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Morgend!, desselben Jahrs S. 928. ausführlichbeschrieben, und davon geurtheiit wird, daß esin Absicht auf Perspektiv untadelich sey, sonstaber in der Ausführung mancher Partien nochWünsche der Kenner übrig lasse, die, wie esscheint, spätherhin ebenfalls erfüllt wurden (I. 0.S. 1092.). Die, durch Mißbrauch sogenanntenjährlichen Kunstausstellungen zu Berlin am Christ-märkte , verschönerte er auf Wiehnachten i8>,8.durch sein Mitwirken. So z. B. durch die sonst steifgenug ausgeführte Abbildung des Alpenhirtenfesteszu Jnterlacken; aber noch weit besser gelang ihmdas lebendige Gemäld des Hafens der Capstadt(I. c. S. 6v.): Im I. 1809. sah' man von ihmvier höchst anziehende Transparents: Die Erleuch-tung der St. Peterskuppel zu Rom ; den Domzu Mailand im Mondschein; den Ausdruck) desVesuvs mit einem Theil von Neapel ; die Alpcn-kette mit der Spitze des Montblanc, ebenfallsausführlich beschrieben (I. c. 8Z—8 s.), wo wirzugleich vernehmen, daß dieser Künstler früherhinmehrere Jahre auf Reisen durch Deutschland , dieSchweiz und Italien zugebracht hatte. Mittler-weile von den vier eben erwähnten Darstellungender Dom zu Mailand gezeigt wurde, sangen meh-rere Mitglieder der Berliner-Singakademie dasMisererc, nach der neuen Compositio» des jungentalentvollen Musikers Rungenhagen, durch welcheNeberraschung (heißt es t. c. G. 2/2.) der Effektdes Gemäldes (0 Jemine!) erhöht wurde. Auchauf dem diesjährigen Christmärkte dann setzteSchinkel seine angenehmen Ausstellungen fort(l. c. 1810. S. 12.). In 1810. gab er die Zeich-nung zu einem Denkmal, welches der Ruppiner-Kreis auf der Stelle setzen wollte, wo der Sargmit der Leiche der hochseligen Königin auf demWege nach Berlin zuerst geblieben war. In 1811.erscheint er in öffentlichen Blättern als GeheimerOber-Bauassessor zu Berlin , und wurde um die-selbe Zeit zum ordentlichen Mitglied der Königl.Akademie der Künste erkiest.
Gchr'nkoch (Franz Ernst) wird aläLandbau-Kommissair in den Esthnischen Hof- undAdreßkalendern von 1761—1776. und zwar un-ter denen bey keinem Collegio angestellten Fürstl.Bedienten rubrizict.
* Schrnnage! (Joh. Franz). Von einemsolchen heißt es in einer unsrer Handschriften ohneWeiteres: „Der gedruckte Katalog der Taspar-Wolfeldrschen Zeichnungen thut dieses KünstlersMeldung".
— — — — (Maxim. Joseph), der Land-schaftsmaler. Seine Grburt setzt von Mechelschon in 169',. Gestorben ist er zu Wieu 1761.Landschaften besitzen von ihm die Galerie zu Wien und München , der Spiegelverleger Kircher undder geistliche Rath Schneider ebendaselbst; einhistorisches Bild aber, die H. Anna- auf — Zinngemalt, die Frauenkirche zu Alten-Oetting. D-porvskp. von Mechel. Geetzt von ihm kenntman ein einziges Blatt (wahrscheinlich ein Titel-blatt) nach Cas. Amort's Zeichnung: Landschaftmit einem Regenbogen, auf dessen Mitte eineFrauensperson sitzt, die beschriebene Blatter aufdie Erde streut, welche andre weibliche Personentheils aufheben, und darin lesen, theils sich dar-nach sehnen. Hkc.
Schlnz (Salomon), Arzt, Chorherr undProfessor der Physik und Mathematik an demGymnasium zu Zürich ; geb. daselbst 175-j., gest.1784. Meusel's gelehrt. Deutschland . Zuseinem: Ersten Grundriß der Lrauterrvissen-schaft (Zürich 1775. Fol.) hat er die von B«l-linger radirten (und kolorirten) Kupfer, eigenhän-dig gezeichnet.
Gchirmer (Joh.Michael), Schul-Schreib-und Rechenmeister zu Frankfurt am Main , undhier 1715. geb. Wir bemerken seinen Namen, daer ein uns übrigens ganz unbekanntes Schriften-
Schla m m a ch.
buch unter dem Titel: Geöffnete Schreibstube1770. ans Licht gab.
