IZ 04 Schlotterbeck.
ro, nach Ebendemselven (zu gleichem Preiste), undendlich die Ruinen der Villa des Doinitians, nachF. W. von Erdmannsdorf (2 A Th. und in Farben4. Lh.). Ueberhaupt glauben wir nicht (wie eineunsrer Handschriften meynt), daß Mensel L 4 .R.C-unsern Künstler mit dem gleich folgenden verwechselthabe, wolfl aber daß ihm dieser letztes unbekanntgeblieben sey. Sollten wir uns aber (was so leichtmöglich ist) hierin irren, dann gehören wohl alleLandschaftsblätter, welche in dem gegenwärtigenArt unserm Christ. Jacob zugeeignet werden, undmeist bey der ehemaligen Chalkographische» Gesell-schaft zu Dessau erschienen waren, nicht ihm, son-der» dem nachfolgenden N). F. zu; wie denn wirk-lich die erwähnte Handschrift eines unsrer Freundesich ausdrückt: „Seine (N). F.) großen, frühernBlätter, die er, wahrend seines Aufenthalts zuDessau für die dortige Chalkographische Gesellschaftverfertigte, sind rühmlichst bekannt."
Scblorrerbeck (Philipp Jacob), Arzt; zueiner Dissertation von ihm, welche in dem 1/54.zu Basel in 4 ". erschienenen zweyten Theile desWerkes: Hots Helvetica PÜHsico-MLtüemstico-Lotaulca-Istellics gefunden wird, zeichnete er ei-genhändig , eine dort schlecht radirke Kupfertafel.
— — (W. F. oder F. W.), ein aus Badenbey Wien gebürtiger Kupferstecher in Aquatintaund geübter Landschafkszeichner, welcher sich (sagtman 18cm.) seit 5 . Jahren zu Wien aufhält. Alsder dortige Kunsthändler T- Mollo eine Sammlungmalerischer Ansichten von Salzburg und Berchtes-gaden geben wollte, so unternahm Schlorrerbeck180Z. eine Reise dahin, in Gesellschaft des von demH. Erzherzog Johann in diese Gegenden gesandtenNaturforschers Gebhard. Nach seiner Zurückkunftbearbeitete er. »um für gedachten Mollo, in Aqua-tinta, 60. feiner Zeichnungen (zu i 5 Lieferungen)wozu der Pros Reisser von Salzburg die Beschrei-bung gab. Berruchq Reise nach lDien, Heft
11. S. H2. und wovon zu Anfang i8«8. bereitsvier Hefte erschienen waren. Schon früher (i 8 <> 4 .)hatte das Wiener -Kunst- und Jndustriekomptoirzwey Blätter: Gegend auf dem Libanon und, alsGegenstück, Ruinen zwischen Sydon und Tyrus ,beyde nach Cassas, 21.Zoll hoch, 29. Zoll br. (braundas Stück 5 . fl. 24. kr. K Rthlr., in Farben lavirt
12. fl. fl Rthlr. 6 Gr.) von ihm in Verlag; und in1806. erschien in dem gleichen Kuustkomptoir seineartige Samlung von Oestreichischen Klciderkrachten,von welchen es jedoch irgendwo heißt: „Schade!daß das Colorik so nachlaßig aufgetragen ist."
* Schlotterer, Bildhauer zu Wien , s. Ja-cob Schiererer.
Schluchrer ( van der), Eines solchen, unssonst ganz unbekannten Künstlers thut, einer unsrerHandschriften zufolge, der uns eben so wenig be-kannte Katalog der C. wölffeldtschenZeichnungenMeldung.
S ch lüte r.
