Schido >ie.
des Großen darstellen. Schidone besaß auchDichtertalent; Tiraboschi giebt ein an den Her-zog Ccsare zn Parma gerichtetes Sonett von ihm.Bey Wareler dann heißt es von unserm Künst-ler: «Ein korrekter Zeichner war er eben nicht;man beschuldigt ihn sogar, manierirt zu seyn; aberdafür erwirbt er Verzeihung durch die Größe (?)seiner Composition, seine E'eganz, die Anmuthseiner Köpfe, seine schöne ^occirung, und denZauber seiner Farbe; freylich Alle dies nicht imhöchsten Grade, sonst würde er ein Coreggio seyn.Bildnisse malte er sehr gut. Die Galerie Orleans besaß *) zwey Bilder von ihm. In der SchriftN)!>ike!»nan»i u. s. Jahrhundert S. 172. wirdvon ihm geurtheilt: «Daß er, obwohl ei» Schü-ler der Carracci , jener Klippe, die von jeher denNaturalisten so gefährlich war — nämlich in sNiedrige zu verfallen, eben auch nicht immer ent-gehen konnte- Uebrigens sehe man bey ihm daswärme Colorit, die klaren Schatten und schmel-zenden Uebergange des Coreggio, in Vereinigungmit den Maximen seines Meisters über das Wis-senschaftliche der Kunst; und in einigen seinerWerke sey auch wohl etwas vom Geschmack ihrerFormen zu merken In der ehemaligen Fran zösischen Sammlung befand sich, unsers Wis-sens, kein Werk von Schidone. Jetzt abersieht man im Museum drey derselben, wahr-scheinlich Alles Kunsteroberungen: Vörderst seineschon erwähnte Grablegung aus Parma , in siebenlebensgroßen Figuren; dann eine ganz kleine vonnur 12" Höhe zu ic>" Breite, von vier Figuren,wo ein Engel die Scene beleuchtet, und endlicheine H. Familie, wo aber die Köpfe mehr wahrals edel seyn sollen. Alle drey finden sich beyLandon II. g 5 . VI. 121. u. X. 92. beschriebenund abgebildet; so wie eine der Grablegungen imHeft 1 .XX, des Museums Napoleon , nach van derValds Zeichnung, von Ioh. Fischer in Wien gesto-chen. Deutsche Galerien dann besitzen von ihm,für die Seltenheit seiner Werke »och einen wah-ren Schatz derselben, wenn sie ächt sind. So z.B :Die Kaiserliche zn Wien zwey: Christus brichtdas Brodt zu Emaus, lebensgroße Haibfiguren,und das Brustbild eines St. Sebastians mit demPfeil in der Hand. München : Loth und seineTöchtern, Halbfiguren über Lebensgröße. Nachvon Manniichs Katalog wäre S- Zeichnungrichtig und von großem Geschmack. Dort heißtes auch von ihm: «Er hatte die Gewohnheit,viele Köpfe und Hände in einen kleinen Raumzusammenzubringen". Dresden ein sehr großesBild: Die Madona mit dem Kind auf den Knieen;St. Stephan reicht ihm das Kreuz des kleinen St.Johanns, der darüber unwillig wird. Salzcha-luni ehemals: Eine kleine Ruhe auf der Flucht»ach Egypten. Ganssoucy endlich: Kain undAbel , fast lebensgroß, etwas dunkel colorirt, unddaher nichtangenehm. — Sein einziges uns bekann-tes, mit sehr feiner Nadel selbst geetztcs seltenes Blattist eine Madonna, das Kind neben ihr, welchesein langes Kreuz hält. Gandellin, will nochzwey andere ungenannte kennen. Jenes erstre sollsich !m Dresdner -Kabinet in zwey (wahrschein-lich verschiedenen) Abdrücken befinden. Nach ihmdann gestochen und geschabt haben H. Familien:S. Badalochio (die nämliche, wie Schidone sel-ber); W. Baillö, I. A. Lorenzini, B. H. Prevost(wir glauben wieder wie Badalochio), I. Roma-nel, nach Borels Zeichnung, für das Galeriewerkdes Palais Royal (Madonna, die das Kind lesenlehrt), und,J. Smith, nicht (wie das Lex. sagt)die nämliche wie Schidone. Dann D. Cunegound I. Perini eine Charilas (Frau mit einemKnaben, der einem Blinden das Almosen reicht),letzkres ein bey Brandes schön genanntes Blatt;den verwundeten St. Sebastian C. Macret;Xonrse snä Lbllä (wahrscheinlich in England)M. N. Picot; eine Heldin, in C- Royerö Ver-lage; einen Amor am Fuß eines Baums, und
-') »beschließt", wie Hez-denreich: reufsrme, freylich
Schienen. 149 z
zwey junge Schüler, davon einer beschriebene Ta-feln hält: Inprimi-, venorsre Doris, beyde nachBildern, einst in der Galerie zu Neapel , N.Etiange, schön.
