Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1505
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Schlüter.

einem Kabiuette des Gartens zu Sanssoucy diekleinen Bildsäulen des Kurfürsten Friedrich Wil-helms 38 " hoch, und der Kurfürstin Louisa Z 4 "hoch. — Nach seiner Erfindung und Modell hier-nächst wurden gegossen: Die Statüe FriedrichWilhelm des Großen zu Pferde (letztres eine Nach-ahmung desjenigen an der Bildsäule Marc Anrclszu Rom ), nebst dem Piedestal mit den vier Sklaven(eine sehr gute Beschreibung, mit dem verdientenPreiß dieses Meisterwerks von Schlüter s. in derZeitschrift: gerlin II. (i.) 22—26.); die StatüeKönig Friedrich I. zu Fuße; der zinnerne Sarg derKönigin Marie Charlotte im Neuen Dom. Vonseinem Modell zu einem sehr schönen Sarge desKöniges selber s. in den künftigen Zusätzen den Art.Johann Jacob,. Eben dieser Monarch wolltedurch unsern Künstler vier große Kanonen gießenlassen, die den Namen der — vier Welttheile führensollten, was aber durch des Königes Tod unter-brochen ward, so daß nur eine derselben (1704.)zu Stande kam, welche Z60. Centncr wog, undeine Kugel von 100. Pf. schoß. (Auch diese wurde1744. auf Befehl Friedrich II. zu — brauchbarernFeldstücken umgefchmolzen). So wie nun Schlürervoll von Erfindungen, eben so dienstfertig war er,half gerne allen Künstlern mit seinen Zeichnungen(so z B. zum Tapetenwirken, zu Goldschmied- undTischlerarbeit u. s. f.), und brachte dadurch-Berlin sehr in Aufnahme, „wie denn auch sogar die Ca-rossen eine bessere Gestalt durch ihn erlangten, sodaß sie von vielen Auswärtigen gesucht wurden".Eine Schwachheit hatte er freylich, daß er, beyseiner großen Liebe für die Mechanik, nach derblöden Grille seines Zeitalters, auch das — Pcr -peluum mobile erfinden wollte. Heinecke I. 80—8Z. Oesterreich spars. — hJicolai, der einesehr umständliche Beschreibung von den Werkendieses vortreflichen Künstlers und seinen ausgestan-denen Widerwärtigkeiten giebt, behauptet, gegendie gewohnte Meynung ebenfalls: Derselbe sey1712. oder 14. zu Berlin gestorben, und habe einenSohn hinterlassen, der als Ingenieur erst in Russi-sche , nachher in Sächsische Dienste gitug, und um1720. zu Dresden Todes verblich. „Die Arbeit-samkeit dieses großen Künstlers" (heißt es in derZeitschrift: Ler/m I. (6.) 289—90.) und die Frucht-barkeit seines Genies übersteigt fast allen Glauben.Ausser den großen Königl. Gebäuden und der Mengevon kleinern Gipsarbeiten ^rechnet man über 80.Statüe», die er modellirt hat. Sein Charakter alsKünstler ist groß, kühn und edel. Sein Ausdruckist wahr und schön, und n ir zuweilen erinnern dieetwas gezwungenen Stellungen an Berniru. SeineHauptwerke indeß, die Statüe des großen Kur-fürsten, und die sterbenden Köpfe am Zeughause,geben ihm einen Rang, der weil über Bernini er-haben ist. Als Architekt war sein Geschmack gleich-falls kühn und edel; seine Werke sind leicht, frey,und erhaben-schön; doch verrathen sie hie und daeinen Mangel an festen Grundsätzen, und Hangzu müßigen Zierrathen. Dem ungeachtet hat nochkein Architekt ihn nachher in Berlin übertreffe»,und seine Werke werden noch lange die ersten Zierdender Stadt bleiben". Neben den bekannten 20. Bl.Masken hat R. B. Rode nach ihmgeetzt: Casquen,in. Bl. Dann die von der Weisheit gestürztenGiganten; das Grabmal der Königin SophieCharlotte in der Hauptkirche zu Berlin ; eine Grab-urne mit zwey Brustbildern; die vier Welttheile;Cupido, welcher die Stärke ihrer Keule beraubt,und die Justiz, die über einem (wir denken, dicken!)Gesetzbuch einschlummert. Dann I. W. Heckenauerdas Bildniß des Moritz Damian Marschall vonBiberstein (st. 1702.) und: Das Berlinische Schloßin 6. Blättern, wie es nach Schlüters Gedankenausgeführt werden sollte. Daß die andcrwertsgenannte: Ißova faules Ve^ise kerolinensis.