Schirtz ( ), Maler zu Dresden . S. un-
ten Schuerz.
*SchlZ;one( ). Nach Lanzi (L. N.II. 94.) ließ derselbe Vieles von sich hoffen, littaber, gleich seiuem Freunde Dincenz von St. Gi-mignano, das schon im Lex. bemerkte traurigeSchicksal.
Gchkuhr (Christian), Universitätsmechani-kus zu Wittcnberg, Ehrenmitglied der Gesellschaf--ten zu Göttingen , Leipzig , Jena , Zürich , Regens burg , Altendurg u. a. m. einer der ersten Bota-niker Deutschlands , mit dessen Namen man, ihmzu Ehren, eine Pflanzengattuug belegt hat.Schkuhr, der zwar in der Königl. Sächsischen Stadt Pegau geboren wurde, aber bald von damit seinen Eltern, die als Bauern handtirten,nach Röthgen oder Nöthigen (einem Dorfe dieserGegend) kam, fühlte von Jugend auf eine lebhafteNeigung zu den zeichnenden Künsten, zur Gärt-nerey und Mechanik, erlernte auch dieses Alles undgieng sodann auf die Wanderschaft. In 1766.kam er nach Casscl, wo er sowohl bey dem Hof-gärtner kvnditionine als auch als Mechamkus undOptikus arbeitete. Da der Landgraf hier einenbotanischen Garten anzulegen beschlossen hatte,so wurden zu diesem Behufe drey Probecisse, wor-unter auch einer von ihm, gefertigt. Nachdem erCasscl verlassen hatte und Holland bereiste, hörteer zu seinem Vergnügen, daß sein Riß den Vor-zug erhalten habe und ausgeführt worden sey.Von Amsterdam , wo er sich Z Jahre aufhielt,gieng er nach Casscl zurück, und von da nach Böh men , wo er als Gärtner und Wirthschaftsinspek-kor des Grafen Bolz«, zu Cosmanos, unweitJungbunzlau , einige Jahre blieb. Religions-streitigkeiten trieben ihn hier weg, und gleich dar-auf (um 1781.) erhielt er den Ruf als Univer-sitälsniechanikus nach Wittenberg . Nun arbeiteteer seine vortrcflichen Wecke (die ihm eine Pensionvon seinem Landesherr» verschafften) in dieser Stadtaus. Das botanische Handbuch, die Riedgräser,und die kryptogamischen Gewächse, wovon derzweyte Theil die Laubmoose enthält, wurden sämt-lich von ihm mit einer sehr großen Menge radir-ter Tafeln ausgestattet. Sein Aug war so geübt,daß er dabey, ohne eine Zeichnung entworfen zuhaben, alles aus freyer Faust, auf der Plattegleich selbst mit der Nadel ausführte. Anfangsgebrauchte er dazu den Grabstichel und drucktedamals seine Platten selbst ab. Man muß aberbekennen, daß, obwohl Gchkuhrs Abbildungenwegen ihrer Genauigkeit die Freude des Botani-kers sind, dieselben doch, rücksichtkich der Kunst,nur steif gezeichnet, auf eine trockene Manier ge-stochen und schlecht gefärbt genennt werden dürfen.In Titins Nachrichten von der Wirrender-gerElbbrückechiergemeinschaftlichmi'tdem ehema-ligen Wittenbergcr-Eludenten Zeis aus Dresden >,dann inuster i' s alten und neuen Annalen derBotanik rc. sind ebenfalls einige theils von ihmselbst, theils nach ihm gestochene Blätter anzu-treffen. Als Mechanikus lieferte er (vorzüglichzu Amsterdam und Casscl) allerhand künstliche Ma-schinen aus Metall und Elfenbein, gute Mikros-kope, Petschiere rc. Eine besondere Art von ihmerfundener Sonnenuhren verdient den größten Bey-fall. Schkuhr wurde 1741. geboren und starb zuWittenberg 18 n. Er hinterließ, außer dem Rufeeines dienstfertigen, demüthigen Mannes, eineschöne Bibliothek und ein vorkrcffiches Herbarium.
Sch labert, s. unten Slabaerr.
Schlächter (Wenzel). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein vorzüglicher Zimmermeister zuPrag um 1802.
Schlaeyer, f. unten Schlözzer.
Schlammach (Melch), s. unten Schlomach,