*Schlüter (Andreas ), Königlich-PreußischerBaumeister, Bildhauer und Direktor der Akademie.Er kam jung mit seinem Vater, einem mittelmäßigenBildhauer, nach Danzig . Nach dessen frühzeitigemTode trat er ebendaselbst bey David Sapovius indie Lehre. Hierauf gieng er zuerst nach Warschau (r6g>.), wo er für den König arbeitete; alsdann(1694.) als Hofbildhauer, mit einem Gehalte voni2uo. Thlr. nach Berlin , wo Friedrich I. seine vor-züglichen Talente bemerkte, und häufig benutzte.In 1699. ward er mit noch rouo. Thl. Besoldungzum Schloßbaudirektor ernannt, und erhielt balddarauf noch eine Verdoppelung dieses Gehaltes.Daß er in Italien gewesen, wird von Einigen,wegen einer entfernten Aehnlichkeit seines Ge-schmacks mit Bcrnini's (minder edelm) behauptet,von den Meisten aber bezweifelt. Von seinen wirk-lichen Bauten sind: Das Corps de Logis desSchlosses zu Charlotteuburg, nebst der dortigenOrangerie; dann ein großer Theil des Schlosses zuBerlin , vornehmlich die Seite gegen dem kleinenSchloßhof, die große Treppe nach dem Schweizer-saale, das Königliche Posthauü nahe an der längenBrücke, und das kleine Palais des ehemaligenOberhofmeisterö von Kcmke hinter der Neustadti-schen Kirche. Zu andern hatte er Plane verfertigt,die man in I. LZ. Broebes: Vuss er Illaisonscle ?linsarics clc 8. ssl. le koi cie l'ru8->e (17ZZ.)gestochen findet. So z. B. ^die Fahnde zu demgroßen Königlichen Stallgebäude, einen Entwurfzur Domkirche, einen andern für die Wohnung derAkademie der Wissenschaften u> s. f. Dahin ge-hören auch die Kapelle zu Charlottenburg , und dieVerzierungen des kleinen Kabinetes in dem dortigenSchlosse. Das schöne Modell seines Münzthurms,dessen verunglückte Baute ihm (1/06.) die schon imLex. erwähnte Ungnade zuzog *), s man nachge-bildet in einem zu Augsburg gefertigten Stiche.Von ihm als Bildhauer kennt man z. B. in Berlin die Figuren der Flüsse, nebst andern Verzierungenan den Dogen der steinernen langen Brücke; danndie bekannten Masqucrons *') an den Schluß-steinen über den Fenstern des innern Arsenalhofes,welche, nach saubern Zeichnungen von Lubienetzky,die sich einst gutentheils im Kabinet UAnkler be-fanden, anfangs bey P. Schenk in Amsterdam ge-stochen erscheinen sollten, was aber unterblieb.Die nachherigen schönen Blätter nach denselben vonB. Rode, mir einer Vorrede des Pros. Sulzers,sind bekannt. Noch sah man von Schlittern dengroßen Medaillon in Bronzo über dem Hauptein-gange des gedachten Arsenals; verschiedene steinerneStatuen im Kleinen Schloßhofe; und die schönemarmorne Kanzel der St. Marien - Kirche, anwelcher besonders die treflichen Basreliefs bewun-dert wurden; in dem großen Marmorsaale zu Pots dam die Gesimsverzierungen (so wie auch die ganzeDecke dieses Saals nach seiner Zeichnung ausge-führt wurde); in derPorzcllangalerie zu Charlotten burg das marmorne Brustbild Friedrich 1. J»
K) Im I. 1701. befahl ihm nämlich der König den sogenannten Münrthurm, der au der Ecke des Schlosses nachder Hundebrücke zu stand, auf 280. Fuß zu erhöhen. Schlüter sah' wohl ein, daß der Grund zu schwachwar, die Last zu tragen, und machte Vorstellungen dagegen; aber der König bestand auf seinem Willen, undSchtüter gehorchte. So sehr er nun auch suchte, den Grund zu verstärken und alles anzuwenden, das Unter-nehmen gelingen zu machen; so zeigten sich bald Nisse in dem Gebäude, und im Jahr >706 mußte der Thurmschnell abgetragen werden, um das Einstürzen zu verhindern, Jetzt schob man alle Schuld des mißlungenenVersuchs auf Schküter — und setzte eine Commission nieder, welche die Sache untersuchen sollte. Diesebestand aus Schlüters Neider und Feind, dem bekannten Eosander , dem Professor Sturm aus Frankfurt an der Oder, und dem Baumeister Grüneberg. Schlüter konnte nichts für sich anführen, als daß er den Erfolgvorhergesagt, und gebeten habe, den Thurm ganz abzubrechen und einen neuen Grund zu legen. — Der Berichtder Commission fiel so nachkheilig für ihn aus, daß ihm das Amt als Hofbaudirektor genommen, und Eolanderngegeben wurde. Schlüter blieb indeß, so kränkend dieser Dorfall für ihn war, und so ungerecht man ih»behandelt hatte, als Hofbildhauer mit seinem Gehalt in Berlin , wo er wahrscheinlich ,7,5. oder 171-. starb.Lerlr'n I. (6.) -85—86.
Diese sterbenden Köpfe, die man gewöhnlich die Schküterschen Larven nennt, gehören unstreitig zu keinenschönsten und kraftvollsten Werken. Der Ausdruck derselben, der die Schmerzen des Todes in alle» Formendarstellt, ist so erschütternd wahr, als die ganze Idee sei» und richtig gedacht ist. Das Gebäude ist bestimmt,alle Geräthschaklen des Kriegs zu bewahren; es ist ein Zeughaus, und Schlüter legte in seine Verzierungeneinen hohen Sinn. Der Soldat sollte darin das Glänzende und Traurige seines Stands erblicken, die schöneAuffenselte, und das traurige Innere seines Berufs. Daher schimmert das Gebäude von Aussen mirprächtigen Trophäen, mit Sinnbildern der Ehre des Siegs und des Ruhms — und über jedem Fenster prangtein geschmückter, hochbuschiger Helm. Im Innern dqs Hofs ist's ganz anders. Da sieht man keine Trophäen —'keine Denkmale des Ruhms; aber statt der prächtigen Helme erblickt man in den Larven den Tod in allen Ge-stalten des Schreckens. k. (6.) -87.