Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1520
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IS20 Sckmuzer.

gemeinschaftliche Arbeit sind; dann die BildnisseKarl VI. in ganzer Statur nach I. G. Auerbach,(a. K. nach Meytens ) und der Kayserin Elisa-betha Christina; dieses sicher nach dem letzter«.Noch nennt der wmklersche Katalog von ihnen,als ein schönes Blatt: Den jungen Gelehrten,der, auf dem Boden sitzend, und die Feder in derHand, mit Entzücken an das von der Zeit gehal-tene Medaillon eines Prälaten hinauf sieht, nachder Zeichnung von B. Belau; und der Katalogvon Brandes das Bildniß des Preußischen Mi-nisters Gust Adolphs, Barons von Götter. Gan-dellini dann: Leichengerüste nach I. G. Bibiena .Von dem Bildnisse der 'Kayserin Elis. Christinasagt er, wir denken aus Mißverstand, daß sichsolches in einer Straßburgerr Ausgabe Boßueti-schcr Werke von 1 / 36 . befinde. S. oben den Art.F L. Schmitner. Rost II- 75 - 77 -

*Schmu;er (Jacob, oder Jacob Mat-thäus). Statt seines Art. im Lex. wo er unterdemjenigen seines Vaters Andreas und seinerOheime erscheint, setze ff.

Dieser Künstler, geb. zu Wien 1702. (nicht 1729.wie Dasan L6. gea. sagt) verlor seinen Vaterbereits in seinem Siebenten. Ganz ohne Vermö-gen, sollte er das Fleischerhandwerk erlernen, undhütete anfangs die zur Schlachtbank bestimmtenHammel; aber ein unwiderstehlicher Hang, wel-cher ihm schon im väterlichen Hause eingepflanztward, führte ihn zur Kunst. Da die Weide nichtweit vom Akademiegebäude entfernt lag, so ver-traute er seine Heerde gewöhnlich andern mikhü-tenden Knaben, und gieng dafür fleißig dorthin,wo ihm der Akademie-Direktor, van Schuppen,den ersten Unterricht im Zeichnen gab. Allein derGeruch von seinen Kleidern war so unangenehm,daß man seine Gegenwart nicht länger duldenwollte, als der bekannte Medailleur, Matthäus Donner , den guten Knaben aus seiner Verlegen-heit rettete, und ihn zu sich nahm, wo er sichetliche Jahre im Stempelschneiden üble. Nochamsiger studirte er zu gleicher Zeit die Jngenieur-und Civilbaukunst, und ward dann wirklich dreyJahre lang in Ungarn in solcher Eigenschaft ge-braucht; das praktische der bürgerlichen Baukunstlernte er dort bey Frischze. Indessen müßen wirbemerken, daß R. Mßli in seinen Destreichlsch.Bunftannal. I. i§ 5 . u. ff. die bisher nach Rost,^ssieusel u. a erwähnte Jugendgeschichte unsersKünstlers merklich verändert erzählt. Ohne seinerangeführten ersten Bestimmung zum Fleischerhand-werk im Mindesten zu gedenken, sagt er uns viel-mehr:Nach seines Vaters Hinscheid habe FürstWenzel von Lichtenstein die Wittwe desselben meh-rere Jahre unterstützt, um sie in Stand zu setzen,die erste Schulzeit des Sohns zu bestreiten. Dannhabe M. Donner, als ehemaliger Freund desAndreas, sich seiner ebenfalls angenommen, undihm Gelegenheit verschafft, die Akademie untervan Schuppens Leitung zu besuchen, wo er sichnicht nur ämsig im Figurenzeicbnen übte, sondernauch, aufDonners Deranlaßung, gründlichen Un-terricht in der Geometrie, der Civilbaukunst unddem Boßiren erhielt. Jener, der die guten Fort-schritte des Jünglings mit Vergnügen bemerkte,habe ihn hieraufzum Stempelgraben bilden wollen,was aber seinem lebhaften Temperament nichtzusagte, sondern vielmehr seine Begierde zur Zeich-nung großer Figuren und zum Geschichtemalen nochmehr stärkte, wovon er nun die Anfangsgründebey dem kühnen und rüstigen, aber manierirtenMülldorfer erlernte. Da er aber bey dieser Gat-tung die nöthige Unterstützung nicht gefunden,habe er für seinen nothwendigsten Unterhalt dengrößten Theil seiner Zeit mit solchen Arbeiten zu-bringen müßen, die weder seinen Talenten nochseiner Lehrbegierde angemessen waren. Er sey da-her nach Preßburg gegangen, wo er sich auf man-cherley Weise mit Zeichnen nach der Natur, mitgeometrischen Arbeiten, und mitunter auch mitMalen durchgeholfen, und, neben Andern, zwey

Schmu; er.