.Vc/Mtter ^rclilt. Deckn' so. 6erc>l. 1700.lerem. Woll exe. -V. V. wieder ein anderes Werksey, ist für uns noch zweifelhaft. Endlich I. G.Wolfgang das Basrelief am Piedestal und derStatüe Friedr. Wilhelm des Großen. — Im Artikel

Schmalfuß. i§oA

Schlüter im Lexikon Zeile 12. lies für EosanderEosander.

Schlüter (Christoph Heinrich), wurde in1681. zum Generalmünzwardein des Niedersäch-sischen Kreises ernannt. Hirsch teutsch. Mänz-archiv Th. V. S. i/r-

— — (Fr.). Ein solcher hat 1795. nach eigenerZeichnung ein Bildniß des F. E. Boysen, Oberhof-predigers zu Quedlinburg , schlecht gestochen.

— — (Henning), war um 1670. als FürstlichBraunschweig -LüneburgischerMünzmeister zu Zeller-feld angestellt. Der Katalog einiger gesammelterLeichpredigten (Stollberg ) 1716. Fol. S. i 55 . nenntihn auf dem Titel der Leichenpredigt seiner Frau.

*— -- (I. G.). Nach ihm hat Nußbiegeldas Bildniß des Arztes H. F. Delius gestochen.

— — (I. H ), aus dem Kirchspiele Wolf imHochstiftc Münster, verfertigte, vermuthlich um1780. Kunstuhren, worauf man Soldaten gegeneinander manövriren oder Scharmützel liefern sah,u. s. f. Sonst trieb derselbe die Leinweber-Pro-fession, und hatte Alles aus sich selbst erlernt.Busch Handb. d.Erfindungen Th. VII. S. 188.

Schlütter (Carl Christian von), s.zJeubourg(Johann Heinrich) in den gegenwärtigen Zusätzen.

— — (Christian Heinrich), ein Architekt zuWeimar , wo er, wie uns ein öffentliches Blattberichtet, im Jahre 1808. gestorben war.

* — — s. auch oben Schlüter.

Schmaedl (Franz Laver), ein Bildhauer zuWeilham oder Weilheim in Bayern (ob des vori-gen Jahrhunderts oder noch lebend, scheint unsunbestimmt). In dek schönen Hauptkirche desKlosters Ließen in Oberbayern trift man von ihmChristus im Kerker (?) und die Statüe des H. Ne-pomuk. Die Statiien und Bildhauereyen an denbeyden Seitenaltären, wo man die Jungfrau Marianebst dem H. Dominik (von Georg Herman ausKempten gemalt) und dann der, wo man den amKreuze verstorbenen Heiland (von Georg desVlsareest erblickt, sind von Bernhard OrendlIn Augsburg . Hirsch ings zJachr. von Runst-samml. VI. und Liporvsky, der von Schmaedl,neben Obigem, noch die Stukkatur-Arbeit in derKlosterkirche zu Ditramszell anführt.

Schmaerfeld, s. unten Achmerfeld.

Sch mager (Joh. Christian oder Joh. Chri-stoph), Lehrer der Mathematik und Physik an derHerzogl. Fürstl. Anhalt-Dcssauischen Schule zuZerbst , gab (ob selbst ausübender Künstler, ist unsunbekannt): vorlegeblarrer zum Zeichnen fürSchulen und Handwerker, vorzüglich mitRücksicht auf richtige Scharrengebung undZeichnung architektonischer Gegenstände imgeometrischen und perspektivischen Riß, be-sonders der Saulenordnungen und ihrerzweckmäßigen Anwendung in der schonenBaukunst Erstes Heft mit 7. K. u. 20. S. Text.Leipzig bey Grass 808. 1. Thlr. 6. Gr. Saubre ge-zeichnet und gestochen. Ob aber auch zweckmäßigfür Maurer, Zimmerleute, Tischler u. s. f. ? DieJen. L- Z. (welche immer besorgt, die heutigenMenschen treten aus ihrer Sphäre) zweifelt daran-

Sch malensee ( ). DasVerzeichnißder

Landkarten und topographischen Blätter der Säch-sischen Lande von Adelung S. 109. besagt, daß einsolcher, der vermuthlich in dem lenken Viertheil desvorigen Jahrhunderts lebte, zu Röschens Planendes siebenjährige» Krieges gezeichnet habe. Soz. B. einen Plan der Bataille bey Torgau , vonAbel gestochen.

Schmalfuß (August), angehnderGcschichts-maler, gebürtig aus Lübben in der Lausitz , im8ii.(damals ungefehr 20. Jahr alt) Schüler von Matthai

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