theodor von Pfalz -Bayern verkauft wurde SemEifer für dies Studium war so groß, daß er einesTags über einer so eben erhaltenen Etorchenlaus,die er zeichnete, keinen Antheil an der Freude überdie Wahl eines — Rathsgliedes aus (einer Familienehmen wollte. Ihm, der wenig bedurfte, erwarbeinsweilen seine Kunst hinlanglicyen Unterhalt, undeine allgemeine Achtung im Lande, wo er damalsunter die vornehmsten Künstler gezahlt wurde. AuchCcccccccc