Band 
Zweyter Theil [3].
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1490
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1490 Schiavonetti.

Schiavonerri (I. B.), ein bekannter Kunst-händler zu Berlin , noch um 1810. u. 1811. Inletztgenanntem Jahr stellte er die Gemäldesamm-lung eines venetianischen Liebhabers, öffentlich,und (was man sehr lobenswerth fand) unentgeld-lich zur Schau und zum Verkauf aus. Tübing.Lst 4 orgenbl. 1811. S. 244. Ein Bruder von ihm,wenn wir nicht irren, lebte als Kupferstecher undKunsthändler zu London , und wird wohl Einerder gleich nachgenannten seyn. ^c.

(I- und N. L.), s. unten N- Sck"a-vonetti.

(Ludwig), Stecher in der Englischen punktirten Manier, geboren in Italien um 1750.und blühete zu London um 1780. Zu seinen Vor-züglichsten gehören vier große historische Blätter,welche die interessantesten Szenen der letzten Schick-sale des unglücklichen Ludwigs XVI. seit seinerGefangenschaft im Tempel darstellen; nach denZeichnungen von Benazech, der sich lange zu Pa­ ris aufgehalten hatte. (Copien nach denselben inverjüngtem Maaßstabe, erschienen 1795. beyFrauen-holzv Eine ausführliche Beurtheilung von zweyender Originalblätter (jedes zu 1. Louisd'or gewer-thet) findet sich im: journsl k. dilclenäe Klingt8. 224-26. Die punktirte Manier (heißt es dort)sey darin unvergleichlich schön behandelt, und zeigesich hier in ihrer ganzen Starke, sowohl im Kraft-vollen als im Zarten. Neben dem kennt manvon ihm verschiedene Bildnisse, wie z. D. Friedrich,Herzog von Aork, und dessen Bruder, Prinz Al-bant Herzog von Osnabrück , nach Boyle; Mi-striß Damer, »ach R. Cosway; Albert Rubens ,Pauls ältesten Sohn, nach diesem (dies in Schwarz-kreiden-Manier.) Dann von Geschichtlichem: DieKönigin Elisabeth, wie sie die Nachricht von demTod der Königin Maria erhalt, nach R. Wcstall(Gegenstück zur Jungfrau von Orleans, nach dem-selben Meister, von Bartolozzj.) Alle diese Blät-ter sind von 179294 datirt. Den dritten Auf-tritt des fünften Auszugs von Shakespears bey-den Veronesern, nach A. Kaufmann, heißt das:Journal 5 . billlenlls Kunst 8 . 94. ein reizendesBlatt, und führt dann weiter von ihm (l. c. 8.100.)den vierten Auftritt des dritten Aufzugs vom Kö-nig Lear, nach R. Smirke an. Rost I V. 258 54 -In neuern Tagen nennen von ihm die Allgem.Runstz. (180Z.) S. i 3 i. die berühmte H. Fami-lie von Raphael, nach Edelink; dann die Kouv.«los Arts II. 177. eine Hochzeit zu Cana, nachPellegrini (1802.) S. auch den folgenden Artikel.

(N-), der Jüngere. Ein Kupferste-cher zu London . Ob, oder in wie ferne solchermit L. Schiavonertl in Verwandtschaft stand,ist uns unbekannt. Vielleicht könnte er gar Ei-ner und derselbe, und alsdann ein allerer Gchia-vonerri ein uns unbekannter Künstler seyn.Ichkenne von ihm" (sagt einer unsrer Freunde)dieGeschichte und das Ende von Tippo Saib in ei-nigen punkirten Blättern. Auf denselben erschei-nen noch ein L. und I. Schlavonetti, alsVerleger". Von diesen letztern, nach Singleton,theils von dem unsrigen, theils von einem Lardonin Farben gestochen, spricht dieAllg-Runstz. 180Z.S. 202Z. als von Schaustücken zu Belustigunggroßer und kleiner Kinder. Von ihm kennt man:Marats Tod, nach D. Pellegrini (1794.) ebenfallsin punktirter Manier. Rost IV. 264.

( ). Noch spricht Liorrllo V. 8ig.

von einem italienischen Gattnngsmaler, der zu Enddes XVIll. Jahrh, in England, Bilder in Mor-lands Geschmacke, bann auch andere ediern In-halts geliefert habe, und ohne Zweifel entweder

Schick.

der eben vermuthete ältere Schl'avonettl, oderbann einer der Obigen ist.

Gchlbl'li (Peter), wird von Daurv S. 127.ganz ohne Weiteres, als Maler angeführt.