Altarblätter (Christum am Kreutz, für die dortigeSpithalskirche, und eine Handlung der St. Mar­ gareten für die Blumenthaler- Kapelle ebendaselbst)verfertigte, worin man, ungeachtet der rohen Be-handlungsart der Farben, viel malerisches Gefühlund eine starke Einbildungskraft bemerke, unddaraus schließen könne: Wenn S. seine Zeit bloßdiesem Kunstzweige hätte widmen, und besonders,wie es ihm verheißen ward, mit einem gewißenDomherrn von Kempelen die Reise nach Rom machen können, wir wahrscheinlich an ihmeinen eben so treflichen Geschichtsmaler besitzenwürden, als wir jetzt einen preißwürdigen, origi-nellen Kupferstecher an ihm haben. Es war nuneinmal sein Geschicke, daß er dieses letztre werdensollte: Der gemeldte Domherr starb, und dadurchverschwand auch seine Hoffnung, Italien besuchenzu können. Während dieser Zwischenzeit hatte erbey einem Preßburzer-Kupferstecher, Zelter, einembloß mechanischen Künstler, die Behandlungsartbeym Etzcn, und einige Handgriffe mit dem Grab-eisen erlernt, und verschiedene Heiligenbilder fürdie Klöster, hauptsächlich aber eine beträchtlicheAnzahl Landkarten, theils für diesen Meister, theilsfür die Ungarsche Topographie des Balii verfer-tigt. Nachdem er sich eine geraume Zeit zu der-gleichen, seinen Fähigkeiten unwürdigen Beschäf-tigungen hatte gebrauchen lassen, ward er endlichvon einem Maler, Namens Tizian , einem nichtungeschickten Manne, der bey der Emanuel-Ga-voyischen Stiftung zu Wien als Lehrer der freyenHandzeichnung angestellt war, berufen, um ihmdie Musterzeichnungen für die adeliche Jugendverfertigen zu helfen. Nach Vollendung dieserArbeit machte er den letzten Versuch, Unterstützungzum Studium der Malerey zu finden; aber seineGönner beharrten darauf, daß er sich ganz derKupferstecherey widmen sollte. Von dieser Zeitan leitete er sein ganzes Studium zu diesem Zweckehin, und machte in Kurzem solche Fortschritte,welche die Aufmerksamkeit aller Kenner auf sichzogen; und obschon er damals genöthigt war,fein Talent auf wenig bedeutende und bloße Ge-legenheitsarbeiten zu verwenden, so zeichnen sichdoch alle seine Arbeiten jener Zeit durch eine ge-wiße Kühnheit, bestimmten Vertrag, und eineverständige Anwendung der Schraffierungen vorallen andern aus, die damals in Wien erschienensind. In i/ 53 . verehlichte er sich mit einer ade-lichen Person aus dem Tyrol, welche ungemeinviel Achtung für die Kunst hatte, und ihr Ver-mögen willig zu seiner Erhebung in derselben ver-wendete. Die darauf erfolgte Bekanntschaft mitdem KK. General Baron von Kettler erleichterteihm ebenfalls das Kunststudium; dieser gab ihmeine Wohnung in seinem schönen Gartengebäude,und unterstützte ihn auf die edelste Art, gestatteteihm aber nicht mehr, die Nadel und das Etzwasserzu gebrauchen, sondern nöthigte ihn, lediglich mitdem Grabeisen zu arbeiten, wodurch er in Kurzemzu einer ungemeinen Festigkeit und Leichtigkeit indieser widerstrebenden Kunstart gelangte; wie dasBildniß der Frau von Badein, ein Sebastian nachP. von Cortona , ein St. Johann nach Palko,und das Bildniß des Fürsten von Kaunitz nachTocque, gleichsam stufenweise, seine Fortschrittebemerken lassen. Jetzt bewog Kettlers Empfehlungden eben erwähnten Minister, seiner Monarchinden Vertrag zu thun, ihn auf ihre Unkosten nachParis zu senden, um sich bey Wille daselbst ganzauszubilden, was sie nicht bloß bewilligte, sondernauch für die Familie des Künstlers wahrend sei-ner Abwesenheit sorgte, so daß er 1762. mit ganzruhigem Gemüth nach Frankreich abreisen, undungehindert seinem Studium obliegen konnte. WasWille schon so oft für würdige junge Künstlerunter seinen Landslente» zu Paris gethan hatte,geschah auch jetzt; cr empfieng ihn, wie ein Vaterseinen Sohn, verbarg nichts vor ihm aus demganzen großen Schatze seiner Kunst, und belehrteihn besonders durch sein Beyspiel, daß eine be-ständige Uebung im Zeichnen nach der Natur,