Schrebel ( ), ein Poussircr von der Por-
cellan-Fabrik zu Meisten. Von seinen Arbeitensah man auf den Dresdner - Kunstausstellungenvon 1797—99. Er lebke.noch 1804. ?l^r.
Schiebing (Joh. Georg) und Job- Chri-stian Vieyker werden -798. als Stadtwerkmeistcrzu Neuzauche in der Niederlausitz angeführt. Vliesderlaus. Adreßverzeichn. Ein Joh. GeorgGchiebing, vielleicht der Vater, war Stadtwert-mcistcr zu Lübben in der Niedcrlausitz, wo er in1776. den obern Theil an dem Thurm der Haupt-kirche neu aufbaute. Lausizis. Magaz. Jahrsgang 177h. S. 288.
Schieb! ing (Christian), geb. 1602. u. als Säch-sischer Obcrhofmaler und des Churfürst!. Lust - undJnventionShauses (?) Inspektor, gest. 1620. zuDresden , wo er in der Frauenkirche begraben liegt.Von seinen 5 Söhnen trug einer »gleichen Namenmit ihm, vielleicht vergleich nachfolgende Lehrmei-ster Daniel preißlers. (S. dessen Art. im Lex.)Mich. Frauenk. S. 120.
* — — — — der im Lex. im Artikel
seines Schülers, Daniel Dreißlers, erscheint,nicht unwahrscheinlich der Sohn des gleichvorgenannten Künstlers gleichen Namens. Der-selbe war Hofmaler zu Dresden . In den Fnnesralien des Churfürsten Johann Georg l. von Sach-se» (von ihhx.) und in denen seiner Gemalin Mag-dalena Sibilla (von 1(109.) wird er genannt; in-dem er beyde nach ihrem Absterben, im Sarge lie-gend, abschildern mußte. Den Churfürsten hatJoh. Dürr, die Churfürst »« I. C- Hoeckner, zugenannten Schriften, gestochen; letztgenanntesBlatt ist jedoch ohne Namen des Malers.
— ^ — (Zacharias), vielleicht Pa'er des obigenChristians des ältern, Bürger und Goldschmied zuDresden , starb daselbst rti2n. 65 . I. alt, und liegtin dortiger Frauenkirche begraben, I. c. ^990118.9. 22.
Schiefer (C. Chr.). Ein solcher (ob selbstausübender Künstler, oder etwa gar mit Einemder beyden Nachstehenden). Derselbe ist unsunbekannt, gab ein Zeichenbuch für geübtereAnfänger im Landschaftszeichnen, 4 ". Dres-den 8 o 5 Arnold. Kunst - und Buchhandlung, mit6. schwarzen, oder auch colorirten Kupfern. Letzstre schlecht, erstre besser (2 Lhl. 8 Gr.).
— — (C- S.) erscheint i8c>r». z» Meissen alsPorzellanmaler an der dasigen Fabrike. Vielleichtist er der Vater des folgenden.
— — ( ), Schüler der Zeichenschule zu
Meissen , von welchem die Dresdner -Gemäldeaus-stellung von 1808. einen Korb mit Bluinen inWasserfarben zeigte.
Schieferdecker ( ). Von einem uns
sonst unbekannten Kupferstecher dieses Namenswird irgendwo ein Bildniß des RechtsgelehrtenA- Augspurger, ohne weiter» Namen als den sei-nigen angeführt.
Schielbach, s. Gchikdbach.
Schiele (Jacob Gotthelf), Maler zu Leipzig ,wird um 1755—74. wo er vermuthlich starb, imLeipziger-Buiisikaleuder angeführt. OhneZweifel derselbe mit dem I. G. Schiel, vonwelchem irgendwo, die Copie eines Prospekts inWasserfarbe, nach M. Ricci genannt wird.
Schienerr (Friedrich), Königl. PreussischerLieutenant bey der Artillerie, war ißc- 5 . Lehrer
- übersetzt!