Schick (Gottlieb *), bey MeuseI N. R- L.und in dessen Archive irrig Schick, Maler, ge-bürtig aus dem Würtembergischen, zuerst einSchüler von Hetsch, dann von David in Paris ,lebte schon 180Z. und noch 1811. in Rom , undgenoß dort von seiner Regierung eine Unterstü-tzung, deren er, durch unermüdete Ausbildungseiner großen Talente (ein einziger berühmterNichtkenner, der H. von Rozebue hatte ihmsolche abgesprochen) täglich würdiger ward. Schonin gemeldtem Jahr 180Z. sah man von ihm fürseinen König gemalt: David, wie er vor Sauldie Harfe spielt. Schlegel, in seinem bekanntenSchreiben aus Rom an Goethe, im Frühjahr1806. (Jen. A. L> Z. Jntell. Bl. 121. u.22. rühmt ihn unter den dortigen Geschichtsma-lern ganz besonders. Eben so werden in einemandern Schreiben aus Rom vom 8. Dez. 1808.(welches sich in der nämlichen Zeitschrift 1808.Jntell. Bl. 9. u. 10.) befindet, acht Bildervon ihm, die in dem Pallast des Bayerschen Ge-sandten (nachher auch öffentlich auf dem Capitol)ausgestellt wurden, meisterhaft, doch in fast unge-bührlicher Weitläufigkeit beschrieben, und eben sowahrscheinlich, einige derselben wohl übermässlggepriesen. Es sind: 1. Das Bildniß der Frauvon Humbold, mit ihrem Sohn auf dem Arm.Halb lebensgroße Figur, von seiner ersten Zeit.2. Eine südliche Gegend bey Sonnenuntergang;sein erster Versuch im Landschaftsfache. 8. Eineheroische weit vorzüglichere Landschaft, mit Cen-tauren (neben andern mit Chiron, der den jungenAchilles den Bogen spannen lehrt) staffirt. 4.Christus, der den Kelch segnet, mit zwey Engeln.Etwas unter natürlicher Größe, von einer (heißtes auch im Tüb. Morgeiidlare 1809. S. 089 )ganz besonders wahren, reizenden und zugleichkräftigen Farbe. 5 . Das Bildniß der Fraulein vonHumbold, die auf der Laute spielt. Ganze Figurin natürlicher Größe. Von diesem in 1806. ge-malten vorzüglichen Bilde heißt es dort:Esmache, in seiner Gattung, in der KunstgeschichteEpoche". 7. Eine kleine Landschaft: NordischeGegend. 8. Apollo unter den Hirten: Große Com«Position von 18. Hauptfiguren über halber Le-bensgröße; damals (End 1808.) sein jüngstesWerk,von unübertreflicher Schönheit" (wie ge-meldtes Schreiben sagt)in allen Theilen".(Lonf. Kunstnachr. aus Rom im Jntell. Bl. derHeidelb. Jahrb. der Lirrer. 1808. x°. XI.E. 102 105. und Zschokke's Misc. d. all-gemeinen Weltkunde). Von jenem Bildnisseder Fräulein von Humboldt (und, wie wir glau-ben , noch von einem andern, zweyen kleinenSchwestern derselben **) lesen wir noch anderswo: Sie sind, wie einst dasjenige der Mutter, indem reinen Sinne für Natur, naive Einfalt undIndividualität ***), die seine Bildnisse von allenübrigen der Zeit unterscheidet. In diesen beydenzeigen sich Schicks beträchtliche Fortschritte inFeinheit und Vollendung der Zeichnung noch mehrals in der Farbe; besonders sind die Extremitätenmit mehr Richtigkeit und Sorgfalt als in den frü,Hern ausgeführt. Alles athme darin die größteLiebe, Innigkeit und Anspruchlosigkcit. Hier zeigesich ein künftiges Wiederaufleben alter ächterKunst"! Mittlerweile war ein andres 12^ breitesund i</ hohes Hauptwerk unsers Künstlers, seinOpfer desNoah (schon in 1806. wenn wir nicht irren,vollendet) auf Antreiben seiner Freunde, und nach

s) Daß er Gottlieb heiße, müßen wir zuerst von dem: Almanach aus Rom erfahren!

Diese, lebensgroß, ganze Figuren in einer Landschaft, zählt der: /Umstell »U8 Koni von Ig'i. unter desKünstlers Neuestes, und nennt es »ein vortrefliches Bild, das in Nom mit Recht allgemeinen Beyfallerhielt."

i'-tt) Himmel! was soll denn ein Bildniß ohne diese?